Zierpflanzen nachhaltig zu kaufen, ist in Deutschland gar nicht so einfach. Essbares  wird nach bestimmten Vorgaben produziert wird und erhält dementsprechend ein Bio-Siegel. Bei Zierpflanzen wie Hortensien, Flieder oder Petunien ist das nicht unbedingt der Fall.

Für den ökologischen Gartenbau gibt es keine rechtliche Grundlage. Wer nachhaltig produzierte Zierpflanzen für Garten und Balkon kaufen will, muss derzeit also oft noch bewusst danach suchen.

Nachhaltigkeit am Siegel erkennen

Im Gegenteil zu der Lebensmittelindustrie ist die Anzahl der vorhandenen Siegel und Label für den ökologischen Gartenbau noch übersichtlich. Wir haben Ihnen die wichtigsten Siegel mal zusammengetragen: 

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  1. GlobalGAP: das Label steht für Good Agricultural Practices und legt Standards für Produkte wie unter anderem aus der Blumenproduktion fest. Sie setzten sich für Lebensmittelsicherheit, Umweltschutz, Arbeitssicherheit und Tierschutz rund um die landwirtschaftliche Produktion ein. 
  2. RAL-Gütezeichen Kompost: Das Deutsche Institut für Gütesicherung vergibt in den unterschiedlichsten Bereichen ihre Gütesiegel. Für Gartenprodukte ist das das RAL-Güterzeichen für Kompost. Dieses Siegel bezieht sich zwar nicht auf Pflanzen selbst, aber auf alles was dazugehört: Blumen- und Pflanzenerde, Kultursubstrate, Rindenmulch, etc. 
  3. MPS: Ähnlich wie beim GlobalGAP-Siegel setzt das niederländische Projekt Milieu Project Sierteelt Standards für die Produktion landwirtschaftlicher Produkte. Mit einer Nummer auf ihrem Siegel können Verbraucher sich online über die Herkunft ihrer Pflanzen informieren. 
  4. Transfair-Siegel: der gemeinnützige Verein TransFair ist die nationale Fairtrade-Organisation für Deutschland. Das Label zeigt an, dass bei der Herstellung von Produkten gewisse ökologische, ökonomische und soziale Standards eingehalten wurden. Auch wenn dieses Siegel eher mit der Lebensmittelindustrie assoziiert wird, gibt es dies auch immer häufiger in der Blumenindustrie zu finden. 
  5. Blaue Engel: Dieses Siegel verifiziert eine geringe Umweltbelastung bei der Produktion eines Produktes. Die Produkte für den Gartenbau reichen hierbei von Baumaterialien wie Lacke und Farben bis hin zu Pflanzentöpfen. 

Auch wenn diese Siegel nach außen hin vertrauenerweckend scheinen, sollte man ihnen nicht einfach blind vertrauen. Man kann sie als Wegweiser nehmen und mit eigenen Recherchen die Verbindlichkeit prüfen. 

Bio-Zierpflanzen - Was heißt das überhaupt?

Den Titel Bio darf nur solchen Pflanzen gegeben werden, bei dessen Produktion komplett auf Chemikalien verzichtet wurde. So kann verhindert werden, dass sich Schadstoffe in Beeten und Gärten breitmachen. Manche Verbände gehen sogar noch einen Schritt weiter und kontrollieren wie die Zierpflanze bei ihrer Anzucht gedüngt und gepflegt wurden. 

Auch bei nicht-Bio-Produkten erkennt man einen Schritt in Richtung Umweltschutz. Viele Vereine und Verbände haben sich diesem Thema gewidmet und initiieren eine Anzucht im Schutz der Bienen, ohne Torf oder ohne Einwegplastik. Gärtnern im Sinne der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes ist lange kein Trend mehr, sondern ist

Nachhaltigkeit ganz nah

Es lohnt sich also für Hobbygärtner, sich auch bei regionalen Gärtnern nach ihren Pflanzbedingungen zu erkundigen. Denn eine nachhaltige Produktionsweise von Zierpflanzen muss nicht durch ein Siegel gekennzeichnet sein. Regionale Gärtnereien können sich eine Verifizierung mit offiziellen Gütersiegeln häufig nicht leisten.

Fragen Sie in Ihren lokalen Betrieben nach und lassen Sie sich von den Gärtnern vor Ort beraten. In dem Sinne sind kleinere Gärtnereien eine besser Alternative zum Großhandeln oder Online-Shops.