• Fleischfressende Pflanzen sind Überlebenskünstler
  • Keine pflegeleichten Zimmerpflanzen 
  • Karnivoren müssen nicht gefüttert werden 

Fleischfressende Pflanzen, auch Karnivore oder Insektivore genannt, gehören zu einer außergewöhnlichen Pflanzengruppe, die schon Charles Darwin faszinierte. Sie lieben Insekten wie Fliegen, Mücken und Ameisen, bleiben im Grunde aber Pflanzen. Karnivoren kommen ursprünglich aus Gebieten mit nährstoffarmen Böden. Anstatt wie viele andere Pflanzen nehmen sie ihre Nährstoffe nicht über den Boden auf, sondern fangen sie beispielsweise in Form von Insekten. Die Art der Beute ändert sich je nach Insektivore und erstreckt sich von kleinsten Insekten sogar bis hin zu Fröschen. 

Pflegetipps für Karnivoren

Die evolutionäre Anpassung der fleischfressenden Pflanzen an ihr Umfeld hat Auswirkungen auf ihre Pflege. Auch wenn jede Karnivorenart unterschiedlich ist, überschneiden sich die Pflegeansprüche bei den meisten Arten.

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Zum Beispiel reagieren alle Arten empfindlich auf Leitungswasser und Dünger.

Trotzdem ist es von Rate sich zu den individuellen Karnivorenarten zu informieren, um die beste Versorgung gewährleisten zu können. 

Substrat, Gießen, Dünger und Co. 

Viele Experten raten davon ab normale Blumen- oder Pflanzenerde für fleischfressende Pflanzen zu verwenden. Diese ist zu nährstoffreich. Zu empfehlen ist eine Mischung aus Hochmoortorf und Quarzsand oder Karnivorenerde

Dünger vertragen fleischfressende Pflanze so gut wie gar nicht. Sie stammen aus nährstoffarmen Gebieten und ein Überschuss an Nährstoffen würde ihnen schaden. 

Eine Karnivore braucht Wasser im Überfluss. Das Substrat sollte stetig feucht gehalten werden. Doch übliches Leitungswasser ist zu kalkhaltig. Verwenden Sie daher nur Regenwasser oder destilliertes Wasser. 

Der perfekte Standort

Insektivoren können sowohl im Garten, als auch im Haus, auf dem Balkon und der Terrasse kultiviert werden. Der Faktor Licht spielt beim Standortauswahl die größte Rolle. Die meisten Arten brauchen besonders viel Licht. Der Faktor Licht hat so viel Einfluss auf die fleischfressende Pflanze, dass er sogar die Art und das Ausmaß des Wuchses beeinflussen kann.


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Ein weiterer wichtiger Faktor ist Feuchtigkeit. Wie schon erwähnt, brauchen fleischfresser Pflanzen sehr viel Wasser. Halten Sie sie daher von trockenen Plätzen und Heizungen fern. Einen guten Lebensraum würde beispielsweise Terrarien geben. 

Karnivoren müssen nicht gefüttert werden

Karnivoren, die Sie im Gartengeschäft gekauft haben, sind heutzutage so gezüchtet, dass sie ihre Nährstoffe aus dem Boden ziehen können. Daher müssen Sie Ihre Karnivore nicht füttern - Sie können es aber. Denn für die meisten Arten ist es eine zusätzliche Eiweißquelle.

Es gibt aber ein paar Regeln, die Sie bei der Fütterung beachten sollten: 

  1. Verwenden Sie nur lebende Insekten. 
  2. Verwende Sie keine Küchenabfälle, denn fleischfressende Pflanzen können Fleischreste nur schwer zersetzten.
  3. Verwenden Sie nicht zu große Insekten. 

Die fünf Fallentypen von Karnivoren

Insektivoren werden häufig an der Art und Weise, wie sie ihre Beute fangen, kategorisiert. Insgesamt konnten fünf verschiedene Typen festgestellt werden, die unterschiedlichste Fang- und Anlocktechniken umfassen. Zu ihnen zählen: Klappfallen, Fallgrubenfallen, Klebefallen, Saugfallen und Reusenfallen. 

  1.  Klappfallen: Die Klappfalle ist wohl die häufigste Fallentechnik der fleischfressenden Pflanzen. Hierbei werden zwei Blatthälften innerhalb weniger Sekunden geschlossen, sobald die empfindlichen Blatthaare berührt wurden. Die zwei geschlossenen Blatthälften bilden einen Raum, in der die Insekten durch Verdauungssekrete zersetzt werden. 
  2. Fallgrubenfalle: Fleischfressende Pflanzen der Fallgrubenfalle bilden mit ihren Blättern einen rohrförmigen Hohlraum, der gleichzeitig ihr Verdauungssystem ist. Die Insekten werden durch ihren süßlichen Geruch angelockt und fliegen von selbst in den Hohlraum. 
  3. Klebefallen: Karnivoren dieser Art geben ein klebriges Sekret ab, das meist auf ihren Blättern sitzt. Wie auch schon bei den Fallgrubenfallen riecht dieses Sekret süßlich und lockt so die Insekten an. Sobald sich ein Insekt in dem Sekret verfangen hat, schüttet die Pflanze ein Enzym aus, das das Insekt verdaut. 
  4. Saugfallen: Die einzigen Arten, die diese Falltechnik anwenden, sind die der Gattung der Wasserschläuche. Diese leben am oder im Wasser und fangen mit ihren Fangblasen ihre Beute. In den Fangblasen entsteht ein Unterdruck, der die Beute samt Wasser in sich hineinzieht, sobald sie von einem Insekt berührt wurde. 
  5. Reusenfallen: Bei Reusenfallen werden Insekten, ähnlich wie bei den Fallgrubenfallen, mit süßlichem Duft ins Innere der Pflanze gelockt. Feine Härchen hindern die Beute daran, aus der Pflanze wieder hinauszufliegen. Die Pflanze dient dann als Art Magen und verdaut ihre Beute. 

Im Überblick: Die beliebtesten fleischfressenden Pflanzen

Die Pflanzengruppe "fleischfressende Pflanze" umfasst mehr als 1000 verschiedene Arten. Es ist also gar nicht mal so leicht, sich eine passende Pflanze für sein zu Hause herauszusuchen. Wir haben mal die beliebtesten Arten zusammengefasst:

  • Venusfliegenfalle
  • Fettkraut 
  • Kannenpflanze
  • Schlauchpflanze 
  • Sonnentau
  • Zwergkrug
  • Hakenblatt
  • Regenbogenpflanze

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