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Die Auswahl an Obstsorten, die für wenig verfügbaren Platz gezüchtet werden, wird immer größer. Inzwischen gibt es von fast jeder Obstsorte auch eine kompaktere, Sorte, die für den Anbau auf kleinen Flächen geeignet ist. So kann man den ganzen Sommer lang süße Früchte mit vielen gesunden Vitaminen vom Balkon naschen. Obstbäume erfreuen durch eine üppige Blütenpracht im Frühjahr, die gleichzeitig eine wichtige Nahrungsquelle für  Bienen und Hummeln sind. Wichtig ist, dass ausreichend große Kübel mit guter Erde verwendet werden und das Obst möglichst einen sonnigen, hellen und geschützten Standort erhält.

 

Erdbeeren 

Erdbeeren sind das erste Obst, dass man im Jahr ernten kann und das wenig Platz benötigt. Der eigene Anbau lohnt sich besonders, da frisch von der Pflanze gepflückte Erdbeeren meist viel aromatischer sind, als Früchte, die bereits einen längeren Transportweg hinter sich haben. Sie können in Reihe in Balkonkästen gepflanzt werden, den freien Platz unter einem Säulenobstbaum einnehmen oder aus Hängekörben herunterhängen. Erdbeeren lassen sich gut in Mischkultur anbauen. Gute Nachbarn sind vor allem Kräuter, wie Borretsch, Dill, Melisse und Kamille. Schnittlauch wird besonders als Pflanzpartner empfohlen, da er Pilzsporen und Krankheiten von den Erdbeeren fern hält. Für den Anbau vieler Erdbeeren auf kleinster Fläche eignen sich besonders Erdbeertürme mit seitlichen Öffnungen, in denen die Erdbeerpflanzen vertikal übereinander gepflanzt werden können. Schnell angelegt sind selber gebaute Erdbeertürme aus mehreren quadratischen Blumentöpfen, die um jeweils 90 Grad versetzt, übereinander gestellt werden. Geeignete Sorten für den Balkon sind immertragende Erdbeersorten, wie ‚Aromastar‘ und ‚Mara des Bois‘. Wunderschöne rosa Blüten zeigen die Sorten ‚Viva Rosa‘ und ‚Pink Princess‘. Erdbeeren sollten möglichst in den Morgenstunden und nicht auf die Blätter gegossen werden, da sie pilzempfindlich sind und bei längerer Feuchtigkeit schimmeln können.

 

Himbeeren

In einen großen Kübel gepflanzt ist auch der Anbau von Himbeeren auf dem Balkon möglich. Die klassischen Gartensorten sind die sommertragenden Himbeeren, die an den vorjährig gewachsenen Trieben fruchten und die Herbsthimbeeren, die an den einjährigen Ruten geerntet werden. Herbsthimbeeren können daher direkt nach der Ernte gekürzt werden, während man bei Sommerhimbeeren nur die bereits abgeernteten schneidet und die neuen Triebe für das nächste Jahr stehen lässt. Für einen Naschbalkon lohnt es sich, hier nach den modernen Züchtungen für den Balkon Ausschau zu halten. Es gibt kompakt wachsende Topfhimbeeren, die aufgrund der einjährigen Vorkultur bereits im selben Sommer, in dem man sie gekauft hat, süße Früchte tragen. Sie sind mehrjährig, wachsen buschig und werden maximal 120 cm groß. Stachellose Triebe erleichtern die Ernte.

 

Heidelbeeren

Heidelbeeren sind perfekt für den Stadtbalkon geeignet, da sie pflegeleicht sind und nicht so schnell wachsen. Für eine Ernte über einen längeren Zeitraum bietet es sich an, gleich zwei unterschiedliche Sorten anzuschaffen. Für wenig Platz gibt es kompakt wachsende Topf-Heidelbeeren, die nur ca. 80 cm hoch werden können. Wichtig ist, dass die Heidelbeeren in einem sauren, luftdurchlässigen und humosen Substrat wachsen können und die Erde möglichst nicht austrocknet.  Ideal wäre es, die Pflanzen mit Regenwasser zu gießen. Da das auf dem Balkon meist nicht möglich ist, sollte man nur mit abgestandenem Wasser gießen, falls es sehr kalkhaltig ist. Aller zwei bis drei Jahre freuen sich die Heidelbeeren über einen größeren Topf mit neuer Erde.

 

Brombeeren

Bei der Planung eines Naschbalkons denkt man sicher nicht sofort daran, Brombeeren anzubauen. Sie wachsen im Garten recht ausladend mit meterlangen meist stacheligen Trieben. Bei ausreichend Platz und Verwendung eines größeren Kübels muss man aber auch darauf nicht verzichten. Ideal wäre es, stachellose Züchtungen zu pflanzen und die Triebe regelmäßig an einer Rankhilfe anzubinden. Beachten muss man, dass die Früchte nur an den vorjährig gewachsenen Trieben reifen und die abgetragenen Ruten nach der Ernte im Herbst gekürzt werden. Zu viele neu wachsende Triebe kann man im Sommer reduzieren. Auch bei den Brombeeren gibt es spezielle klein bleibende Züchtungen, wie die Hängebrombeeren, die sich gut zur Pflanzung in einer Blumenampel eignen. Dornenlose Säulenhimbeeren benötigen durch ihren aufrechten Wuchs ebenfalls sehr wenig Platz.

 

Johannisbeeren

Auf einem Naschbalkon mit Beeren dürfen Johannisbeeren nicht fehlen. Je nach eigener Vorliebe gibt es rote, schwarze und weiße Johannisbeersorten, die in einen großen Kübel gepflanzt werden können. Sie unterscheiden sich bei der Pflege nur durch verschiedene Schnittmaßnahmen. Für den Balkon eignen sich besonders gut die Johannisbeer-Hochstämmchen, die noch unterpflanzt werden können, z.B. mit Erdbeeren. Empfehlenswerte Sorten sind die rote ‚Jonkher van Trets‘, die weiße Sorte ‚White Pearl‘ und die schwarze Sorte ‚Titania‘.

 

Obstbäumchen mit viel Ertrag

Um Äpfel oder Birnen von Balkon oder Terrasse ernten zu können, eignen sich Säulenobstbäume oder Zwergsorten besonders gut. Die Zwergobstbäume werden nur etwa einen Meter hoch und bringen viele Früchte auf kleinstem Raum. Sie sind pflegeleicht und bleiben genetisch bedingt klein. Zur Pflege ist nur ein Formschnitt erforderlich. Es gibt nahezu jeden Obstbaum auch als Zwergobst für den Kübel zu kaufen. Beliebt sind daher auch kleinbleibende Pfirsich-, Nektarinen-, Pflaumen- und Kirschbäume für die Ernte auf dem Balkon. Äpfel werden häufig als Säulenobstbäume angeboten. Vor der Pflanzung sollte man sich informieren, ob die jeweilige Obstsorte ein Selbstbefruchter ist oder eine zweite Befruchtersorte benötigt.

 

Sigrun Hannemann vom Bergblumengarten mit dem Fokus auf naturnahes Gärtnern. Frau Hannemann ist Gartenbloggerin und schreibt auf ihrem Blog und im Hortus-Netzwerk.de  über ökologisches und insektenfreundliches Gärtnern. Für den Naturgartenverein e.V. testet sie Gärten zum Verleih der deutschen Plakette ‚Natur im Garten‘.