Im Garten gilt es jetzt vor den kommenden Winter vorausschauend zu handeln. Für Zwiebel- und Knollengewächse, die im Frühling blühen, hat die Pflanzzeit schon begonnen. Sie gedeihen auch sehr gut unter Bäumen und Sträuchern, da im unbelaubten Zustand genügend Licht zum Boden dringt. Dank der vielseitigen Verwendungsmöglichkeiten von Zwiebeln- und Knollengewächsen kann jeder Garten ohne großen Aufwand bereichert werden.

Dabei sollte man sich nicht nur auf Tulpen und Narzissen beschränken. Wer zum Beispiel die anspruchslosen und zum Verwildern geeigneten Kleinzwiebelpflanzen an zusagenden Stellen im Garten ansiedelt, wird schon bald mit beglückenden Naturerlebnissen belohnt. Je früher die Pflanzung im Herbst erfolgt, umso besser ist das Anwurzeln der Zwiebeln und Knollen. Vor allem gilt dies für Schneeglöckchen, Märzenbecher und Narzissen, die dankbar für ein frühes Setzen sind. Auch lassen sich einige Zwiebelblumen gut im Rasen verwildern. Dazu gehören vor allem Schneeglöckchen, Märzenbecher, Krokus, Schneestolz und Blausternchen.

Faustregel für Pflanztiefe

Als Faustregel für die Pflanztiefe gilt: Die Unterseite der Zwiebel sollte etwa zwei- bis dreimal so tief liegen, wie die Zwiebel groß ist. So kommt die Kaiserkrone mindestens 20 Zentimeter in den Boden, während bei Schneeglöckchen vier Zentimeter Erdabdeckung genügt. Die Zwiebeln der Feuerlilie und der Madonnenlilie, die jetzt dringend gepflanzt werden sollten, werden nicht mehr als 2 bis 3 Zentimeter hoch mit Erde bedeckt, da sie sonst faul werden können. Bei allen anderen Lilien lohnt es sich auf jeden Fall eine durchlässige Schicht anzulegen. Empfehlenswert ist bei den Lilien ein Platz auf einem voll sonnigen Beet, jedoch eng zwischen anderen Stauden, damit die Zwiebel beschattet ist. Besonders zarte Blüten kommen am besten zur Wirkung, wenn man sie in lockeren Gruppen anordnet.

Allgemein brauchen alle Blumenzwiebelarten einen durchlässigen Boden. Sie reagieren nämlich empfindlich auf Staunässe. In feuchten Lagen empfiehlt sich, etwas Sand in den Untergrund zu mischen. Nicht ganz verrotteter Kompost oder Mist führen ebenfalls zur Bildung von Fäulnis an den Zwiebeln.

Jetzt Knoblauchzehen stecken

Wer es würzig will, braucht immer frischen Knoblauch. Am besten ist der aus dem eigenen Garten. Man sollte daher nicht versäumen, Ende September oder Anfang Oktober einige Zehen zu stecken, die man dann im Frühjahr ernten kann. Während die im vergangenem Frühjahr gesteckten zurzeit entnommen werden. Knoblauch wünscht mittelschweren Boden und eine sonnige Lage. Der Pflanzabstand beträgt 15 mal 15 Zentimeter.

Man steckt die Zehen so tief, dass sie etwa 4 Zentimeter mit Erde bedeckt sind. Es ist auch möglich, die Knoblauchzehen zwischen die Reihen der Erdbeeren zu setzen. Diese mildern im nächsten Jahr den Pilzbefall. Dabei werden besonders die Früchte der Erdbeeren vor Graufäule geschützt. Steckt man einen breiten Ring Knoblauch um die Pfirsichbäume, sollen diese widerstandsfähiger gegen die gefürchtete Kräuselkrankheit werden.

Auch Speisezwiebeln anbauen

Der Anbau von Winterspeisezwiebeln kann ab der letzten Septemberwoche bis zum 5. Oktober durch Steckzwiebeln erfolgen. Sie werden in ein nicht zu nährstoffreiches Beet in gelockerten Boden gesteckt. Sie sollten zum Schutz vor Kälte, im Gegensatz zu Sommerzwiebeln, mit circa 5 Zentimeter Erde bedeckt sein. Die Zwiebeln sind im April bis Mai des nächsten Jahres reif.

Bekannte Sorten sind "Radar", "Presto" und "Romy". Normale Steckzwiebeln für die Sommerernte eignen sich nicht für den Winteranbau. Bereits ab Mitte Mai können kleine Bundzwiebeln laufend geerntet werden. Bis Ende Juni erreichen die Wintersteckzwiebeln eine normale Zwiebelgröße. Sie eignen sich jedoch nicht zur Lagerung. Wintersteckzwiebeln erfordern wenig Pflegeaufwand. Es können mit ihnen im Herbst leerstehende Beete optimal genutzt werden.