Die meisten Gartenbesitzer sind immer noch der Meinung, dass das Schneiden an Gehölzen nur in der vegetationslosen Zeit stattfinden soll. Deshalb wird von vielen jetzt in leichter Panik noch schnell drauf los geschnitten, sagt Gartenexperte Josef Schröder.



Das ist besser für Gehölze:

Besser verkraftet ein Gehölz aber generell eine Behandlung im Sommer. Deswegen sind zumindest alle empfindlichen Bäume wie Süßkirschen, Walnüsse und alle Gehölze, die stark Saft treiben in der Zeit des Wachstums zu behandeln. Die Gehölze schützen sich dann selber, in dem sie ihre Wunden gegen Krankheiten und Pilze aktiv abschotten können.


Sommerschnitt oder Schnitt im Spätwinter?


So wird inzwischen die Parkpflege an wertvollen Bäumen von Baumexperten nur noch in der Vegetationszeit bis spätestens Anfang September vorgenommen. Man sollte auch bedenken, dass der Sommerschnitt das Wachstum bremst, während durch den Schnitt im Spätwinter oder im zeitigen Frühjahr ein sehr starker Austrieb gefördert wird. Denn, je mehr Zweige man jetzt entfernt werden, umso mehr Nachwuchs treibt durch den nun aufsteigenden Saftdruck wieder aus. Eine Nachbehandlung wird dadurch unerlässlich.


So sollten überschüssige Triebe entfernt werden

Die überschüssigen Triebe sind dann am besten so Mitte Mai, wenn sie ein paar Zentimeter groß sind, auszureißen. Noch einfacher geht es, schon vorher die schwellenden Triebknospen, die nach innen zeigen mit dem Damennagel wegzudrücken. Bei diesen beiden Methoden werden auch gleich die dicht am Holz sitzenden Adventivknospen für immer entfernt. Diese aber bleiben beim Schnitt mit der Rosenschere der später holzig gewordenen Triebe weitgehend erhalten, so dass ein Baum oft vor lauter Ruten wie ein "Igel" aussehen kann