• Wie sorgt man am besten für später vor: Mit Testament oder Erbvertrag?
  • Wann die eine Variante vorzuziehen ist und wann die andere Vorteile bietet.
  • Was bei einem Erbvertrag unbedingt beachtet und geregelt werden sollte

Beschäftigt man sich mit seinem Erbe, stellt sich früher oder später die Frage, ob es sinnvoller ist, einen Erbvertrag oder ein Testament für seinen letzten Willen zu wählen. Beides hat Vor- und Nachteile, bei beidem gibt es einiges zu beachten. Ein Überblick. 

So lässt sich der letzte Wille optimal an die eigenen Bedürfnisse anpassen

Klar, nicht jeder möchte schon frühzeitig über das Ende seines Lebens nachdenken. Doch wer nicht rechtzeitig seinen letzten Willen schriftlich fixiert, der muss zwangsläufig die gesetzliche Erbfolge mit all ihren Vor- und Nachteilen in Kauf nehmen. Möchte man jedoch sein Erbe individuell und auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt gestalten, sollte man besser ein Testament verfassen oder einen Erbvertrag abschließen. Doch worin liegen die Vor- und die Nachteile dieser beiden Möglichkeiten?

Diese beginnen bereits mit der zu wahrenden Form: Ein Testament kann man einfach handschriftlich verfassen und muss dabei lediglich darauf achten, dass es eigenhändig erstellt und mit Ort, Datum sowie Unterschrift versehen ist. Wer möchte, kann dies auch bei einem Notar tun, muss es aber nicht. Das sieht bei einem Erbvertrag ganz anders aus: Hier ist die notarielle Beurkundung verpflichtend und somit auch mit den entsprechenden Kosten verbunden.

Auch macht man ein Testament für sich alleine, beim Erbvertrag schließt man bereits zu Lebzeiten mit seinen zukünftigen Erben einen Vertrag ab. Mit diesem kann dann das Erbe an bestimmte Bedingungen für die Erben verknüpft werden. Da dieser Vertrag ja mit anderen geschlossen wurde, kann ihn selbst der Erblasser ohne das Einverständnis der Vertragspartner, also den zukünftigen Erben, nicht mehr ohne Weiteres ändern oder sogar ganz aufheben. Es besteht dabei eine sogenannte "Bindungswirkung".

Vor- und Nachteile der Varianten

Zwar kann man für bestimmte Situationen ein vertragliches Rücktrittsrecht vereinbaren, jedoch nur solange der Vertrag besteht, grundsätzlich ist er in seiner Testierfähigkeit eingeschränkt. Im Gegensatz dazu kann ein Testament jederzeit und beliebig oft aufs Neue verfasst werden. Gültig ist dann die jeweils letzte Version davon.

In einem Erbvertrag wiederum, könnten zum Beispiel Vater oder Mutter von ihrem Sohn oder der Tochter verlangen, dass sie nur dann die elterliche Firma erben, wenn sie bis zu diesem Zeitpunkt eine zur Unternehmensführung geeignete Ausbildung gemacht oder ein bestimmtes Studium absolviert haben. Auch wäre etwa möglich, in einem Erbvertrag einen Pflichtteilsverzicht zu vereinbaren. Beispielsweise könnte ein kinderloses Ehepaar diese Verzichtserklärung von den Eltern verlangen, damit nicht im Falle des Todes einer der beiden Partner den Pflichtteil auszahlen muss.

Dies könnte den Witwer oder die Witwe andernfalls in eine schwierige Situation bringen. Meist wird jedoch bei Vertragsabschluss dem den Verzicht erklärenden Vertragspartner eine gewisse Entschädigung gezahlt. Somit lässt sich im Vergleich von Testament und Erbvertrag feststellen, dass Ersteres ganz besonders im Hinblick auf spätere Änderungen vorteilhaft ist, Letzteres jedoch dem Erblasser mehr Freiraum für individuelle Gestaltungsmöglichkeiten lässt.