• Überblick: Das sind Optionen
  • Die Optionsarten
  • Optionshandel: ein Beispiel
  • mögliche Vor- und Nachteile
  • Börsen für den Optionshandel

Möchtest du dein Geld auf dem Finanzmarkt anlegen, stehen dir verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Eine davon ist das Handeln mit Optionen. Bevor du dich für den Schritt entscheidest, solltest du dich mit den Begrifflichkeiten und dem Konzept vertraut machen.

Alles rund um Optionen

Bei Optionen handelt es sich grundsätzlich um eine spezielle Form, also einen Teilbereich, von Derivaten. Eine Option kannst du dir wie einen Vertrag vorstellen, der Käufer*innen das Recht gibt, einen sogenannten Basiswert zu einem festgelegten Zeitpunkt entweder zu kaufen oder zu verkaufen. Der eben genannte "Basiswert" definiert sich durch eine Aktie, eine Anleihe, einen Rohstoff oder ähnliches. Als Käufer zahlst du durch die Option einen festgelegten Basispreis für ebendiesen Basiswert. An der Option hängt gleichzeitig eine bestimmte Laufzeit sowie eine Optionsprämie, also der Preis, den du für die Option selbst zahlst.

Hast du beispielsweise eine Aktie für einen Preis von 50 € gekauft, kannst du deine Option ausüben, musst du aber nicht. Sinnvoll ist es, die Option einzusetzen, wenn der Aktienpreis auf dem Markt über dem Wert (bei Call-Optionen) von 50 € liegt, die du investiert hast. Liegt er darunter, wirst du als Käufer*in die Option verfallen lassen und die Aktie am Kapitalmarkt für den niedrigeren Preis kaufen. Der Preis, den du für die Option gezahlt hast, ist dann ebenso verloren. 

Der Wert einer Option wird anhand bestimmter Optionsbewertungsmethoden ermittelt. Mittlerweile wenden alle Banken diese Methoden an, um Optionswerte festzulegen. Unterschieden wird allgemein zwischen dem Black-Scholes-Modell und dem Cox-Ross-Rubinstein-Modell. Kernidee dieser komplexen Modelle ist es, dass sich der Wert von Optionen aus zwei Variablen zusammensetzt: einmal dem Inneren Wert und einmal dem Zeitwert. Der Innere Wert stellt dabei die Differenz zwischen dem aktuellen Preis einer Aktie und dem Basispreis dar. Lag der Basispreis beispielsweise bei 50 €, der aktuelle Aktienwert liegt aber bei 80 €, hat die Option einen Inneren Wert von 30 €. Bei dem Zeitwert geht es um einen komplexeren Wert, der sich aus mehrere Faktoren zusammensetzt. Auch, wenn der Innere Wert bei null liegt, heißt dies nicht zwangsläufig, dass es sinnfrei wäre, diese Option zu kaufen - immerhin kann man darauf spekulieren, wie der Kurs sich zukünftig entwickeln wird. Der Zeitwert beruht also auf einer Art "Hoffnung" oder "Spekulation". Wichtige Fragen beim Zeitwert sind, wie volatil der Basiswert ist, wie lange die Option läuft und welcher Zinssatz aktuell den Markt beherrscht.

Verschiedene Arten von Optionen

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen verschiedenen Arten von Optionen. Die bekanntesten sind die Put-Option und die Call-Option. Für die sogenannte Call-Option entscheidest du dich dann, wenn du erwartest, dass die Aktie in Zukunft steigen wird. Durch die Option hast du dann also die Möglichkeit, die Aktie zu einem späteren Zeitpunkt günstiger zu kaufen.

Du kannst zwischen verschiedenen Optionsarten entscheiden.
CC0 / Pixabay / sergeitokmakov

Erwartest du jedoch, dass eine Aktie sinkt, wählst du die Put-Option. Diese wird auch Verkaufs-Option genannt. Besitzt du eine Put-Option, kannst du eine Aktie in Zukunft teurer verkaufen.

Zudem wird bei dem Zeitpunkt des Kaufs oder Verkaufs unterschieden zwischen europäischen und amerikanischen Optionen. Dies hat jedoch nichts mit der geografischen Lage zu tun. Der Unterschied liegt darin, dass es bei europäischen Optionen einen "Stichtag", also einen bestimmten Zeitpunkt gibt, an dem du entscheiden musst, ob du deine Option ausüben oder fallenlassen möchtest. Amerikanische Optionen unterscheiden sich dahingehend, dass es einen Auswahlzeitraum gibt. Du darfst, sofern du in Besitz einer amerikanischen Option bist, innerhalb eines bestimmten Zeitraumes vor dem Stichtag, wählen.

Beispiel für den Handel mit Optionen

Ein Beispiel soll die theoretischen Grundlagen noch einmal verdeutlichen. Eine Bäckerei, die immer große Mengen an Weizen benötigt, kauft eine Call-Option auf den Weizenpreis. Der aktuelle Weizenpreis liegt in diesem Beispiel aktuell bei 100 € pro Tonne. Die Vermutung der Bäckerei ist es nun, dass der Weizenpreis in nächster Zeit steigen wird; deshalb sichert sie sich eine Option mit dem Basispreis von 100 €. Sie hat also das Recht, zukünftig pro Option beispielsweise eine Tonne Weizen für 100 € zu kaufen. Dafür muss die Bäckerei jedoch auch eine Optionsprämie bezahlen; diese liegt beispielsweise bei 5 €. Der Bauer, welcher den Weizen verkauft und die Optionen herausgibt, bekommt diese Prämie.

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Steigt der Preis des Weizens nun, so wie die Bäckerei es vermutet hatte, beispielsweise auf 140 € an, kann sie eine Tonne Weizen immer noch für die 100 € kaufen. Du kannst die Tonne also günstiger kaufen, als es dir über den Markt möglich gewesen wäre. Dein Gewinn beträgt dann pro Option die Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Preis. Dadurch kann, je nach Branche, Anzahl der Optionen und Börsenverlauf, eine Menge an Geld gewonnen werden.

Fällt der Basiswert jedoch beispielsweise auf 80 €, wird die Bäckerei die Option verfallen lassen; der Bauer als Optionsherausgeber hat folglich Gewinn gemacht, da er die Optionsprämie erhalten hat. Fazit bei dieser Call-Option ist also: Du gewinnst, wenn der Weizenpreis steigt.

Optionen: Vor- und Nachteile

Sicherlich stellt sich auch dir nun die Frage, ob es sinnvoller ist, in Optionen zu investieren, als beispielsweise in Aktien. Im Vergleich ist der Preis, den du für eine Option zahlst, in der Regel sehr gering; der Kapitalaufwand ist beim Kauf von Aktien meist höher. Zudem können Optionen weltweit gehandelt werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass du die Option nicht zwangsläufig ausführen musst: Du kannst es tun, du bist jedoch nicht dazu verpflichtet.

Das Prinzip von Optionen kann einfach veranschaulicht werden.
CC0 / Pixabay / sergeitokmakov

Dennoch solltest du immer bedenken, dass es bei Optionen oft auch um sehr spekulative Geschäfte geht. Sie fordern in der Regel ein sehr breit gefächertes und fundiertes Markt- und Fachwissen sowie einiges an Erfahrung, um Entwicklungen möglichst sicher abschätzen zu können.

Entscheidest du dich für das Handeln mit Optionen, kannst du dies beispielsweise an bestimmten Terminbörsen weltweit tun. Bekannte Handelsplätze sind unter anderem die Eurex (Europa) und die CME (USA). Diese Terminbörsen funktionieren prinzipiell ebenso wie Börsen für andere Wertpapiere wie Aktien, Anleihen oder ETFs.

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