• Wie viel Rente erhält man in Deutschland?
  • Erhalten alle eine Rente?
  • Was ist die Grundsicherung und wie hoch ist sie?
  • Wer bekommt überhaupt die Grundsicherung?

Das Thema Altersvorsorge und Rente ist kein einfaches. Die gesetzliche Rente reicht bei vielen nicht für den Erhalt des Lebensstandards, den sie vor der Rente hatten. Die ergänzende private Vorsorge, vor allem die Riester-Rente, ist nicht für jeden geeignet. Viele Menschen haben kaum Vermögen im Rentenalter, vor allem Frauen sind im Alter finanziell schlechter gestellt als Männer. Wie ist die Lage der Rentner*innen in Deutschland?

Per Definition: Wann sind Rentner "arm", wann "reich"?

Um diese Frage zu beantworten, braucht es zunächst folgende Informationen: Das durchschnittliche Brutto-Monatsgehalt aller Beschäftigten in Deutschland im Jahr 2020 betrug 3.092 Euro. Die durchschnittliche Brutto-Altersrente lag 2019 bei 953,94 Euro monatlich.

Und wie definiert sich arm oder reich? Dazu gibt es unterschiedliche Überlegungen: Arm ist, wer als Single-Haushalt unter 1.126 Euro im Monat Netto-Einkommen hat, sagt der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem Armutsbericht 2021. Und wann ist man reich? Die Bundesregierung sagt ab 3.100 Euro netto monatlich, das Institut der Wirtschaft (IW) setzt die Grenze erst bei 4.091 Euro.

Fazit: Den durchschnittlichen Rentner in Deutschland kann man also getrost als arm bezeichnen.

Wie hoch ist die Höchstrente und erreicht man sie?

Die Höchstrente erhalten Rentner*innen, die 45 Jahre lang durchgehend ein Gehalt in Höhe der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze erhalten haben. Höchstrente 2020: 2.961,90 Euro-Brutto (im Westen).

Allerdings gelingt es kaum einem Arbeitnehmer, 45 Jahre lang durchgehend ein Gehalt in Höhe der Bemessungsgrenze zu verdienen. Die Höchstrente erhielten laut Rentenversicherungsbericht der Bundesregierung in 2020 gerade mal 40 männlichen Rentner. Rente mit 40 Jahren soll durch sogenannten Frugalismus möglich sein - wie funktioniert die Methode?

Ab dem Jahr 2022 soll es eine saftige Rentenerhöhung geben. Grund dafür ist die Anpassung der Rentenformel. Hier liest du, wer sich über eine höhere Rente freuen darf. Bis Ende 2022 soll zudem die Grundrente ausgezahlt werden. Wer sie erhalten soll, wird noch geprüft. Nicht jeder hat Anspruch darauf.

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Wie viel Rente erhält man in Deutschland?

Von 3.000 monatlicher Brutto-Rente sind die Rentnerinnen und Rentner in Deutschland also weit entfernt. Insgesamt bekommen von den 21,2 Millionen Altersrentnern 17 Millionen eine Rente von unter 1.000 Euro im Monat und fast jeder zweite sogar weniger als 803 Euro.

Im bundesweiten Durchschnitt erhält ein Rentner 1.188 Euro Rente im Monat und eine Rentnerin 837 Euro. Die Zahlen machen klar: Der Traum von der auskömmlichen Rente kann also auch dann platzen, wenn man viele Jahre seine Beiträge ins gesetzliche Rentensystem eingezahlt hat.

Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) operiert sehr gerne mit der optisch gut aussenden Standardrente eines "Eckrentners", der 45 Jahre Beiträge ein Durchschnittsentgelt eingezahlt hat. Dessen Rente betrug 2021 1.538,55 Euro im Monat brutto. Nach Abzug der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung bleiben 1.369,31 Euro netto vor Steuern. Problem: Wer kann schon 45 Beitragsjahre vorweisen?

Erhalten eigentlich alle eine Rente?

Es gibt eine gesetzliche Pflicht zur Rentenversicherung bei angestellten Arbeitnehmer*innen und Azubis. Ausgenommen sind dagegen Beamte, viele Selbständige, Richter und Berufssoldaten. Diese Gruppen erhalten im Alter keine Zahlungen von der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, Steuerberater etc. zahlen in ein berufsständisches Versorgungswerk ein. Möglich ist es, durch Immobilien, Aktien, Fondsvermögen oder Lebensversicherungen private Vorsorge zu betreiben.

Gerade bei den zwei Millionen Solo-Selbständigen reichen die monatlichen Einnahmen aber oftmals nicht, um eine private Vorsorge aufzubauen. Es besteht auch die Option, freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen.

Was ist die Grundsicherung und wie hoch ist sie?

Die Grund­sicherung im Alter ist keine Rente, sondern Sozial­hilfe. Sie wird aus Steuern finanziert und dann fällig, wenn ein deutscher Bürger oder Bürgerin nie oder zu wenig in die Rentenkasse eingezahlt hat. Voraus­setzung: Ein eventueller Bedarf wird anhand der Rente und des Vermögens individuell berechnet. 

Ratgeber von Stiftung Warentest: 'Private Altersvorsorge: Individueller Vorsorgebedarf - Persönlicher Finanz-Fahrplan'

Der Regelsatz für Nahrung, Kleidung, Hausrat, Körperpflege und Strom beträgt 2020 für einen Alleinstehenden pauschal 446 Euro pro Monat. Zusätzlich übernimmt das Sozialamt Kosten für Unterkunft und Heizung, soweit diese angemessen sind. Die Höhe orientiert sich am örtlichen Mietspiegel. Hinzu kommen Kranken- und Pflegeversicherung sowie ein Mehrbedarf für Menschen mit Schwerbehinderung.

Mit dem Regelsatz kämen Senioren kaum über die Runden, sagt Verena Bentele, Präsidentin vom Sozialverband VdK. Beispiel Gesundheitsausgaben: Die liegen in einem Rentnerhaushalt durchschnittlich bei 107 Euro im Monat. Vorgesehen sind aber nur 17 Euro. "Da muss dringend nachgebessert werden", so Bentele.

Wer bekommt überhaupt die Grundsicherung?

Alle, die das Renteneintrittsalter erreichen, in Deutschland leben und ein so niedriges Einkommen haben und ein so geringes Vermögen besitzen, dass sie damit ihren Lebensunterhalt nicht finanzieren können. Mehr als eine Million Rentner*innen in Deutschland hätten Anspruch auf Grundsicherung im Alter.

Doch nur 566.000 Senioren haben sie tatsächlich beantragt. Das geht aus einer Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor.

Viele wissen nicht, dass ihnen diese Leistung zusteht. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) rät Menschen mit einem Einkommen von durchschnittlich weniger als 865 Euro im Monat, prüfen zu lassen, ob sie anspruchsberechtigt sind. In Kommunen mit hohem Mietniveau lohnt sich die Prüfung auch bei einem höheren Einkommen. In die Berechnung werden allerdings auch die finanziellen Verhältnisse des Lebenspartners miteinbezogen. Wenn dieser ein zu hohes Einkommen hat, besteht unter Umständen kein Anspruch. 

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