• Weniger Erwerbstätige, mehr Renter*innen - Rentensystem steht vor Problem 
  • Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat drastischen Vorschlag

"In zehn Jahren wird Deutschland drei Millionen Erwerbstätige weniger haben. Diesen Verlust an Arbeitszeit müssen wir ausgleichen", sagt Dr. Thomas Obst, Wissenschaftler am Institut der deutschen Wirtschaft (IW) im Gespräch mit "Bild".

Wirtschaftsexperten zur Rettung der Rente: Mehr und länger arbeiten, weniger Urlaub

Die IW-Experten fordern in einer Studie unter anderem, dass Arbeitnehmer pro Woche zwei Stunden länger arbeiten sollen. Somit würden sie künftig im Durchschnitt 45 Wochenstunden im Jahr mehr arbeiten. Aktuell sind es im Durchschnitt 43,4 Wochenstunden pro Jahr.

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Das wirke sich auch auf den Urlaub aus. Die Forscher sagen, dass Arbeitnehmer weniger Urlaub nehmen sollten. Und damit nicht genug. Erwerbstätige sollen auch mehr in die Rentenkassen einzahlen. Bis 2025 soll der Beitragssatz auf 19,9 Prozent ansteigen. 

Wie könnte verhindert werden, dass Erwerbstätige die ganze Rentenlast tragen? Dr. Alexandra Fedorets vom Deutschen Institut für Wirtschaft rät, dass Minijobber und Teilzeitkräfte Vollzeit arbeiten. Ebenso könnte die Arbeitslosenquote angehoben werden. Auch die Hürden für einige Personengruppen müssen abgebaut werden, die es sonst schwer haben, eine Stelle zu bekommen.

Andere Möglichkeiten, um Arbeitnehmer zu entlasten

"Das kann verschiedene Gruppen betreffen, zum Beispiel Zuwanderer, ältere Arbeitnehmer, Personen mit Einschränkungen oder auch Frauen mit Kindern, die arbeiten möchten, es aber aufgrund mangelnder Möglichkeiten zur Kinderbetreuung nicht tun", sagte Prof. Dr. Patrick Puhani, Arbeitswissenschaftler an der Universität Hannover gegenüber "Bild".

Doch diese Maßnahmen reichen nicht aus, um das Rentensystem dauerhaft zu finanzieren, sagt Dr. Obst. „Der größte Hebel ist die durchschnittliche Arbeitszeit anzuheben.“ Das hänge auch damit zusammen, dass das Renteneintrittsalter erst 2031 auf 67 Jahre angehoben wird. Wenn die Politik die Vorschläge realisiert, kommt auf deutsche Arbeitnehmer vermutlich eine längere Arbeitswoche zu. 

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