• Das sind die Steuern, die vom Gehalt abgezogen werden
  • Die Steuerklasse macht den Unterschied
  • Hinzukommen die Beiträge zur Sozialversicherung
  • Sonderregelungen für Beamte und Selbstständige
  • Weitere Faktoren, die das Einkommen beeinflussen
  • Gehaltsrechner Online im Internet

Auf dem Zettel steht Gehaltsabrechnung: viele Daten, Zahlen und Abkürzungen. Oftmals ist die Abrechnung, gerade für Berufsanfänger, ein Buch mit sieben Siegeln. Viele Mitarbeiter schauen nur auf die unterste Zeile, den Auszahlungsbetrag. Aber es ist wichtig, auch die anderen Daten zu verstehen: Fehler schleichen sich überall ein. Daher solltest du deine Gehaltsabrechnung regelmäßig überprüfen.

Das sind die Steuern, die vom Gehalt abgezogen werden

Die Basis für die Abrechnung ist das Brutto-Einkommen des Mitarbeiters. Das ist im Arbeitsvertrag niedergeschrieben oder errechnet sich aus dem einschlägigen Tarifvertrag. Soweit so gut und noch relativ einfach. Komplizierter wird es durch diverse Abzüge. Und das sind zunächst einmal die Steuern, die bei allen angestellten Mitarbeitern anfallen:

  • Die Lohnsteuer ist der größte Abzugsposten. Wie viel du im Monat zahlen musst, hängt von der Höhe deines Bruttolohns, dem Steuerfreibetrag und der Steuerklasse ab. In den Steuertabellen (Grundtabelle für Einzelveranlagung und Splittingtabelle bei gemeinsamer Veranlagung) kannst du die Höhe deiner Steuerlast nachlesen.
  • Entwarnung gibt es beim Solidaritätszuschlag, den müssen nur noch Besserverdienende zahlen. Seit 2021 musst du als Alleinstehender mit einem zu versteuernden Jahres-Einkommen von über 96.820 Euro (Verheiratete 193.641 Euro) den Zuschlag weiterhin zahlen. Er beträgt seit 1998 5,5 Prozent der Einkommenssteuer. 
  • Kirchensteuer: Sofern du nicht aus der Kirche ausgetreten bist, entfallen 8 Prozent (in Bayern und Baden-Württemberg) beziehungsweise 9 Prozent in den anderen Bundesländern der Einkommenssteuer auf die Kirchensteuer.

Noch ein Hinweis zur Lohnsteuer: Der Eingangssteuersatz liegt bei 14 Prozent. Es gibt aber einen Grundfreibetrag für alle, der für 2022 auf 9.984 Euro pro Jahr angehoben ist. Bis zu dieser Summe ist keine Steuer fällig. Oberhalb des Grundfreibetrags greift dann die Progression (kontinuierlicher Anstieg der zu zahlenden Steuer mit dem Einkommen). Der Spitzensteuersatz liegt bei 42 Prozent, ab einem zu versteuernden Einkommen von 58.597 Euro im Jahr 2022. Der Fiskus hat aber noch einen ‚Schnaps’ drauf gesetzt: Der Spitzensteuersatz ist seit 2005 noch einmal um drei Prozentpunkte gestiegen. Und zwar ab einem jährlichen Einkommen von 277.826 Euro. Ab diesem Betrag wird die sogenannte Reichensteuer fällig. Bei dem Steuersatz von 45 Prozent ist dann aber Schluss. 

Die Steuerklasse macht den Unterschied

Wichtig für die steuerlichen Abzüge jeden Monat ist auch die vom Mitarbeiter gewählte Steuerklasse. Auf Basis von sechs Steuerklassen wird die Höhe Lohnsteuer berechnet. Die Steuerklasse richtet sich im Wesentlichen nach dem Familienstand, der Einkommenssituation und der Frage, ob es noch weitere Jobs gibt. 

  • Steuerklasse I: ledige, geschiedene und verwitwete Arbeitnehmer ohne Kinder
  • Steuerklasse II: Alleinerziehende mit mindestens einem Kind, das dauerhaft im Haushalt lebt. Dabei spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob Sie ledig, geschieden, verwitwet oder dauerhaft getrennt lebend sind
  • Steuerklasse III: verheiratete Arbeitnehmer (ein Alleinverdiener oder zwei Doppelverdiener mit großen Gehaltsunterschieden)
  • Steuerklasse IV: verheiratete Arbeitnehmer (beide berufstätig und verdienen etwa gleichviel)
  • Steuerklasse IV mit Faktor: zusätzliche Variationsmöglichkeit für berufstätige Verheiratete
  • Steuerklasse V: verheiratete Arbeitnehmer (siehe Steuerklasse III)
  • Steuerklasse VI: bei Zweitjob, für den eine weitere Lohnsteuerkarte nötig ist

Hinzukommen die Beiträge zur Sozialversicherung

Neben der Steuer gehen vom Bruttogehalt bei allen angestellten Arbeitnehmern die Beiträge zur Sozialversicherung ab. In Summe macht das rund 20 Prozent vom Bruttogehalt aus. Im Einzelnen sind das: 

  • Die Rentenversicherung schlägt mit 9,3 Prozent zu Buche (insgesamt 18,6 Prozent mit Arbeitgeberanteil).
  • Die Arbeitslosenversicherung beträgt 1,2 Prozent deines Bruttolohns (insgesamt 2,4 Prozent, mit Arbeitgeberanteil).
  • Für die Pflegeversicherung gehen bei Kinderlosen 1,7 Prozent, bei Eltern von Kindern 1,525 Prozent vom Bruttogehalt ab (3,4 Prozent beziehungsweise 3,05 Prozent, mit Arbeitgeberanteil).
  • Die Krankenversicherung beträgt 7,3 Prozent (14,6 Prozent, mit Arbeitgeberanteil) – dazu kommen individuellen Zusatzbeiträge.
  • Der Zusatzbeitrag für die gesetzliche Krankenversicherung beträgt im Durchschnitt 1,3 Prozent. Seit dem Jahr 2021 teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber auch diesen Posten.

Selbstständige zahlen automatisch keine Pflichtbeiträge zur Krankenversicherung, Arbeitslosen-, Pflege- oder Rentenversicherung. Sie können sich aber freiwillig versichern. Beamte zahlen keine Beiträge in die Rentenversicherung, ihre Altersversorgung übernimmt der Staat.

Weitere Faktoren, die das Einkommen beeinflussen

Mit der Steuer und den Sozialversicherungsbeiträgen sind aber noch nicht alle Posten auf dem Gehaltszettel geklärt.

Was gibt es noch?

  • Vermögenswirksame Leistungen: Die zusätzlich zum Arbeitslohn vom Arbeitgeber gezahlten vermögenswirksamen Leistungen, etwa Sparzulagen zum Bausparvertrag oder der Lebensversicherung, sind steuer- und sozialabgabenpflichtig. Die fälligen Steuern und Abgaben werden vom Lohn einbehalten, da die Beträge ungekürzt anzulegen sind.
  • Zusatzversorgung: Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge fördert der Staat die private Absicherung fürs Alter. Die Beiträge des Arbeitnehmers in eine Direktversicherung oder Pensionskasse sind bis zu einer gewissen Höhe steuer- und abgabenfrei, sie werden vom Arbeitgeber einbehalten und abgeführt. 
  • Dienstwagen oder sonstige geldwerten Vorteile: Erhält der Arbeitnehmer Extravergünstigungen zum Lohn, unterliegen diese ebenfalls der Steuerpflicht, sofern sie nicht unter die gesetzliche Freigrenze von 50 Euro im Monat fallen
  • Kinderfreibetrag: Das Existenzminimum von Kindern im Alter von 0 bis 25 Jahren ist verfassungsrechtlich von der Steuer freigestellt. Deswegen gibt es Freibeträge für Kinder: 5.460 € (2.730 € je Elternteil). Darüber hinaus gibt es noch einen Freibetrag für Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf der Kinder in Höhe von 2.928 Euro (1.464 Euro je Elternteil). Bei der Einkommensteuerveranlagung werden beide Freibeträge zusammengezogen. Eltern bekommen entweder Kindergeld oder die Freibeträge für Kinder bei der Einkommenssteuer. Das Finanzamt prüft im Rahmen der jährlichen Einkommensteuerveranlagung, ob für die Eltern die Freibeträge für Kinder oder das ausbezahlte Kindergeld günstiger ist. Diese Prüfung erfolgt automatisch und muss nicht extra beantragt werden.

Gehaltsrechner Online im Internet

Ganz schön kompliziert. Aber im Internet gibt es Hilfe: Das Netz bietet eine Reihe von Brutto-Netto-Gehaltsrechnern, mit denen du individuell dein Netto-Einkommen berechnen kannst. Zum Beispiel hier