• Rente steigt im Jahr 2022 massiv an - stärkste Renten-Erhöhung seit Jahrzehnten
  • Rentenerhöhung um bis zu 6,12 Prozent
  • Aber: Schlechte Nachrichten für Neurentner
  • Altersvorsorge: Reguläre Altersgrenze steigt 
  • Zuschuss für alle zur betrieblichen Altersvorsorge 

Es gibt im Jahr 2022 eine saftige Rentenerhöhung. Das hat das Bundeskabinett am 13. April 2022 beschlossen. Das ist aber nicht die einzige Änderung, auf die sich Rentner in diesem Jahr einstellen müssen. 

Rentenerhöhung 2022: Nach Nullrunde im vergangenen Jahr kommt endlich Rentenerhöhung

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat mit seinem Gesetzentwurf die Weichen für die konkrete Ausgestaltung der Rentenerhöhung im Juli gestellt. "Es wird nach all dem, was wir wissen, in diesem Jahr eine kräftige Rentenerhöhung geben", sagte Heil in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Genau das hat das Bundekabinett am 13. April 2022 beschlossen: Die Renten werden so kräftig steigen, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Im Westen steigen die Renten zum 1. Juli um 5,35 Prozent, im Osten um 6,12 Prozent. Im Osten ist es der stärkste Anstieg seit 1994, im Westen gab es seit 1983 keine solche Erhöhung mehr.

Den Nachholfaktor bezeichnete der Minister als Ausgleich dafür, "dass es im Jahr 2021 trotz Corona-Einbruch keine Rentenkürzung gab". Tatsächlich hatte eine geltende Rentengarantie vergangenes Jahr für eine Nullrunde gesorgt. Die Rentenentwicklung folge weiterhin im Grundsatz der Lohnentwicklung, betonte Heil.

Eine schlechte Nachricht für Rentner kommt von der Deutschen Rentenversicherung. Denn auch wenn es manche positiven Renten-Änderungen im Jahr 2022 gibt - eine Neuerung ist besonders bitter für Neurentner: Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt für sie um einen weiteren Punkt - von 81 auf 82 Prozent. Was konkret bedeutet, dass nur noch 18 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei bleibt. Wir geben einen Überblick der wichtigsten Neuerungen 2022 für Rentner - und blicken auf die offenen Fragen, denen sich die neue Bundesregierung in den kommenden Monaten in Sachen Rente stellen muss. Auch bei der Grundrente tut sich etwas: Im Jahr 2022 soll der Anspruch aller Rentner*innen geprüft werden.

Besonders bitter für Neurenter: Sie müssen ihre Rente höher versteuern

Wer 2022 in den Ruhestand geht, muss einen höheren Anteil seiner Rente versteuern.

Seit Januar 2022 ist der steuerpflichtige Rentenanteil von 81 auf 82 Prozent gestiegen. Somit bleiben nur 18 Prozent der ersten vollen Bruttojahresrente steuerfrei.

Bei Bestandsrenten bleibt der festgesetzte steuerfreie Rentenbetrag bestehen.

Altersvorsorge: Reguläre Altersgrenze weiter gestiegen

Die Altersgrenze für die reguläre Altersrente ist mit Beginn des Jahres auf 65 Jahre und elf Monate gestiegen.

Das gilt für Versicherte, die 1957 geboren wurden und im  Jahr 2022 65 Jahre alt werden.

Für diejenigen, die später geboren wurden, erhöht sich das Eintrittsalter weiter. 2031 ist die reguläre Altersgrenze von 67 Jahren erreicht.

Abschlagsfreie "Rente ab 63": Altersgrenze steigt für besonders langjährig Versicherte 

Bei der abschlagsfreien "Rente ab 63" für besonders langjährig Versicherte steigt die Altersgrenze für 1959 Geborene auf 64 Jahre und zwei Monate.

Für diejenigen, die später geboren wurden, erhöht sich das Eintrittsalter weiter, bis 2029 dann die Altersgrenze von 65 Jahren erreicht sein wird.

Die Altersrente für besonders langjährig Versicherte kann in Anspruch nehmen, wer mindestens 45 Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert war.

Erwerbsminderungsrente: bessere Absicherung durch Zurechnungszeit

Die Höhe der Erwerbsminderungsrente berechnet sich aus den bisher zurückgelegten Versicherungszeiten. Zusätzlich werden erwerbsgeminderte Menschen durch eine sogenannte Zurechnungszeit so gestellt, als hätten sie mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen weiter gearbeitet und Beiträge gezahlt. Dadurch erhalten sie eine höhere Rente. Seit 2019 wird die Länge der Zurechnungszeit an das reguläre Rentenalter angepasst. Endete die Zurechnungszeit bei einem Beginn der Rente in 2021 mit 65 Jahren und zehn Monaten, so endet diese bei einem Beginn der Rente in 2022 mit 65 Jahren und elf Monaten.

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Beitragsbemessungsgrenze: Weitere Angleichung von neuen und alten Bundesländern 

Die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung sinkt in den alten Bundesländern von monatlich 7100 auf 7050 Euro und steigt in den neuen Bundesländern von monatlich 6700 auf 6750 Euro.

Sie bestimmt den Höchstbetrag, bis zu dem Arbeitseinkommen bei der Berechnung des Rentenversicherungsbeitrags berücksichtigt wird. Für darüber hinausgehendes Einkommen werden keine Beiträge gezahlt.

Freiwillige Versicherung: Höchstbeitrag sinkt

Der Höchstbetrag zur freiwilligen Versicherung für das Jahr 2022 sinkt in den alten und neuen Bundesländern von 1320,60 Euro auf 1311,30 Euro im Monat. Der Mindestbeitrag zur freiwilligen Versicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung ab dem 1. Januar 2022 beträgt weiterhin 83,70 Euro monatlich. Freiwillige Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung können alle zahlen, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben und mindestens 16 Jahre alt sind. Sie dürfen allerdings nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sein. Ausgeschlossen von der Möglichkeit sind auch Versicherte, die die reguläre Altersgrenze erreicht haben und eine volle Altersrente beziehen.

Betriebliche Alters­vorsorge: Zuschuss für alle

Bereits seit 2019 bekommen Arbeitnehme­r*innen, die einen neuen Vertrag zur betrieblichen Alters­vorsorge abschließen, 15 Prozent Zuschuss von ihrem Arbeit­gebenden. Ab 2022 muss dieser auch für Altverträge gezahlt werden. Darauf weist die Stiftung Warentest hin.

Den vollen Zuschuss erhält, wer unter­halb der Beitrags­bemessungs­grenze für die gesetzliche Kranken­versicherung verdient. Die liegt 2022 unver­ändert bei 58.050 Euro brutto. Bei höherem Verdienst darf die Firma den Zuschuss gleitend absenken. Gefördert werden Verträge für Direkt­versicherungen, bei Pensions­kassen und Pensions­fonds

Testphase für digitales Rentenportal - dann soll es an den Start gehen

Wie t-online.de berichtet hat der Bund im vergangenen Jahr beschlossen, eine digitale Rentenübersicht einzurichten. Ende 2022 soll eine Testphase starten, für die sich interessierte Rentner*innen registrieren können. Ein Jahr später, also Ende 2023. soll das Portal dann an den Start gehen und für alle verpflichtend werden. 

Grundsicherung im Alter: Regelsatz steigt minimal - um wenige Euro

Ab Januar 2022 erhalten alle, die auf Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderungen angewiesen sind, geringfüging mehr Geld. t-online.de zufolge steigt der Regelsatz für alleinstehende Erwachsene um drei Euro. Damit beträgt die Grundsicherung nun 449 Euro im Monat

Rente 2022 - bei diesen Punkten bleibt alles wie bisher:

Laut Mitteilung der Deutschen Rentenversicherung bleibt der Beitragssatz im Jahr 2022 unverändert, auch die im Zuge der Corona-Pandemie massiv gestiegene Hinzuverdienstgrenze bleibt zunächst erhalten.

  • Beitragssatz bleibt stabil: Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt seit 1. Januar 2022 weiterhin 18,6 Prozent in der allgemeinen Rentenversicherung.
  • Höhere Hinzuverdienstgrenze für vorzeitige Altersrenten bleibt: Auch 2022 bleibt die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogenen Altersrenten stabil bei 46.060 Euro. Jahreseinkünfte bis zu dieser Höhe führen somit nicht zur Kürzung einer vorgezogenen Altersrente. Ab 2023 gilt voraussichtlich wieder die ursprüngliche Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro pro Kalenderjahr. Für 2020 war die ursprüngliche Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro bereits auf 44.590 Euro erhöht worden. Der Gesetzgeber reagierte damit auf den durch die Covid-19-Pandemie gestiegenen Bedarf an medizinischem Personal und die durch Erkrankungen oder Quarantäneanordnungen ausgelösten Personalengpässe in anderen Wirtschaftsbereichen. Mit der Regelung soll die Weiterarbeit oder Wiederaufnahme einer Beschäftigung nach Renteneintritt erleichtert werden. Die Anhebung der Hinzuverdienstgrenze gilt für Neu- und Bestandsrentner. Keine Änderungen gibt es hingegen bei den Hinzuverdienstregelungen für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit und bei der Anrechnung von Einkommen auf Hinterbliebenenrenten.

Umstrittener Nachholfaktor - "Rentenkürzung durch Hintertür"

Der Wiedereinführung des Nachholfaktors zur Entlastung der Rentenkasse ist umstritten. Die Reaktion sind gespalten: Deutschlands Arbeitgeber begrüßten die Aktivierung des Nachholfaktors. Es gebe zwar schmale Renten, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger der Deutschen Presse-Agentur. "Aber die Wahrheit ist auch, dass es die bestversorgte Rentnergeneration ist, die dieses Land jemals hatte." Vorstandsmitglied Anja Piel von Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) hingegen kritisierte: "Wenn die Ampel-Koalition den Nachholfaktor reaktiviert, käme das einer Rentenkürzung durch die Hintertür gleich." Piel warnte vor einer weiteren Abkopplung der Renten von den Löhnen. Laut DGB dürften die Renten nach bisherigen Schätzungen ohnehin von 2020 bis 2025 langsamer steigen als die Löhne. Mit dem Nachholfaktor würden die Renten nach DGB-Berechnungen bis 2025 mit rund 12,4 Prozent sogar um fast vier Prozentpunkte langsamer steigen.

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Die Präsidentin der Deutschen Rentenversicherung, Gundula Roßbach, schlug vor, große Sprünge bei der Rentenanpassung wie in der Pandemie künftig zu vermeiden. "Hier wäre zu überlegen, ob man die Formel anpasst, so dass sie besser verständlich und transparenter wird und ein über die Jahre glatterer Verlauf der Rentenanpassungen ermöglicht wird", sagte sie der dpa. Wie die Rentenformel der Deutschen Rentenversicherung aktuell funktioniert, erklären wir hier.

Insgesamt zog Roßbach ein positives Renten-Fazit in der Krise. "Die Rentenversicherung ist bisher gut durch die Pandemie gekommen und hält für das neue Jahr positive Botschaften für die Menschen in Deutschland bereit", sagte die DRV-Präsidentin. Wichtig sei, dass auf Kurzarbeiter- und Arbeitslosengeld Beiträge gezahlt würden. "In Krisenzeiten entstehen den Versicherten so keine Lücken in ihrer Versicherungsbiografie." Die Pflichtbeiträge aus Erwerbstätigkeit liegen laut Roßbach 2021 voraussichtlich um 3,5 Prozent über Vorjahresniveau, die Rücklage der Rentenkasse liegt zum Jahresende voraussichtlich mit 1,55 Monatsausgaben deutlich im grünen Bereich.

Offene Fragen zur Rente: Mit diesen Baustellen muss sich die Bundesregierung befassen

Mit der nahenden Verrentung geburtenstarker Babyboomer-Jahrgänge rücken weitere Rentenpläne der neuen Bundesregierung in den Fokus.

"Kompletter Blindflug": Erneute Forderungen nach Rentenreform

Der Blick auf die demografischen Prognosen sorgt für Unruhe: Zahlreichere Ältere dürften in den kommenden Jahren auf weniger Einzahler in die Rentenkasse kommen. Arbeitgeberpräsident Dulger sieht Deutschland bei der Rente "in einem kompletten Blindflug" und forderte "ein Preisschild für unterlassene Reformen". Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sagte: "Wir brauchen eine strukturelle Rentenreform und nicht das, was im Koalitionsvertrag beschrieben ist." Er erinnerte an das Versprechen der Ampel, das Rentenniveau auf Dauer bei 48 Prozent zu sichern und das Eintrittsalter nicht weiter anzuheben. "Dann bleibt eigentlich nur übrig, die jüngeren Generationen mit höheren Beiträgen mehr zu belasten oder über den Bundeshaushalt noch mehr zu subventionieren", so Wollseifer. Weitere Wirtschaftsexperten haben kürzlich mit einem drastischem Vorschlag zur Rettung der Rente für Aufesehen gesorgt: Mehr und länger arbeiten - obendrein weniger Urlaub.

Mehr aktienbasierte Vorsorge

Die neue Bundesregierung will zur Stabilisierung in eine Kapitaldeckung der gesetzlichen Rente einsteigen mit einem Kapitalstock von zunächst zehn Milliarden Euro im neuen Jahr. Die private Vorsorge soll reformiert, die betriebliche gestärkt werden. Arbeitgeberpräsident Dulger fordert: "Wir müssen wegkommen von den heutigen Garantiezusagen und mehr aktienbasierte Vorsorge ermöglichen." Vieles an den Ampelplänen sei hier aber noch offen. Rentenpräsidentin Roßbach weist auf den zunächst begrenzten Umfang des geplanten Kapitalstocks hin. "Klar ist, dass zehn Milliarden Euro ein Beitrag sind, der die Finanzierung der Rentenversicherung nur in einer kleinen Weise flankieren kann. Wir haben einen jährlichen Haushalt von 340 Milliarden Euro." Laut Roßbach sei unter anderem offen, wer wann in welchem Umfang von diesem Kapitalstock profitieren solle, wie lange er zu welchen Risiken angelegt werden solle und ob das Kapital dem Einzelnen oder der Gesamtheit in der Rentenversicherung nutzen solle.

Sie lenkt den Blick nach Norden: "Wenn wir nach Schweden blicken, sehen wir ein Beispiel für einen anlagenbasierten Anteil der Alterssicherung." Hier würden für den Einzelnen Anwartschaften aufgebaut, die außerhalb der eigentlichen Rentenversicherung gebildet werden. Beiträge für die Fondsanlage erhalte man vom Finanzamt zurück.

Armutsrisiko Selbständigkeit

Optimistisch ist Roßbach nach eigenen Angaben, dass die neue Regierung die angekündigte Absicherung der Selbständigen durch Einbeziehung in die gesetzliche Rente realisiert. Doch auch hier dürfte es noch Diskussionen geben. "Offen ist etwa noch, welche Selbständigen einbezogen werden sollen, ab welchem Alter und wie das geplante Opt-Out aussehen soll", sagte Roßbach. Denn Selbständige sollen alternativ private Vorsorge wählen können.

Nachbesserung bei privater Altersvorsorge

Auch am Riester-Modell zur Altersvorsorge gibt es viel Kritik. Verbraucherschützer haben auf den Reformwillen der neuen Regierung gesetzt - und sind jetzt heftig enttäuscht. "Die Riester-Rente ist nicht zukunftsfähig und braucht mit einem guten Bestandsschutz tatsächlich eine Neuregelung", sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur. Die im Koalitionsvertrag festgehaltenen Pläne von SPD, Grünen und FDP dazu seien aber enttäuschend. "An dieser Stelle hat die Koalition nicht das geliefert, was sie hätte liefern können", kritisierte Müller.

Eigentlich hätten alle drei Parteien vor der Bundestagswahl erkannt, dass das jetzige System der Riester-Rente viel zu sehr den Versicherern und viel zu wenig den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern nütze, sagte der Verbraucherschützer. Im Koalitionsvertrag stünden statt echter Reformen trotzdem lediglich Prüfaufträge. "Das ist enttäuschend, und das ist zu wenig. Und ich bin sicher, das geht bei der Ampel deutlich besser", kritisierte Müller. Tatsächlich nehmen sich SPD, FDP und Grüne im Koalitionsvertrag vor, das Angebot eines öffentlich verantworteten Fonds zur privaten Altersvorsorge zu prüfen. Gleichzeitig soll die Anerkennung privater Anlageprodukte mit höheren Renditen als Riester überdacht werden. Für laufende Riester-Verträge ist ein Bestandschutz vereinbart.

Die Arbeitnehmer brauchten ein einfaches, renditestarkes und kostenarmes Altersvorsorge-Produkt, betonte Müller. In anderen Ländern seien in den vergangenen Jahren mit öffentlich organisierten Vorsorgefonds auf Aktienbasis wesentlich bessere Renditen erzielt worden als mit dem versicherungsgestützten Modell der Riester-Rente. Ein öffentlich organisierter Fonds sei das richtige Modell. "Es ist einfacher, es ist renditestärker, es ist kostenärmer." Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD), Finanzminister Christian Lindner (FDP) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) müssten sich zusammensetzen und die Arbeitnehmer in den Mittelpunkt stellen. Bei der privaten Altersvorsorge sei der Handlungsbedarf deutlich größer als etwa bei der betrieblichen Altersvorsorge oder bei der gesetzlichen Rente, die trotz ihres angeschlagenen Images für viele Menschen eine sehr wertvolle Absicherung sei.

Doppelbesteuerung von Renten vermeiden

Die Besteuerung der Renten in Deutschland ist schon lange ein Streitthema. Seit 2005 müssen Rentner Steuern auf ihre Rente zahlen, im Gegenzug können Arbeitnehmer ihre Rentenbeiträge steuerlich absetzen, erklärt t-online.de. Strittig ist insbesondere die konkrete Ausgestaltung der Übergangsphase für die neue Regelung, die noch bis 2040 läuft. In dieser Zeit steigt schrittweise die Besteuerung der ausgezahlten Rente, während die Steuerlast auf Rentenbeiträge während des Arbeitslebens sinkt.

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Nach derzeitgem Plan werden die Beiträge zur Rentenkasse ab 2025 vollständig steuerbefreit sein, die ausbezahlten Renten müssen ab 2040 voll versteuert werden. Doch die Beiträge werden zuvor nur 15 Jahre lang voll absetzbar sein. Kritiker bemängeln, dass es dadurch in bestimmten Fällen, vor allem in künftigen Rentenjahrgängen, zu einer doppelten Besteuerung der Rente kommen könnte. "Eine doppelte Besteuerung liegt immer dann vor, wenn die Beiträge aus versteuertem Einkommen in Summe höher sind als der steuerfreie Anteil der Rente multipliziert mit der Lebenserwartung", wird Hans-Ulrich Liebern, Leiter der Steuerabteilung beim Bund der Steuerzahler NRW, von t-online.de zitiert.

Die Bundesregierung steht unter Zugzwang: Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass die Rentenbesteuerung anders berechnet werden muss. Es wäre verfassungswidrig, wenn spätere Rentnerjahrgänge von einer doppelten Besteuerung ihrer Renten betroffen wärden. Deshalb müsse die Rentensteuerformel geändert werden.

Auch interessant: Wissen, wieviel Geld man im Ruhestand bekommt - so funktionieren die "Rentenrechner".

mit Material von dpa


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