Die sogenannte Button-Lösung schützt vor Kostenfallen im Netz, weil Händler Schaltflächen für kostenpflichtige Bestellungen eindeutig beschriften müssen. Und Anbieter von Call-by-Call-Diensten sind künftig verpflichtet, vor jedem Telefonat den gerade gültigen Tarif durchzusagen.

Beim Telefonieren über Call-by-Call wählt der Nutzer vor der gewünschten Rufnummer eine Vorwahl und telefoniert so zu teils deutlich niedrigeren Preisen. Welches Angebot das günstigste ist, ändert sich je nach Wochentag und Tageszeit. Die neue Tarifansage hilft dabei, Kostenfallen zu umgehen: Steigen oder sinken die Gebühren während des Telefonats, muss der Anbieter auch darauf hinweisen.

Die verschiedenen Tarife funktionieren alle ein wenig anders, warnt das Telekommunikationsportal "Teltarif.de": So erhebt mancher zum Beispiel ein einmaliges Verbindungsentgelt. Andere rechnen nicht alle 60 Sekunden, sondern im Fünf-Minuten-Takt ab. So werden kurze Telefonate plötzlich vergleichsweise teuer. Außerdem schreibt die Pflicht zur Tarifansage nicht vor, ob die Preise in Euro oder Cent durchgegeben werden müssen.

Bei der neuen Button-Lösung ist dagegen exakt vorgegeben, wie ein Button zum Abschicken einer Bestellung beschriftet sein muss. Zulässig sind zum Beispiel die Formulierungen "Kostenpflichtig bestellen" oder "Kaufen". Nicht ausreichend sind Begriffe wie "Anmelden", "Weiter" oder "Bestellen".

"Der Händler muss im Zweifelfall nachweisen können, dass er die gesetzlichen Verpflichtungen umgesetzt hat", erklärt Thomas Bradler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Kann er das nicht, ist der Kauf im Zweifelsfall ungültig. Kostenfallen-Betreiber können so nicht mehr einfach behaupten, dass ihre Opfer einem teuren Abo zugestimmt haben.

Gleichzeitig gilt auch eine neue Informationspflicht: Unmittelbar vor der Abgabe einer Bestellung muss der Händler noch einmal alle ihre Bestandteile aufführen, erklärt der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Das sind neben allen Details zur Ware oder Dienstleistung vor allem der Preis inklusive Steuern, Gebühren und Versandkosten. Geht es um ein Abo oder einen Vertrag, gehört außerdem die Mindestlaufzeit dazu. dpa