Weihnachten geht auch ohne Konsumschlacht, der BUND Naturschutz (BN) gibt Umwelt-Tipps nach dem Motto: "Weniger ist Mehr". Wer will, rückt das Ideele in den Vordergrund. Selbst Gedichtetes oder Gebackenes, eine selbst zusammengestellte CD­ oder Rezeptsammlung, Kulturelles und Praktisches wie ein Konzertabonnement, eine Monatskarte oder ein Wartungsgutschein fürs Fahrrad - all das ist sehr persönlich und freut auch die Umwelt. "Wir sollten gerade an Weihnachten darüber nachdenken, ob wir Geschenke auf den letzten Drücker über den Versandhandel bestellen wollen", so Martin Geilhufe, Landesbeauftragter des BN.

"Denn die zunehmenden Internetbestellungen führen nicht nur zu mehr Verkehr und Flächenverbrauch für riesige Logistikzentren, sie sind eine Konkurrenz für den regionalen Einzelhandel und vergrößern den Billiglohnsektor und damit die Armut", so Geilhufe weiter. Der BN appelliert zu Weihnachten, nicht dem Konsumrausch zu verfallen und beim Schenken auch an die Umwelt und soziale Gerechtigkeit zu denken.

Manche Weihnachtsgeschenke wie Spielsachen oder elektronische Geräte sind unvermeidbar stofflicher Natur. Um den Kauf dieser Geschenke möglichst ökologisch zu gestalten, sollte man darauf achten, nur und passende, qualitativ hochwertige Dinge zu erwerben. Eine große Hilfe, um umweltfreundliche Geschenke auszumachen, sind Umweltlabels wie der Blaue Engel oder das FSC­Siegel. Wenn es denn ein Festtagsbraten sein soll, sollte man besonders auf die Herkunft des Fleisches achten.

Rindfleisch aus regionaler Weidehaltung, Lamm vom Schäfer aus Naturschutzprojekten, Wild aus heimischen Wäldern vom Jäger aus der Nachbarschaft oder dem nächstgelegenen BaySF-Forstbetrieb und natürlich Biofleisch sind nachhaltiger und besser als Fleisch aus einem Massentierhaltungsstall. Und natürlich kann man seine Lieben auch mit einem vegetarischen Menü beglücken.

Auf Zutaten achten

Biozutaten zum Weihnachtsmenü und auch schon beim Plätzchen und Stollen backen sind klimaschonender erzeugt. Ökolandbau erspart dem Boden und dem Wasser den Pestizideinsatz.

Die Tiere haben Auslauf und mehr Platz im Stall, sie erhalten biologisch angebautes Futter. Das ist auch an der Qualität der Milch messbar und der Braten schrumpft nicht bei der Zubereitung.

Viele Milchbauern stehen auf der Warteliste der Molkereien um auf Bioanbau umzustellen, der Markt wächst derzeitig langsamer als die Umstellungsbereitschaft der Landwirte. Wer Milchprodukten mit dem Label "Ohne Gentechnik" verwendet, geht sicher, dass bei der Butter für die Weihnachtsplätzchen, die Kühe nicht mit gentechnisch verändertem Soja aus Übersee gefüttert worden sind.

Fair gehandelte Bio-Zutaten machen das Weihnachtsgebäck zu einem besonderen Genuss. Egal ob Nüsse, Zucker oder Schokolade: Weltladen und auch manche Supermärkte halten ein reiches Angebot von Fairtrade-Waren, meist biologisch angebaut, bereit. Einen Überblick über Fairtrade Siegel bietet die Seite des Bundeszentrums für Ernährung: www.bzfe.de/fair-trade-1885.html. Rund 30 Millionen Weihnachtsbäume zieren an Weihnachten die deutschen Wohnzimmer, rund 90 Prozent kommen auch aus Deutschland - allerdings meistens aus eigens angelegten Weihnachtsbaumkulturen.

Auf den Plantagen wird laut NABU (Naturschutzbund Deutschland) in der Regel kräftig gespritzt und gedüngt: Insektizide gegen Rüsselkäfer und Läuse, Herbizide gegen konkurrierendes Gewächs und Mineraldünger für einen gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln. Der NABU empfiehlt deshalb den Kauf von heimischen Fichten, Kiefern oder Tannen, die auf sogenannten Sonderflächen unter Strom- oder auf Leitungstrassen wachsen.

Beim Förster fragen

Die Flächen sind Teil der regionalen Forstbetriebe und bei Interesse kann man einfach beim Förster oder Forstamt nachfragen. Die dort gekauften Weihnachtsbäume sind eine gute Alternative zu stark gespritzten und gedüngten Weihnachtsbaumplantagen. Auch der kurze Transportweg wirkt sich positiv auf die Ökobilanz der Bäume aus und sie können ohne schlechtes Gewissen gekauft werden. Oft gibt es auch Aktionen, bei denen man den Baum selbst aussuchen und absägen kann: ein Naturerlebnis für Groß und Klein.

Noch besser, aber schwerer zu finden, sind regionale Weihnachtsbäume aus ökologisch bewirtschafteten Weihnachtsbaumkulturen, die man an dem FSC-, Naturland- oder Bioland-Siegel erkennt. Während Bioprodukte im Nahrungsmittelsektor aus den Produktpaletten nicht mehr wegzudenken sind, fristet der ökologische Weihnachtsbaumanbau noch ein Schattendasein.

Im ökologischen Weihnachtsbaumanbau werden die zur Neupflanzung vorgesehenen Flächen nicht mit Herbiziden kahlgespritzt, sondern mechanisch von Aufwuchs befreit. Schafe halten die Gräser zwischen den Bäumchen kurz, weil sie durch ihr wählerisches Fressverhalten die Weihnachtsbäume nicht gefährden. Im Gegenteil, ihre Ausscheidungen sorgen sogar für zusätzliche Düngung. Und gerade weil im Biolandbau keine Pestizide eingesetzt werden, überleben auch die nützlichen Insekten, die in der Lage sind, einem Schädlingsbefall wirksam etwas entgegen zu setzen. Totalverluste wie in konventionellen Weihnachtsbaumkulturen gibt es daher im Ökoanbau nicht.

Wer seinen Weihnachtsbaum natürlich schmücken möchte, greift zu Dekoration aus Nüssen, Holz, Stoffbändern, Papier, Stroh oder Bienenwachs. Auch Essbares wie Plätzchen oder Obst steht dem Weihnachtsbaum gut. Schnee- oder Glitzersprays hingegen sollten nicht auf Weihnachtsbäumen landen, da Glitzer häufig aus PET besteht und sich dieses Mikroplastik in der Umwelt nur sehr langsam abbaut. Außerdem können Tannen mit Glitzerspray nicht kompostiert werden. Den passenden Christbaumschmuck kann man an einem gemütlichen Nachmittag selbst herstellen. Für umweltfreundlichen Baumschmuck kann man zum Beispiel Papiersterne basteln, Anhänger aus Salzgebäck ausstechen und bemalen, Zapfen, Samen und Früchte von Bäumen und Sträuchern oder selbstgemalte Engel verwenden. BUND/NABU