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Familie

Studie der Uni Bamberg zeigt: Schwangerschaft ist "ansteckend"

Ist Schwangerschaft ansteckend? Familienforscher der Uni Bamberg kamen auf der Suche nach einer Antwort auf diese Frage zu einem spannenden Ergebnis.
Vom Kinderwunsch der Kollegen oder Geschwister angesteckt: Eine Studie hat Zusammenhänge zwischen dem sozialen Umfeld und der Fertilität erkannt. Symbolfoto: Pexels

Eine Studie der Otto-Friedrich-Universität Bamberg hat untersucht, inwieweit die sozialen Kontakte Auswirkungen auf die Fertilität, also die Fruchtbarkeit, haben. Die Forscher sind der Frage nachgegangen, wie stark soziale Kontakte und das Familienumfeld Einfluss darauf haben, ob ein Paar ein Kind bekommt.

Die Ergebnisse sind spannend: Denn zum ersten Mal konnten die Wissenschaftler des Staatsinstituts für Familienforschung (ifb) in Bamberg netzwerkübergreifende Effekte feststellen. Für die Studie "Familie, Firmen und Fertilität: Eine Studie über soziale Interaktionseffekte", werteten die Forscher Daten mit Angaben über Geschwister und Arbeitgeber aus.

Professorin Henriette Engelhardt-Wölfler von der Universität Bamberg erklärt: "Mit den Daten konnten wir zeigen: Es ist wahrscheinlicher, ein Kind zu bekommen, wenn Geschwister, Kolleginnen und Kollegen eines bekommen."

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Wenn alle im sozialen Umfeld schwanger werden

Besonders spannend sind die erkannten sogenannten "Spill-Over-Effekte": So beeinflusst ein Mensch, der von seinen Kollegen mit dem Kinderwunsch angesteckt wird, etwa seine Geschwister. Diese wiederum stecken dann ihrerseits Kollegen damit an.

In einer Art Kettenreaktion setzt sich dies immerzu fort. Welche Mechanismen hier wirken, ließ sich anhand der Daten allerdings nicht herausfinden.

Allerdings zeigte sich durch die Studie: Hat ein Mensch das Gefühl, dass um ihn herum gerade alle schwanger werden, so lässt sich dies mit den Interaktionseffekten erklären.