Das Testament ist meist das Letzte, was die Angehörigen eines Verstorbenen zu lesen bekommen. Und es erfüllt einen wichtigen Zweck. Regelt es doch die Handhabung sowie Weitergabe des Besitzes an den Ehepartner, die Kinder, die Verwandtschaft. Alle Fallstricke, Hinweise und Tipps dazu hat die Jura-Expertin Britta Beate Schön von Finanztip.de zusammengestellt. Daraus geht hervor: Grundsätzlich wäre der Nachlass auch durch die sogenannte gesetzliche Erbfolge geregelt.

Das bedeutet: Bei verheirateten Paaren mit Kindern gelten der Partner und der Nachwuchs als Erbengemeinschaft. Damit werden diese vor dem Gesetz anders behandelt. Die hinterlassenen Wertbestände würden hier zu gleichen Teilen unter den Erben aufgeteilt werden. 

Testament schreiben: Das müssen Sie beachten

Soll jedoch genau bestimmt werden, wer welche Hinterlassenschaften bekommen soll, führt kein Weg an einem Testament vorbei. Ist man beispielsweise nicht mit der gesetzlichen Erbfolge d’accord, kann man damit genau entscheiden, wer als Erbe eingesetzt, und wer womöglich enterbt werden soll. 

Aber es lauern auch Fallstricke, die mit den Hinterlassenschaften einhergehen. Beispielsweise die Erbschaftsteuer. Die wird für Ehe- und Lebenspartner ab einem Erbe mit einem Geldwert von etwa 500.000 Euro fällig. Bis zu 400.000 Euro geldwertes Erbe ist für Kinder des Verstorbenen steuerfrei. Bei Enkelkindern wird ab einem übersteigen des Wertes von 200.000 Euro eine entsprechende Steuer fällig. Sollen Gegenstände an einen außenstehenden Menschen vererbt werden, werden ab einem Wert von 20.000 Euro Erbsteuern fällig. 

Aber auch abseits der Steuern gilt es einiges zu beachten, um das Testament rechtsgültig zu verfassen. Ganz wichtig: Der letzte Schrieb sollte mit „Mein letzter Wille“ oder „Testament“ beginnen. Außerdem muss der gesamte Text handschriftlich verfasst werden. Es genügt nicht etwa, einen Schrieb auf dem Computer aufzusetzen und dann zu unterschreiben. Es muss für eine rechtssichere Absicherung klar ersichtlich sein, dass die formulierten Absichten auch tatsächlich "aus der Feder" des Verstorbenen stammen. Nur so ist die Echtheit aufgrund der Individualität der eigenen Handschrift überprüfbar. Auch eine Erklärung, wann und wo man beschlossen hat, die letzten Gedanken schriftlich festzuhalten, muss in dem Testament hinterlegt werden. 

Testament richtig schreiben: Es muss ein Erbe benannt werden

Außerdem muss das Testament, sollte es mehrere Seiten umfassen, auf jeder Seite unten rechts handschriftlich signiert sein. Selbstverständlich auch nach dem letzten Satz.

Soll jedoch der Nachlass von mehreren Immobilien geregelt werden, oder aber unter einer Patchwork-Familie aufgeteilt werden, dann sollte zumindest eine Beratung und ein öffentliches Testament in Erwägung gezogen werden. Das passiert in Absprache mit einem Notar. 

Inhaltlich sollte vor allem ein verbindlicher Erbe festgelegt werden. Der gilt dann vor Gericht als ihr gültiger Rechtsnachfolger und übernimmt alle Schulden und Vermögenswerte, die sich im Laufe des Lebens angesammelt haben. Zudem muss sich der eingesetzte Erbe auch um die Beerdigung kümmern. 

Weiter ist der verbindliche Erbe verpflichtet, alle im Testament berücksichtigten Personen zu kontaktieren und ihnen das angedachte Erbe zukommen zu lassen. Zu guter Letzt sollte man sichergehen, dass der letzte Wille auch gefunden wird. Dazu sollten mindestens zwei Angehörige über den Ablageort informiert, oder der Schrieb im nächsten Amtsgericht des Wohnortes hinterlegt werden.