Vergiftungen bei Hunden sind unter Tierbesitzern sehr gefürchtet und leider auch nicht selten: In Tierarztpraxen werden immer wieder Vierbeiner mit Verdacht auf Intoxikationen vorgestellt. Der Nachweis eines Giftstoffes ohne genauen Verdacht ist sehr teuer und wird in der Regel nicht durchgeführt. Klar ist: Gezielte Vergiftungen durch böswillige Nachbarn oder Hundehasser sind viel seltener als gemeinhin angenommen wird.
Die Gefahren lauern oft ganz in der Nähe. Nicht wenige Tiere vergiften sich im häuslichen Umfeld mit Haushaltsreinigern, Giftpflanzen, Frostschutzmitteln oder ganz simpel mit für Hunde giftigen Lebensmitteln wie beispielsweise Schokolade. Freilaufende Vierbeiner können sich überall durch verschiedenartigsten Müll, Kompostbestandteile oder Tierkadaver den Magen verderben.
Verdorbene Essensreste und vergammeltes Fleisch können eine Vielzahl an Keimen enthalten, die nicht nur beim Menschen, sondern auch bei

seinem treuen Begleiter zu einer Vergiftung führen können. Staphylokokken, Clostridien und Schimmelpilze produzieren toxische Stoffe, die den Organismus schädigen. Erreger wie Salmonellen hingegen können zu schwerwiegenden Infektionen führen.


Erbrechen und Durchfall

Eine Vergiftung zeigt sich häufig durch Erbrechen, oft begleitet von wässrigem Durchfall. In den meisten Fällen kommt es, so das Deutsche Grüne Kreuz, innerhalb von 24 Stunden zu einer Verbesserung der Symptome. Die Therapie ist dann einfach und beruht im Wesentlichen auf der Vermeidung von allzu großem Wasserverlust. Der Hund darf etwa 12 bis 24 Stunden nichts fressen, denn die Futteraufnahme löst, auch wenn das Tier hungrig ist, weiteren Brechreiz aus. Diese so genannte Nahrungskarenz gibt dem Körper die Möglichkeit, den gereizten Magendarmtrakt zu beruhigen.

Wasser sollte natürlich zur Verfügung stehen.
Falls der Nahrungsentzug alleine den Brechreiz nicht beruhigen kann, das Tier apathisch wirkt oder neurologischen Symptome wie Krämpfe oder Störungen der Bewegungskoordination zeigt, lautet die Empfehlung des Grünen Kreuzes, unverzüglich den Tierarzt aufsuchen. Durch entsprechende Medikamente wird das Erbrechen unterbunden. Und,wie beim Menschen auch müssen zu starke Flüssigkeitsverluste mit Infusionen ausgeglichen werden. Ist der Brechreiz überwunden, darf der Vierbeiner wieder fressen - am besten leicht Verdauliches, wie beispielsweise gekochtes Huhn mit Reis.


Vergiftungen vorbeugen

Senken Sie das Risiko für "hausgemachte" Vergiftungen.

Weintrauben, Rosinen, Macadamianüsse, Koffein, Süßstoff und Schokolade sind für Hunde giftig und dürfen daher nicht für die Tiere erreichbar sein oder gar angeboten werden. Auch vermeintlich harmlose Medikamente wie Aspirin, Paracetamol oder Teebaumöl wirken bei Hunden toxisch. Grundsätzlich sollte man sich mit "Fellnasen" im Haushalt verhalten wie mit einem kleinen Kind: Medikamente, Putz- und Reinigungsmittel oder Gartenchemie müssen aus der Reichweite des Vierbeiners verbannt werden. Bringen Sie Ihrem Hund bei, beim Spazierengehen kein "gefundenes Fressen" aufzunehmen bzw. es auf Zuruf wieder fallen zu lassen. Das ist bei einigen Hunden sicherlich schwierig, aber mit Konsequenz doch erreichbar.
Bei Verdacht auf eine Vergiftung so schnell wie möglich einen Tierarzt telefonisch kontaktieren und das Tier dann unverzüglich in die Praxis bringen! Wenn möglich, die Substanz, die das Tier aufgenommen hat oder Erbrochenes sichern und mit zum Tierarzt nehmen.