• Schmerzfrei Fahrrad fahren: Welche Rolle spielt der Fahrstil?
  • Wie kann man seinen Körperbau messen?
  • Was ist besser: Ein weicher oder ein harter Sattel?
  • Welche unterschiedlichen Sättel gibt es?

Nach Zahlen des Bundesverkehrsministeriums (BMVI) strampeln Deutschlands Radler rund 112 Millionen Kilometer pro Tag - das ist eine Menge. Um die Strecken komfortabel zu fahren, spielt laut Pressedienst Fahrrad (pd-f) der Sattel die Hauptrolle. Beim Kauf solltest du einiges beachten, auch was deine individuellen Ansprüche betrifft. Wir erklären dir, worauf es bei deinem Fahrradsattel ankommt.

Beim Sattel kaufen eigenen Fahrstil beachten

Das wesentliche Kriterium bei der Sattelwahl ist laut pd-f der Fahrstil. Je nach Rückenneigung und Sitzposition variiert der Druck auf Gesäß und Sattel. Bei sportlich-vorgebeugter Fahrweise berühren die Sitzknochen den Sattel weiter vorne, was eine schmalere Sattelform erlaubt beziehungsweise nötig macht.

Deshalb gilt grob die Regel: Je aufrechter die Sitzposition, desto breiter der Sattel. Während also Rennradfahrer lieber zum schmaleren greifen, wählen City-Biker ein breiteres Modell. Lese-Tipp: Was Fahrradfahr*innen am Zebrastreifen dürfen, erklären wir dir in unserem Artikel. 

Was den Fahrstil betrifft, gibt es auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Bei sportlicher Fahrweise sitzen Frauen in der Regel stärker auf dem Genitalbereich, während bei Männern der Druck auf dem sensiblen Dammbereich liegt. Der Damm des Menschen liegt zwischen Gesäß und Genitalien. Obwohl sich viele Männer und Frauen nicht mit geschlechtsspezifischen Modellen befassen, differenzieren Hersteller wie Ergon bei sportlichen Satteln

Richtiger Sitzknochenabstand und Sattelhärte für angenehmes Radeln

Der zweite wesentliche Faktor für den richtigen Sattel ist der Sitzknochenabstand. Er entscheidet über die passende Breite. Sattelmodelle werden meist in zwei oder drei unterschiedlichen Größen angeboten. Das ist wichtig, damit die druckausgleichenden Gelpolster der Sattel passend unter den Sitzknochen liegen und so für optimale Entlastung sorgen.

Der Sitzknochenabstand wird im Fachhandel anhand einer Messvorrichtung bestimmt. Dafür bieten viele Sattelhersteller spezielle Messsysteme an, mit deren Hilfe in wenigen Sekunden der passende Abstand bestimmt werden kann, was für den Alltagsbereich ausreichend ist. Auch Online-Tools können helfen, die richtige Sattelgröße zu ermitteln. 

Dass der Sattel möglichst weich sein soll, ist ein weit verbreiteter Irrtum. Denn man sollte nicht zu weich sitzen. Durch den Sitzdruck wird weiches Sattelmaterial aus der Druckzone an deren Ränder verschoben und bildet dort Wülste, die Schmerzen verursachen. Gerade für längere Radtouren ist ein möglichst harter Sattel zu empfehlen. Diesen sollte man aber vor der Tour eine Zeitlang "einfahren", denn er braucht eine gewissen Eingewöhnungsphase. Lese-Empfehlung: Ist es erlaubt, beim Fahrradfahren Kopfhörer zu tragen? Das verraten wir dir in unserem Artikel. 

Auf den Sattelaufbau achten

Die Auswahl an Sätteln ist sehr groß und bietet viele unterschiedliche Möglichkeiten. Ausführungen mit Aussparung können beispielsweise für mehr Entlastung sorgen, wenn man Probleme im Genital- oder Dammbereich hat. Die Entlastungskanäle sind dabei so gestaltet, dass sie je nach Sitzposition und Sitzknochenabstand Beschwerden vorbeugen.

Auch Sättel mit Gel-Pads können das Wohlbefinden während des Radfahrens stärken. Diese sorgen für eine bessere Druckverteilung. Empfehlung: Eine große Auswahl an Fahrradsätteln findest du bei Amazon.*

Sättel mit Doppelschalenkonstruktion sorgen ebenfalls für die richtige Ergonomie. Sie bestehen aus zwei Schalen - eine steife an der Unterseite und eine zweite, flexiblere. Zwischen den beiden Sattelschalen liegt ein ergonomischer Kern, der die Beckenbewegungen beim Treten unterstützt und so für mehr Komfort sorgt. Vibrationen werden besser gedämpft und mehr Druck von den Sitzknochen genommen. Ebenfalls lesenswert: Welche günstigen Fahrrad-Leuchten Stiftung Warentest überzeugen, erfährst du in unserem Artikel. 

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