Anfang des Jahres fuhren bereits rund 83.200 elektrisch betriebene Autos auf deutschen Straßen und die Zahlen steigen stetig. Elektroautos bedeuten Mobilität der Zukunft und gelten als eine Möglichkeit, die negativen Folgen des Autoverkehrs zu vermindern. Doch was genau macht E-Autos so klimafreundlich? Was sollten interessierte Käufer bei der Erstanschaffung beachten und welche Fördermittel stellt der Staat für eine solche Investition zur Verfügung?

Emissionsfreies Fahren

Der größte Unterschied zwischen einem Elektroauto und einem Fahrzeug mit Verbrennungsmotor ist der verursachte Ausstoß von Kohlendioxid (CO2). Dieser beläuft sich bei E-Autos auf null, da die Fahrzeuge mit Strom betankt werden. Abgasvorschriften der Bundesregierung sowie der technische Fortschritt haben die Klimabelastung durch CO2-Ausstoß pro gefahrenem Kilometer seit 1995 zwar deutlich verringert, durch das gesteigerte Verkehrsaufkommen wird dieser Fortschritt allerdings teilweise wieder umgekehrt. Die emissionsfreien E-Autos tragen positiv zur CO2-Bilanz des Pkw-Verkehrs bei und gelten deshalb als klimafreundlich.

Ganz ohne Kohlendioxidemissionen kommen auch E-Autos nicht aus. Bei der Produktion der Autos sowie bei der Erzeugung des Stroms, mit dem diese betrieben werden, fallen ebenfalls Treibhausgase an. Da für den Klimawandel nicht relevant ist, wo die Emissionen entstehen, sondern wie groß diese insgesamt sind, müssen auch diese Faktoren bei der Beurteilung der Klimafreundlichkeit von E-Autos einbezogen werden. Dies geschieht mit Hilfe einer Umweltbilanz. Bei dieser Betrachtungsweise wird der gesamte Lebensweg eines Fahrzeugs berücksichtigt. So werden alle CO2-Emissionen gemessen, die während der Herstellung, des Betriebs, der Wartung und der Entsorgung des Autos anfallen. Das Bundesministerium für Umwelt, Natur, Bau und Reaktorsicherheit hat ein durchschnittliches Fahrzeug mit Verbrennungsmotor aus der Kompaktklasse mit einem vergleichbaren Elektroauto in Bezug auf ihre Umweltbilanz verglichen. Das Ergebnis: Zwar fallen bei der Herstellung von Teilen des E-Autos wie etwa der Antriebsbatterie, des Elektromotors und der Bereitstellung des Stroms umweltschädliche Emissionen an, ein heute gekauftes Elektroauto schneidet im Vergleich mit verbrennungsmotorischen Fahrzeugen unter Klimagesichtspunkten aber dennoch deutlich besser ab. Auch der Ausbau erneuerbarer Energien im Strombereich wird sich in Zukunft noch positiver auf die Klimafreundlichkeit von Elektroautos auswirken. Eine Anschaffung macht den Pkw-Verkehr damit heute schon, erst recht aber auf lange Sicht ein gutes Stück klimafreundlicher.

Tipps zur Anschaffung

Bei der Anschaffung eines Elektroautos stellen sich wichtige Fragen im Bezug auf Akku, Ladeinfrastruktur und Reichweite. Aktuell sind E-Autos in der Neuanschaffung vor allem aufgrund ihres Akkus kostspieliger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Die Lithium-Ionen-Speicher sind mit Abstand der größte Preistreiber. Es gibt allerdings eine Möglichkeit, den Kaufpreis des E-Autos zu senken: Anstatt den Akku zum vollen Kaufpreis zu bezahlen, bieten einige Hersteller an, die Akkus zu leasen. Dieses Leasingmodell empfiehlt sich insbesondere für Autofahrer, die schon zum Zeitpunkt des Kaufs wissen, dass sie ihr E-Auto nach einigen Jahren gegen ein neues tauschen wollen.

Ob geleast oder gekauft: Der Akku ist verantwortlich für die Reichweite des Fahrzeugs. Wie bei anderen batteriebetriebenen Elektrogeräten auch, büßt der Akku des E-Autos mit der Zeit an Kapazität ein. Bei einer Lebensdauer von acht bis zehn Jahren verringert sich die Akkukapazität um bis zu 40 Prozent. Da die Herstellerangaben bezüglich der Reichweite manchmal ungenau sind, lohnt es sich, sich vor dem Kauf beim Händler nach der tatsächlichen Reichweite im Realbetrieb zu erkundigen.

Eine weitere wichtige Rolle bei der Anschaffung eines Elektroautos spielt die vorhandene Ladeinfrastruktur. In jedem Fall sollte zuhause oder in der unmittelbaren Umgebung eine Auflademöglichkeit zur Verfügung stehen. Für die heimische Ladestation eignet sich eine Wallbox, ein Starkstromanschluss speziell für E-Autos, dessen Installation etwa 1.000 bis 2.000 Euro kostet. Ein E-Auto lässt sich in der Regel auch an der Haushaltssteckdose aufladen. Der Vorgang dauert allerdings viele Stunden und belastet den Anschluss, weswegen sie nur in Ausnahmefällen benutzt werden sollte. Wer sein E-Auto für den Weg zur Arbeit nutzt, sollte sich erkundigen, ob es dort eine Ladestation gibt.

Prämien und Steuervorteile

Dank des Umweltbonus' vom Bund erhalten Käufer bei der Erstzulassung eines Elektro-Autos seit Mai 2016 eine Förderung in Höhe von 4.000 Euro. Den bezuschussten Betrag teilen sich Staat und Hersteller zu gleichen Teilen. Gewährt der Hersteller beim Kauf die Prämie, kann der staatlich finanzierte Teil der Förderung beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle beantragt werden. Die Neuanschaffung eines aufladbaren Hybridelektrofahrzeugs (Plug-in-Hybrid) wird mit 3.000 Euro bezuschusst. Die Hersteller Nissan, Kia und Renault haben den Betrag der Prämie sogar freiwillig auf 5.000 Euro angehoben.

Käufer von E-Autos lockt der Bund zudem mit einer Befreiung von der Kfz-Steuer für zehn Jahre. Diese Befreiung gilt für alle Autofahrer, die zwischen Mitte Mai 2011 und Ende Dezember 2020 ein E-Auto erstzugelassen haben. Hybrid und Plug-in-Hybrid profitieren davon nicht.

Dennis Tuczay