Deutschland
Preiserhöhung

Benzin und Diesel so teuer wie nie - was Corona damit zu tun hat

Autofahrer müssen derzeit tief in die Tasche greifen. Benzin und Diesel kosten so viel wie seit 2 Jahren nicht mehr. Dafür gibt es gleich mehrere Gründe.
Tanken ist so teuer wie seit zwei Jahren nicht mehr. Auch Corona spielt bei der Preiserhöhung eine Rolle. andreas160578/pixabay.com
  • Teures Tanken: Kraftstoffpreise in Deutschland auf höchsten Stand seit zwei Jahren
  • Corona-Krise und die Mehrwertsteuer sind entscheidende Faktoren
  • Benzin, Diesel, Super: Deshalb wird es an der Zapfsäule immer teurer

Autofahrer in Deutschland werden an der Zapfsäule derzeit besonders krass zur Kasse gebeten: Die Preise für Kraftstoffe haben im Vergleich zur allgemeinen Teuerung überdurchschnittlich zugelegt. Laut der Deutschen Presse-Agentur sind die Benzin- und Dieselpreise in Deutschland auf den höchsten Stand seit zwei Jahren gestiegen. Aber warum ist der Sprit derzeit so teuer?

Benzinpreise in Deutschland: Auf höchsten Niveau seit 2 Jahren

Der Liter Superbenzin kostet heute (Stand: 31.08.2021) bundesweite über 1,60 Euro (außer Hamburg). In Bamberg (Bayern) bewegt sich der Preis für Super aktuell zwischen 1,65 und 1,69 Euro pro Liter. In Koblenz (Rheinland-Pfalz) liegt der Preis aktuell bei durchschnittlich 1,64 Euro/Liter, basierend auf 18 Tankstellenpreisen in Koblenz. Das berechnet die Webseite benzinpreis-aktuell.de in Echtzeit: "Der billigste Literpreis für Super-Benzin beträgt 1,59 Euro, der höchste Benzinpreis in Koblenz liegt bei 1,68 Euro pro Liter (Preise gerundet, Stand: 31.08.2021, 10:01 Uhr)." 

In Bamberg (Bayern) kostet Diesel heute zwischen 1,35 und 1,38 Euro, in Koblenz  zwischen 1,35 und 1,43 Euro. "Der Dieselpreis liegt aktuell bei durchschnittlich 1,40 Euro/Liter, basierend auf 18 Tankstellenpreisen in Koblenz", berechnet benzinpreis-aktuell.de. "Der billigste Literpreis für Diesel beträgt 1,35 Euro, der höchste Dieselpreis in Koblenz liegt bei 1,44 Euro pro Liter."

Zum Vergleich: Im Mai kostete ein Liter Super E10 im Schnitt 1,483 Euro, 1,7 Cent mehr als im April. Das meldete der ADAC am Dienstag. Auch Diesel wurde teurer: Ein Liter kostete im Schnitt 1,331 Euro, 2,2 Cent mehr. Damit hatte der Benzinpreis laut ADAC bereits im Mai 2021 das höchste Niveau seit Mai 2019 erreicht, der Dieselpreis sogar seit November 2018. Und die Spritpreise kennen aktuell nur eine Richtung: nach oben.

Tipp: Den aktuellen Preis von Benzin, Super und Diesel können Sie sich für Ihre Stadt jederzeit auf benzinpreis-aktuell.de anzeigen lassen.

Teuerster Tag sowohl des Monats als auch des bisherigen Jahres war demnach der 30. Mai

Bereits im April dieses Jahres war Superbenzin nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes fast ein Viertel (24,8 Prozent) teurer als ein Jahr zuvor. Die Dieselpreise an den Zapfsäulen lagen nach Mitteilung der Wiesbadener Behörde um knapp ein Fünftel (19,5 Prozent) über dem Wert des Vorjahresmonats. Im selben Zeitraum kletterten die Verbraucherpreise insgesamt um 2,0 Prozent.

Warum Tanken teurer wird: 2 Faktoren sind entscheidend

Vor allem zwei Faktoren treiben die Teuerung bei Energie: Die in der Corona-Krise für ein halbes Jahr gesenkte Mehrwertsteuer ist seit Januar wieder auf ihrem alten Niveau. Zudem ist seit Anfang 2021 eine Abgabe von 25 Euro je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid (CO2) fällig, das beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht. Das lässt die Preise fürs Heizen und Tanken nach oben klettern. Insgesamt verteuerten sich Kraftstoffe im April 2021 um 23,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

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Eine weitere Ursache für die hohen Benzinpreise ist laut ADAC der Anstieg der Rohölpreise. In diesem Jahr sind Rohstoffe aller Art deutlich teurer geworden. Die Einfuhrpreise für Rohöl haben sich den Angaben zufolge im März im Vergleich zum Vorjahresmonat mehr als verdoppelt und liegen wieder auf Vorkrisenniveau. Im März 2020 war die weltweite Nachfrage nach Rohöl infolge der Pandemie deutlich zurückgegangen, was zu einem Preisverfall führte.

Scholz und Scheuer sind gegen weitere Spritpreis-Erhöhungen

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat sich gegen weiter steigende Benzinpreise ausgesprochen. "Wer jetzt einfach immer weiter an der Spritpreisschraube dreht, der zeigt, wie egal ihm die Nöte der Bürgerinnen und Bürger sind", sagte Scholz der Bild  vom 3. Juni 2021. Ein immer höherer CO2-Preis sorge "nicht für mehr Klimaschutz, sondern nur für mehr Frust".

Grünen-Chefin Annalena Baerbock war zuvor für eine Benzinpreis-Erhöhung von insgesamt 16 Cent eingetreten. Ein Teil davon sei schon erfolgt: "6 Cent Preiserhöhung gab es jetzt zum Jahresbeginn, weil erstmalig auch ein CO2-Preis auf Benzin eingeführt worden ist. Wir sagen, dass das schrittweise weiter angehoben werden muss auf die 16 Cent, die (ihr Co-Vorsitzender) Robert Habeck erwähnt hat", hatte die Kanzlerkandidatin am Sonntagabend Bild gesagt.

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Dafür wurde sie bereits von mehreren Seiten kritisiert, unter anderem von den Linken. CSU-Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte der Bild: "Es geht nicht, dass die Preise immer weiter nach oben gehen." FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae forderte gegenüber der Zeitung eine Benzinpreisbremse.

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