Der neue Super-Elfer, den Porsche Anfang März beim Autosalon in Genf vorstellen wird, soll an das gleichnamige Leichtbaumodell aus den 1960er-Jahren erinnern, von dem nur 20 Stück gebaut wurden.


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Vom neuen 911 R wird es zwar 600 Exemplare geben, die sind aber schon jetzt nicht genug. In den Porschezentren liegen weltweit mehrere Tausend Bestellungen vor. Teilweise wurde die Ernsthaftigkeit des Kaufinteresses mit Blankoschecks belegt, sodass man sich fragen muss: Was macht diesen 911 R so begehrenswert?

Eine große Rolle spielt die Entscheidung der Zuffenhausener, in 911 Carrera, Cabrio, Targa und Co. keine Saugmotoren, sondern nur noch Turbo-Triebwerke mit einem auf drei Liter reduzierten Hubraum zu verbauen. Kleinstserien und die motorsportlichen GT-Modelle mit Straßenzulassung, wie der 991 GT3 RS mit 500 PS aus 3,8 Litern, bilden die Ausnahme.

Wegen der enormen Nachfrage wurde die Bauzeit des RS sogar bis zum Sommer 2016 verlängert. Porsche-Motorsportchef Frank-Steffen Walliser bekennt sich dazu, dass auch im Turbo-Zeitalter die Entwicklung der Saugmotoren nicht endet. "Die Fertigung von hochdrehenden Saugern ist die Krönung im Motorenbau", schwärmt er.

Nun soll genau dieser supersportliche Motor unter die Haube des neuen 911 R kommen. Mit Semislick-Sportbereifung, 20-Zoll-Leichtmetallfelgen und Zentralverschluss. Auf Wunsch mit oder ohne Keramik-Bremsanlage und - Überraschung! - ohne das Doppelkupplungsgetriebe PDK. Dafür aber mit Siebengang-Handschaltung. Auch ohne festen Flügel am Heck muss die leichte Mischung aus GTS und GT3 auskommen, lediglich ein ausfahrbarer Spoiler soll für den nötigen Anpressdruck sorgen. Nostalgie lässt grüßen.

 

Aus Daytona: Schöne Grüße an Tennis-Star Angelique Kerber

Um die Sportlichkeit der 911er-Baureihe zu unterstreichen, tritt Porsche seit Jahrzehnten in Sportwagenmeisterschaften an. Der diesjährige Saisonauftakt in Daytona-Beach (US-Bundesstaat Florida) startete für die Werksfahrer der Modelle 911 RSR in der GTLM-Klasse und GT3 R in der Klasse GTD schon mal perfekt. Bei strömendem Regen holten der Le-Mans-Gesamtsieger Nick Tandy und der Le Mans-, Daytona- und Spa-Sieger Jörg Bergmeister die ersten zwei Plätze, sogar noch vor den Boliden der deutlich schnelleren Prototypenklasse.

Dabei gratulierte Porsche seiner Markenbotschafterin Angelique Kerber zum Sieg bei den Australian Open auf ganz spezielle Weise: An den hinteren linken Kotflügeln der beiden 911 RSR von Porsche North America brachte das Werksteam den Namen des Tennis-Stars sowie die deutsche Flagge an.

Auch einer der größten US-Sportstars, der Baseball-Pitcher C.J. Wilson startete in Daytona mit einem eigenen Cayman-GT4-Clubsport-Team. Der 35-jährige Kalifornier gilt nach Jay Leno und Ralph Lauren als wichtigster "Petrol-Head" der USA. Porsche Carrera GT, Rennwagen à la 962 und auch ein superleichter 1.100-Kilo-964 RS stehen in der Garage des Multimillionärs. Selbstverständlich hat sich auch C.J., einen 911 R bestellt. Wir werden den Mann künftig öfter in Europa sehen, denn der leidenschaftliche Racer will in Le Mans, Spa und auf der Nordschleife des Nürburgrings, die er bis jetzt nur von seiner Playstation kennt, mit seinem Team antreten.