Vorsicht auf den Straßen: Auch 2026 steht in Deutschland wieder der Blitzermarathon an. In der Aktionswoche für Verkehrssicherheit, der sogenannten Speed Week, wird fast überall in Deutschland deutlich strenger kontrolliert. Der Termin für dieses Jahr steht schon länger fest. Wie der ADAC berichtete, soll die Speed Week vom 13. bis zum 19. April 2026 stattfinden. Jetzt wurden auch die Messstellen für den Blitzermarathon in Bayern veröffentlicht. 

Viele Bundesländer trifft der Blitzermarathon also mitten in den Osterferien. In Bayern sind diese jedoch bereits vom 30. März bis zum 10. April, enden also unmittelbar vor der Aktion.

Blitzermarathon und Speed Week im April 2026 - welche Bundesländer sind dabei?

Der Höhepunkt der Speed Week ist in vielen Bundesländern der Blitzermarathon. Laut ADAC nehmen alle Bundesländer an der Aktion teil - außer dem Saarland. In drei Bundesländern gibt es außerdem "nur" einen eintägigen Blitzermarathon am Mittwoch, den 15. April 2026, aber keine Speed Week.

In diesen drei Bundesländern findet der Blitzermarathon am 15. April 2026 statt:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Brandenburg

Folgende Bundesländer beteiligen sich an der Speed Week vom 13. bis 19. April 2026:

  • Berlin
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen 
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Spezielle Schwerpunkttage in Form eines Blitzermarathons gibt es zusätzlich in Hessen (15. April), in Mecklenburg-Vorpommern (15. April mit Tempokontrollen im gesamten Monat April) und in Rheinland-Pfalz (ebenfalls am 15. April).

Autofahrer aufgepasst: Weitere Speed Week im August 2026 geplant

Im August soll es eine weitere Aktionswoche in Deutschland geben. Dann jedoch ohne speziellen Blitzer-Tag. Die Kontrollen seien bei der Aktion "mit relativ gleichförmiger Intensität über die gesamte Woche (vom 3. bis 9. August) verteilt", berichtet der ADAC.

Kontrolliert werden soll vor allem auf unfallträchtigen Streckenabschnitten und in Gebieten mit besonderer Gefährdungslage, also beispielsweise in der Nähe von Schulen, Baustellen, Kindergärten, Altenheimen oder Krankenhäusern. Die Geschwindigkeitsmessungen betreffen Autobahnen und Bundesstraßen, aber auch Innerortsstraßen. 

Aus Sicht des ADAC leisten solche Blitzer-Aktionswochen einen Beitrag zur Verkehrssicherheit, da sie den Verkehrsteilnehmenden die Gefahren schnellen Fahrens bewusst machen und sie entsprechend sensibilisieren können. Allerdings könnten mit einer Aktion allein nicht alle Risiken im Straßenverkehr dauerhaft aus der Welt geschafft werden.

Blitzermarathon in Bayern 2026: Wo sind die Messstellen? 

Das Bundesland Bayern beteiligt sich 2026 zum 13. Mal an der Aktion. Rund 2000 Polizistinnen und Polizisten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der kommunalen Verkehrsüberwachung sind an rund 1570 möglichen Messstellen beteiligt. Im Freistaat werden die genauen Standorte der Blitzer traditionell vorab bekannt gegeben. Federführend ist das Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration. Die Liste aller Messstellen in Bayern für den Blitzermarathon 2026 findest du hier. Alle 1570 Messstellen sind auch in einer interaktiven Karte abrufbar.

Wo genau die Messstellen in Oberfranken sind, hat inFranken.de hier zusammengestellt. Auch für den Regierungsbezirk Mittelfranken gibt es einen entsprechenden Überblick: Hier findet ihr sämtliche Kontrollpunkte in Mittelfranken. In einem separaten Artikel haben wir ferner eine Komplettliste der Blitzerstandorte in Unterfranken.

Innenstaatssekretär Sandro Kirchner betont vorab: "Im Straßenverkehr entscheidet die Geschwindigkeit über Leben und Tod. Das Ziel unserer Aktion ist es, Raser zu stoppen, Leben zu schützen und die Menschen für verantwortungsvolles Fahren zu sensibilisieren." Der Blitzermarathon in Bayern beginnt am Morgen des 15. April (Mittwoch) um 6.00 Uhr und dauert 24 Stunden lang. 

Blitzermarathon - was bringt die Aktion eigentlich?

Ob Blitzermarathons dauerhaft etwas bewirken, ist allerdings umstritten. Eine Studie der Universität Passau, die alle 1,5 Millionen polizeilich gemeldeten Verkehrsunfälle zwischen 2011 und 2014 auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass temporär verstärkte Kontrollen Fahrer und Fahrerinnen nur kurzfristig zur Einhaltung der Regeln brächten. Dauerhaft niedrigere Unfallzahlen erziele vor allem eine dauerhafte Geschwindigkeitsbegrenzung.

 "Ein Blitzermarathon sorgt für eine kurzzeitige Aufmerksamkeit für das Thema Geschwindigkeit. Das ist erst einmal eine gute Sache, aber es wirkt nicht dauerhaft", sagt auch die Leiterin der Unfallforschung im Gesamtverband der Versicherer (GDV), Kirstin Zeidler, der Deutschen Presse-Agentur. "In dem Zeitraum wird dann sehr diszipliniert gefahren, weil man Sorge hat, erwischt zu werden. Wir wissen aber auch, dass die Sensibilisierung kurz danach wieder nachlässt." Die Expertin plädiert daher für konsequente Kontrollen über die "Speedweek" hinaus: "Nachhaltigkeit erreicht man durch eine Mischung von festen und mobilen Blitzern", sagt Zeidler.

Der ADAC bewertet die Kontrollaktion eigenen Angaben zufolge grundsätzlich positiv. Die intensive Medienberichterstattung sensibilisiere nicht nur jene, die tatsächlich geblitzt würden. "Die Geschwindigkeit ist an die Umgebung anzupassen. So gesehen ist ein Tempolimit auch als Limit und nicht als Empfehlung zu verstehen", sagte ADAC-Verkehrspsychologe Ulrich Chiellino. Wer in eine Radarfalle gerät, muss mit den üblichen Sanktionen rechnen – Bußgeld, Punkte in Flensburg und gegebenenfalls Fahrverbot. Die nächste "Speedweek" ist für den 3. bis 9. August geplant.