Beim Matratzentest der Stiftung Warentest schnitten gerade günstige Varianten besonders gut ab. Den Testsieger gibt es beim Discounter. Von den 16 getesteten Produkten schnitten fünf mit der Note "gut" ab. Die restlichen Matratzen waren "befriedigend".


Wer sind die aktuellen Testsieger bei Stiftung Warentest?

Testsieger unter den Viskoschaum-Matratzen ist das Modell Novitesse Memolux 90 A von Aldi Nord. Das Besondere laut den Testern: sie eignet sich für verschiedenste Körpertypen sehr gut. 2017 wurde die Matratze für 100 Euro als Sonderangebot verkauft. Ab dem 22. Februar soll sie für 130 Euro wieder ins Sortiment aufgenommen werden.

Die etwas langlebigere aber mit 500 Euro auch teurere Daluna Comfortmaxx Vilax von Dormando ist die zweitbeste Viskoseschaum-Matratze. Als dritte folgt die Vita Visco Medium von MFO.

Bei den Latexmatratzen lagen die L4 Latexmatratze von Selecta und die Morgedal Latexmatratze von Ikea vorn.
IKEA MORGEDAL Latexmatratze in dunkelgrau; mittelfest
Der Testsieger seit 2015, dieAnti-Kartell-Matratze Bodyguard, ist auch in diesem Jahr Spitzenreiter in der Kategorie "gut in allen Punkten". Im Kommentar dazu heißt es, die Matratze verforme sich nicht durch Schweiß und Gewicht und sei gesundheitlich unbedenklich.
Bodyguard Anti-Kartell-Matratze - Testsieger Stiftung Warentest
Der Matratzentest hat bei der Stiftung Warentest Tradition. Alle paar Monate werden gruppenweise neue Modelle einem Liege- und Belastungstest unterzogen - was aber häufig auf Kritik stößt. Die Hersteller betonen, dass jeder Mensch eine individuell auf seinen Körper abgestimmte Matratze brauche und es keine für alle Menschen gültigen Testergebnisse geben könne.

Was Verbraucher zu dem Test und zu Matratzen wissen sollten:


Gibt es die eine Matratze für alle?

"Auch wenn sie vor allem im Online-Handel angepriesen wird, die "One-fits-all" passt nicht jedem", sagt Ulrich Leifeld vom Fachverband Matratzen-Industrie. "Wie bei Schuhen und Bekleidung gibt es kein Universalprodukt, das für jeden geeignet ist. Dazu ist der Körperbau der Menschen einfach zu unterschiedlich." Die Branche betont daher: Probeliegen und individuelles Aussuchen ist nötig.

Die Stiftung Warentest nutzt als Probelieger vier Körpertypen, die rund zwei Drittel der Bevölkerung repräsentieren sollen. Und sie hat Matratzen ausgemacht, die für immerhin viele Schläfer geeignet sind. In der aktuellen Stichprobe von Matratzen, die sowohl von klassischen Herstellern als auch von einem Discounter stammen, fand sich jeweils ein solches Modell. Laut der Stiftung können die meisten Menschen in Rücken- und Seitenlage gut darauf schlafen. Das Fazit der Tester: "Ein solches Ergebnis schafften bisher nur wenige Matratzen."

Auch in einem Test von 2016 fand sich ein noch erhältliches Modell eines Onlineanbieters, das für viele Schläfer geeignet ist. Zugleich betonte Warentest-Experte Stephan Scherfenberg kürzlich: "Aber die meisten erfüllen den Anspruch, eine für alle zu sein, eher nicht."


Worauf ist beim Kauf zu achten?

Matratzen sehen weitgehend gleich aus, aber ihr Innenleben ist unterschiedlich. Welches Modell infrage kommt, ist daher in aller Regel abhängig von Körpergröße, Körperbau und Gewicht. "Sie muss fest genug sein, um den Körper zu stützen. Aber sie darf auch nicht zu hart sein", erklärt Matratzenexperte Leifeld. "Und sie muss wärmen, ohne starkes Schwitzen zu verursachen."
Welche Informationen muss ich dem Verkäufer über mich geben?

Hilfreich sind Informationen über Schlafgewohnheiten, sagt Leifeld. Schläft man auf der Seite oder auf dem Rücken? Mag man es warm oder eher kühl? Bleibt selbst im Winter das Schlafzimmerfenster offen? Oder ist der Raum, in dem das Bett steht, besonders klein? Denn dann besteht erhöhte Schimmelgefahr. All das sollte der Verkäufer wissen.


Sind harte Matratzen rückenfreundlicher als weiche?

"Das ist ein Mythos", sagt Tanja Cordes von der Aktion Gesunder Rücken. Was dem Rücken gut tut, sei von Mensch zu Mensch individuell verschieden. Allgemein gilt, dass die Matratze weicher sein sollte, wenn die Person leicht ist, und härter für schwerere Körper.


Worauf muss ich beim Probeliegen achten?

Um die Unterschiede bei Matratzen zu erspüren, ist ein Probeliegen unerlässlich. Eine Matratze, die auf den Schlafenden abgestimmt ist, verteilt das Körpergewicht gleichmäßig und verhindert Druckstellen. "Beim Probeliegen ist es deshalb ratsam, bewusst auch auf den Druck zu achten, der an den Stellen zu spüren ist, an denen der Körper auf der Matratze aufliegt", rät Leifeld. Wichtig ist auch, dass die Unterfederung zur Matratze passt. "Gute Verkäufer sehen genau, ob man rückenfreundlich liegt und die Wirbelsäule von der Matratze optimal gestützt wird", sagt Cordes. Sie rät außerdem: "Man sollte sich Zeit nehmen und möglichst ausgeruht ins Fachgeschäft gehen. Abends, nach einem langen Arbeitstag, erscheinen die meisten Betten bequem."


Brauchen Paare verschiedene Matratzen?

"Ab etwa 15 Kilogramm Gewichtsunterschied brauchen Partner auf jeden Fall verschiedene Matratzen", erklärt Leifeld. Denn eine zierliche Frau hat ganz andere Liegeeigenschaften als ein Mann mit einer Körpergröße von 1,80 Metern und entsprechendem Gewicht. "Manche Hersteller bieten an, zwei Einzelmatratzen mit einem Reißverschluss zu verbinden oder sie mit einem durchgehenden Bezug zu umhüllen."