• Silberfische erkennen
  • Woher kommen sie und warum sind sie im Haus?
  • Sind Silberfische gesundheitsgefährdend?
  • Hausmittel gegen Silberfische
  • Chemische Mittel gegen Silberfische

Silberfische zu erkennen, ist relativ einfach. Die Fischchen (Zygentoma) sind flügellos und lichtscheu. Ihr silbergrauer, schuppiger, stromlinienförmiger Körper gab ihnen ihren Namen. Silberfische kriechen meist in der Nacht oder im Dunkeln aus ihren Verstecken. Die Fischchenarten zu unterscheiden, ist jedoch schon etwas schwieriger. Der Unterschied zwischen Silberfischen und anderen  Fischchenarten wie Ofenfischen, Papierfischen, Geister- und Kammfischen ist die Länge der Fühler- und die Schwanzanhänge. Diese sind bei Silberfischen kürzer als bei anderen Arten. Neben unseren mitteleuropäischen Fischchenarten kommen mittlerweile noch diverse eingeschleppte hinzu. Warum sich Silberfische überhaupt in der Wohnung aufhalten, ob sie schädlich oder nützlich sind und wie du sie loswerden kannst, haben wir für dich zusammengefasst.

Silberfische lieben Küchen, Bäder oder Keller

Mitteleuropäische Silberfische leben, im Gegensatz zu ihren tropischen und subtropischen Verwandten, ausschließlich in menschlichen Behausungen. Meistens findet man sie in der Küche, im Bad, in der Toilette, in der Waschküche oder im Keller, denn sie lieben eine hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme. Bevorzugt werden von den Tieren zudem Raumtemperaturen zwischen 20 und 30 Grad. Die Silberfische sind nachtaktiv und verstecken sich tagsüber in dunklen Ritzen, Fugen, Spalten und Löchern. Das kann beispielsweise in Tapeten, Fußböden, Sockel- und Scheuerleisten sein.

In der Dunkelheit gehen die Silberfische in der Wohnung auf Nahrungssuche. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Kohlenhydraten, wie zum Beispiel aus Haaren, Hautschuppen, Hausstaubmilben, Mehl, Getreideflocken, Backwaren, stärkehaltigem Leim oder Tapetenkleister, Baumwolle, Leinen, Seide, Schimmelpilzen, Papier und Kunstfasern, toten Insekten und Zucker. Silberfische sind zudem in der Lage, mehrere Monate ohne Nahrung auszukommen. Als natürliche Fressfeinde der Silberfische sind Ohrwürmer und Spinnen bekannt. Stimmen die Bedingungen in deiner Wohnung, vermehren sich die Silberfische rasant. Bei Trockenheit und Kälte kann keine Vermehrung stattfinden.

Silberfische werden etwa mit einem Jahr geschlechtsreif und können bis zu acht Jahre alt werden, wenn die Lebensbedingungen günstig sind. Silberfische bevölkern wahrscheinlich schon seit 300 Millionen Jahren die Erde und gehören zu den ältesten Tierarten. Einzeln auftretende Silberfische können in deiner Wohnung sogar als Nützlinge gesehen werden, da sie allergieauslösende Hausstaubmilben und Schimmel fressen. Silberfische stellen keine Gefahr für die Gesundheit des Menschen dar. Dass sie Krankheiten übertragen, konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Aus diesen Gründen müssen einzelne Tiere nicht bekämpft werden. Treten Silberfische jedoch in größerer Anzahl auf, kann das ein Hinweis für ein Schimmelproblem in deiner Wohnung sein.

Silberfische können ein Hinweis auf Schimmelbefall in der Wohnung sein

Besteht der Verdacht auf eine zu hohe Feuchtigkeit in der Wohnung, wirst du das an der Population der Silberfische sehen. Fällt dir auf, dass extrem viele Silberfische in deiner Küchen, deinem Bad oder im Keller sind, ist es sinnvoll, einen Schimmelexperten zurate zu ziehen.

Eine Auswahl an Silberfisch-Fallen findest du hier

Möchtest du einem Silberfisch-Befall vorbeugen, hilft es, regelmäßig ausgiebig zu lüften und in feuchten Räumen zusätzlich zu heizen. Die Verstecke, die die Tiere tagsüber nutzen, können beispielsweise durch Versiegelungen verschlossen werden. Ist das nicht möglich, hilft tägliches, gründliches Absaugen der Verstecke. Vermutet man Silberfische im Bad oder in der Toilette, kannst du den Ablauf der Waschbecken und Wannen mit heißem Wasser überbrühen und die Abflüsse über Nacht verschließen. Findet man die Silberfische im Keller, wäre es keine schlechte Idee, Ohrwürmer und Spinnen, die sich dort womöglich ebenfalls aufhalten, zu akzeptieren. Die Silberfische stehen nämlich auf deren Speiseplan.

Zudem gibt es auch einige Hausmittel gegen Silberfische, die dir bei der Beseitigung helfen können. Den Duft von Lavendel und Zitrone mögen die Tierchen zum Beispiel überhaupt nicht. Lavendelöl oder ein paar Spritzer Zitrone im Wischwasser helfen garantiert, um die Silberfische loszuwerden. Auch Honig ist prima, um die Plagegeister aus der Wohnung zu entfernen. Bestreiche ein Stück Pappe damit und entsorge die festgeklebten Silberfische am nächsten Tag zusammen mit der Pappe. Nach einigen Wiederholungen bringst du sie so nach und nach aus der Wohnung. Auch der Kartoffeltrick funktioniert gut. Hierfür legt man eine ausgehöhlte Kartoffel auf eine Folie. Fressen sich die Tiere in der Nacht in die Kartoffel hinein, kannst du sie am nächsten Morgen in der Folie einwickeln und entsorgen. Eine etwas härtere Methode ist Backpulver gemischt mit Zucker. Nach dem Fressen platzt den Silberfischen der Bauch und sie verenden. Auch Klebefallen* sind nicht gerade tierlieb, aber sie erfüllen ihren Zweck. Über Nacht bleiben die Tiere an der Falle kleben, die sie mit einem speziellen Duftstoff anlockt und du kannst sie zusammen mit der Falle entsorgen.

Silberfische loswerden - Notfalls mit chemischen Waffen

Hast du etwas Mitleid mit den Silberfischen, möchtest sie aber trotzdem loswerden, gelingt das am besten mit einer Glasfalle. Hierfür nimmst du idealerweise ein großes Glas, etwa ein Gurkenglas, das von außen mit Krepp umwickelt wird. Das erleichtert den Tieren den Einstieg. Im Glas sollte sich ein Lockmittel für die Silberfische befinden. Beispielsweise Kekse oder Haferflocken. Die Tiere krabbeln über Nacht in das Glas und können aber nicht mehr entkommen, weil die Innenseite des Glases, welche nicht mit Krepp beklebt ist, zu glatt ist. Am nächsten Tag kannst du sie außerhalb deiner Wohnung wieder freilassen und sie können weiterleben.

Eine Auswahl an Foggern findest du hier

Hilft alles nichts und du wirst die Silberfische partout nicht los, kannst du dich für Chemie-Waffen entscheiden. Es gibt sehr gute Sprays*, die gegen Ungeziefer*, einschließlich Silberfischen helfen. Vorsicht: Hier sollten jedoch vor der Benutzung alle Gebrauchsangaben und Warnhinweise gelesen, beachtet und anschließend umgesetzt werden. Um Haustiere und Mitbewohner zu schonen, lohnt es sich, auf eine spezielle Silberfischfalle* zurückzugreifen, die komplett auf Chemie verzichtet. Bei Köderdosen* empfiehlt es sich ebenso, sich genauestens an die Vorgaben des Herstellers zu halten. Als letzte Instanz, wenn gar nichts anderes mehr hilft, könnte ein sogenannter Fogger zum Einsatz kommen. Ein Fogger nebelt Ungeziefer aus den kleinsten Ritzen, aber er sollte nur unter höchsten Vorsichtsmaßnahmen eingesetzt werden.

Unter Umständen lohnt es sich den professionellen Rat eines Kammerjägers einzuholen. Der Profi erkennt die möglichen Ursachen des Befalls und kann rasch und zielorientiert handeln, sodass keine Verschleppung des Silberfisch-Befalls entsteht und ein erneuter, zeitversetzter Ausbruch der Population verhindert werden kann.

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