• Nachhaltig und modebewusst:Was ist Slow Fashion?
  • Warum sind Kunstfasern umweltschädlich?
  • Sind Naturmaterialien nachhaltiger?
  • Fünf nachhaltige Modelabels, die wir dir empfehlen

Modisch, jedoch schlecht für die Umwelt: Kunstfasern in Kleidung stellen ein großes Umweltproblem dar. Laut einer Studie der Weltnaturschutzorganisation IUCN stammen 30 Prozent des Mikroplastiks, das in den Meeren schwimmt, aus synthetischen Textilfasern. Die Kunststoffe werden zum Beispiel beim Wäschewaschen ausgeschwemmt. Ganz ohne Kunstfasern funktioniert Mode heutzutage nicht. Dennoch haben sich gerade viele kleinere Modelabels Nachhaltigkeit auf das Fahnentuch geschrieben.

Nachhaltige Mode: Was ist Slow Fashion?

So wie Slow Food für nachhaltige und verantwortungsvolle Ernährung steht, versteht man unter Slow Fashion bewusste Kleidung mit Respekt vor Mensch und Umwelt. Das bedeutet: Mode aus nachhaltigen Materialien von möglichst regionalen Produzenten zu kaufen und auf Mode aus Billig-Produktionsländern zu verzichten. Wenn ein Textilhersteller zum Beispiel nicht nachdrücklich ausschließt, dass seine Produkte nicht durch Kinderarbeit entstanden sind, sollte man die Finger davon lassen.

Am besten, man achtet beim Shopping darauf, dass man auf Onlineshops oder Hersteller zurückgreift, die glaubhaft Nachhaltigkeit garantieren können und sich auch kontrollieren lassen. Inzwischen gibt es eine Reihe entsprechender Siegel, die du auf der Internetseite von Greenpeace findest. Wer regionale Start-Ups unterstützen möchte, ist bei den zahlreichen kleinen Modelabels im deutschsprachigen Raum gut aufgehoben.

Slow Fashion bedeutet aber auch, dass man gezielt zeitlose Teile kauft, an denen man lange Freude hat. Monatlich oder gar wöchentlich durch die Fußgängerzonen zu streifen um wahllos Jeans, T-Shirts oder Pullover von den Ständern zu nehmen und sich letztendlich über den überfüllten Kleiderschrank zu ärgern war gestern. Heute gilt: Weniger ist mehr, dafür hochwertig und nachhaltig.

Sind alle Kunstfasern umweltschädlich?

Polyester hat laut Greenpeace mit 60 Prozent den größten Anteil der synthetischen Fasern in Textilien. Gleichzeitig zählt es aber zu den am wenigsten nachhaltigen Kunstfasern. Das Problem: Polyester ist nicht biologisch abbaubar und es basiert auf Erdöl. Dieses zählt zu den nicht erneuerbaren Rohstoffen. Da die Reserven im arabischen Raum schön langsam zur Neige gehen, suchen sich Produzenten Quellen in anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in Kanada. Dazu werden gigantische Waldflächen gerodet. Ähnliche Umwelteigenschaften haben auch Polyamide, die in der Textilbranche auch Nylon genannt werden.

Immer häufiger suchen große Textilhersteller eine nachhaltige Lösung in der Verwendung von recyceltem Polyester. Ein gutgemeinter Ansatz, wenn man an das Erdöl und weggeworfene Polyesterteile denkt. Dennoch bleibt Polyester auch nach dem Recyceln Polyester, aus dem beim Waschen Mikroplastik ausgespült wird

Anders verhält es sich bei Viskose und Modal. Diese Stoffe zählen zwar zu den Kunstfasern, haben aber einen natürlichen Ursprung. Beide werden in einem chemischen Verfahren aus Holz gewonnen. Verwendet wird Zellstoff aus Buchen, Pinien, Fichten, Eukalyptus. Sowohl Viskose als auch Modal sind biologisch abbaubar. Lese-Empfehlung: Nachhaltig leben kannst du mit diesen zehn Tipps, die wir dir in unserem Artikel verraten.

Baumwolle: Wie nachhaltig sind Naturmaterialien?

Eines der meist verwendeten Materialien ist Baumwolle, allerdings muss dabei über Nachhaltigkeit gesprochen werden. Die größten Baumwollproduzenten sind Indien, China, Brasilien, die USA und die afrikanischen Länder südlich der Sahara

Für die Produktion wird nicht nur sehr viel Wasser verbraucht, sondern auch eine große Menge an Pestiziden eingesetzt. Die Alternative ist Bio-Baumwolle. Während konventionelle Baumwollpflanzen oft genmanipuliert sind, ist dies bei der ökologischen Variante nicht der Fall. Auch Pestizide werden nicht verwendet.

Für die Produktion wird auch Wasser benötigt, allerdings nicht so viel. Der Grund: Bei Bio-Baumwolle wird, wie bei anderen ökologischen Kulturen auch, in Fruchtfolgen angebaut. Das heißt, dass die Pflanzen auf dem Feld regelmäßig wechseln. Dadurch hat der Boden mehr organische Substanz und kann dadurch mehr Wasser speichern. Des Weiteren wird zur Bewässerung häufig Regenwasser aufgefangen. Der Arbeitsaufwand macht Bio-Baumwolle natürlich teurer. Beim Kauf solltest du auf die entsprechenden Siegel achten. Lese-Tipp: Fünf Hausmittel, die alle künstlichen Drogerie-Produkte ersetzen und dir zu mehr Nachhaltigkeit verhelfen, erfährst du in unserem Artikel. 

Wolle, Leinen und Leder: Wie nachhaltig sind Naturmaterialien?

Leinen ist eines der ältesten Gewebe. Die Verwendung geht bereits auf die Steinzeit und das alte Ägypten zurück. Der beliebte Sommerstoff wird aus Flachs hergestellt und gilt als sehr nachhaltig. Der Grund: Flachs wird auch in Deutschland angebaut und ist somit regional. Er kommt mit wenig Pestiziden und Düngemittel aus. Laut dem Gesamtverband Leinen benötigt er rund zehnmal weniger Stickstoffdünger als Weizen oder Raps. 


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Während Leinen im Sommer für Kühlung sorgt, kuschelt man sich im Winter gerne in Textilien aus Wolle. Auch sie gilt als nachhaltig. Während Schurwolle ausschließlich von lebenden Schafen stammt, kennzeichnet die Bezeichnung "Wolle" im Etikett den Rohstoff von toten Schafen. Industriell hergestellte Wolle wird oft chemisch behandelt. Ein weiterer Nachhaltigkeitsaspekt ist die Tierhaltung. Bei Billigmode kannst du dir nicht sicher sein, wie die Schafe, von denen die Wolle stammt, gehalten werden. Deshalb ist es ratsam, auf regionale Anbieter zurückzugreifen.

Auch Leder ist ein Naturprodukt. Genau wie Wolle ist es allerdings für vegan lebende Menschen tabu. Das Gerben von Leder ist ein aufwändiger chemischer Prozess unter Verwendung von Chromsalzen. Obwohl in der EU der Anteil an Chrom mit 3 Milligramm Chrom IV pro Kilogramm gesetzlich geregelt ist, stehen die großen lederproduzierenden Länder immer wieder in der Kritik. Billigländer wie Indien und Bangladesch werden immer wieder mit Kinderarbeit in Zusammenhang gebracht. Auch der nicht korrekte Umgang mit chemischen Abfällen ist oft ein Problem. Die bessere Alternative zu chemisch gegerbten Ledern ist ohnehin pflanzlich oder sämisch gegerbtes Leder. Bei der pflanzlichen Gerbung wird Baumrinde verwendet, bei der sämischen Fischtran. Letztere wird vor allem für die Herstellung hochwertiger Trachtenbekleidung, wie Hirschlederhosen, genutzt. 

Unsere Empfehlung: Fünf nachhaltige Labels, die du vielleicht noch nicht kennst

In Deutschland und Österreich haben sich eine Reihe kleiner mittelständischer Modelabels etabliert, die für ein ruhiges Modegewissen sorgen - eine Auswahl.

  • Manomama: Augsburger Jeansmanufaktur, die stolz auf ihr "Augschburger Denim" ist. Die Jeans werden komplett in Deutschland produziert. Es werden nur Bio-Baumwolle aus der Türkei und Tansania sowie regionale Rohstoffe, wie Hanf aus dem Taubertal, verwendet. Des Weiteren beschäftigt das Unternehmen laut eigener Aussage Menschen, die sonst auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, wie Langzeitarbeitslose und Leute mit Handicap.
  • Strizi: Kleiner Familienbetrieb aus dem Salzburger Land, der sich auf moderne trachtig angehauchte Mode aus nachhaltigen Naturmaterialien spezialisiert hat. Die kreativen Kollektionen werden ausschließlich im deutschsprachigen Raum aus regionalen Materialien - außer die Baumwolle - produziert. Das verwendete Leder ist sämisch gegerbt, die Wolle stammt aus dem Salzburger Lungau, der für seine Schafhaltung bekannt ist.
  • ReHats: Das junge Berliner Unternehmen hat sich dem Upcycling verschrieben und stellt Hüte und Mützen aus original Kaffeesäcken und ausrangierter Arbeitsbekleidung her. 
  • Gusti Leder: Das Unternehmen hat sich auf Ledertaschen spezialisiert. Die Rostocker lassen das Leder zwar unter anderem in Indien von größeren aber auch von kleinen Familienunternehmen produzieren, schließen aber Kinderarbeit oder Umweltverschmutzung durch Chemikalien aus. Laut eigener Aussage werden die Produzenten vom Unternehmen selbst regelmäßig kontrolliert.
  • Wood Fashion: Das österreichische Unternehmen stellt Kleidung aus Holz her - eine interessante und nachhaltige Alternative zu Baumwolle. HolzStoff, wie die Oberösterreicher ihr Produkt nennen, wird aus Cellulosefaser gefertigt. 

Diese Anbieter und Produzenten stellen eine kleine redaktionelle Auswahl der zahlreichen nachhaltigen Labels dar. Wenn du dich auf die Suche begibst, findest du noch viele mehr, unter anderem bietet Avocadostore* Eco-Fashion und Green Lifestyle-Accessoires an.  Außerdem: Gönne deinem Kleiderschrank ein nachhaltiges Facelift! Nachhaltige Mode ist zwar etwas teurer, dafür ist sie meist zeitlos und du kannst sie mit gutem Gewissen tragen

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