• Bekannte Frühlingsmythen im Check
  • Frühjahrsmüdigkeit: Was steckt dahinter
  • Verliebt im Frühling: Das ist dran an der "Hormon-Jahreszeit" 
  • Warum man sich auch im Frühling schon eincremen sollte
  • Frühjahrsmüdigkeit: Tatsache oder Einbildung? 

Geht ein langer Winter zu Ende und das Thermometer steigt auf 15 Grad, wird gern schon mal von "Frühlingsbeginn" gesprochen. Aber kann der Beginn der Jahreszeit tatsächlich aus einer bestimmten Temperatur abgeleitet werden? Dieser und weitere Fakten und Mythen zum Frühling im Check.

1. Die Temperatur ist ausschlaggebend - Ab 15 Grad ist der Frühling da

Der Frühling liegt in der Luft und man hat das Gefühl, ihn förmlich "riechen" zu können. Milde Temperaturen um die 15 Grad tun ihr Übriges. So kann schnell vom Frühlings-Einzug ausgegangen werden. Dennoch "gibt es keine Definition eines Frühlingstags, die mit der Temperatur gekoppelt ist", erklärt Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Was aber muss temperatur-mäßig passieren, damit auch die Experten vom Frühling sprechen? Für Andreas Friedrich ist es so weit, wenn über mehrere Tage die Sonne scheint und die Temperaturen tagsüber deutlich im zweistelligen Plusbereich liegen. "Bei 15 Grad und Schmuddelwetter würde dagegen keiner von frühlingshaftem Wetter sprechen", erklärt der DWD-Pressesprecher.

Anders in Schweden: Das Swedish Meteorological and Hydrological Institute (SMHI) definiert einen Frühlingstag ausschließlich über die Temperatur - und zwar, wenn das Tagesmittel zwischen null und zehn Grad liegt. Der Frühling hat in Schweden vollständig Einzug gehalten, wenn dieser Bereich nach dem 15. Februar an sieben Tagen in Folge erreicht wird. Für Deutschland eignet sich eine solche Definition aber eher nicht, liegt es doch wesentlich weiter südlich.

In anderen Bereichen der Meteorologie existieren durchaus festgelegte Werte: Sommertage beginnen ab 25 Grad im Schatten, in Tropennächten rutscht das Thermometer nachts nicht unter 20 Grad. An Frosttagen ist es mindestens einmal kälter als null Grad. Und an Eistagen hält sich die Temperatur permanent unter null Grad Celsius.

2. Kalender oder Blütenzeiten - kann so der Frühlingsbeginn markiert werden?

Wetterexperten hierzulande orientieren sich eher am meteorologischen Frühlingsbeginn. Danach dauert der Frühling vom 1. März bis zum 31. Mai. Auch aus statistischen Gründen berechnen die Forscher ihre Daten in ganzen Monaten. Daneben gibt es weitere Startpunkte, die bei Meteorologen aber eine untergeordnete Rolle spielen: Der astronomische oder auch kalendarische Frühlingsanfang liegt zwischen dem 19. und 21. März. Zu diesem Zeitpunkt steht die Sonne senkrecht über dem Äquator und wandert fortan nach Norden.

Die Pflanzen folgen ihrem eigenen Kalender. So startet der phänologische Frühling an ganz unterschiedlichen Terminen. "Die Jahreszeit beginnt, wenn die Pflanzen sich entwickeln", erklärt Friedrich. Für Meteorologen ist dieser Ansatz wichtiger als der astronomische Frühlingsbeginn, weil sich daran das Fortschreiten des Klimawandels ablesen lässt. "Der Winter ist inzwischen 14 Tage kürzer geworden", sagt der DWD-Experte und verweist auf die frühere Blüte der Haselsträucher, die für den Vorfrühling steht. Die Phänologie - griechisch für "Lehre von den Erscheinungen" - leitet aus den Blütezeiten einzelne Phasen des Frühjahrs ab.

Analog zum Frühling gibt es ebenfalls keine bestimmte Temperatur für den Herbstbeginn. "Das ist dann auch subjektiv", sagt Friedrich. "Für diese Übergangsjahreszeiten gibt es keine entsprechenden Einteilungen."

3.  UV-Schutz ist im Frühling noch nicht notwendig

Weit verbreitet ist auch der Irrglaube, dass die Sonne im Frühling noch nicht stark genug wäre, dass sie Schäden verursachen könne. Das ist allerdings auch schon bei vermeintlich harmlosen Sonnenstrahlen und mäßig hohen Temperaturen fahrlässig. 

Dem Newsportal Weekend.at zufolge ist unsere Haut nach einem langen Winter mit übermäßig wolkenverhangenem Winter empfindlicher gegenüber UV-Strahlung. Hinzu kommt, dass im Frühling schützende Ozonwerte nicht sonderlich hoch ausfallen, was uns noch angreifbarer gegenüber den Strahlen macht. 

Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland zufolge, würden die Sonnenstrahlen auf der Haut auch vermehrt Endorphine ausschütten und so dafür sorgen, dass wir beschwingter und glücklicher durchs Leben gehen. Nichtsdestotrotz bergen die Sonnenstrahlen auch Risiken. Es ist also durchaus empfehlenswert, auch in den ersten Jahresmonaten schon eine Schicht Sonnencreme aufzutragen, um sich optimal zu schützen. 

4. Love is in the Air - Was ist an den "Frühlingsgefühlen" dran? 

Frühling ist die Jahreszeit der Verliebten: Händchenhaltende Pärchen, Knutschen in der Öffentlichkeit und angeblich vermehrt aufkommender Sexualtrieb. Aber sind diese sogenannten "Frühlingsgefühle" auch biologisch zu begründen? 

Bei den Männern wird zwar vermehrt Testosteron ausgeschüttet, jedoch erlangt der Hormonspiegel hier sein Hoch erst im Sommer. Allerdings sorgt die gestiegene Testosteron-Produktion dafür, dass Männer sich in ihrer Haut wohler fühlen und auch ihre Lust auf Sex steigt. Bei den Frauen hingegen wird der Sexualtrieb maßgeblich von ihrem Zyklus bestimmt und ist demnach nicht auf eine Jahreszeit zurückzuführen. 

Dass der Frühling automatisch mit Verliebtsein und Pärchen in Verbindung gebracht wird, liegt wohl daran, dass das Glückshormon Serotonin angekurbelt wird. Wir sind somit automatisch zugänglicher, offener und kommunikativer. Das erhöht die Chance, mit Menschen in Kontakt zu treten und sich - im besten Fall - auch neu zu verlieben. 

5. Hormone im Schleudergang - das steckt hinter der "Frühjahrsmüdigkeit" 

Im Zuge des Jahreszeiten-Wechsels von Winter auf Frühling verursachen die Hormone und Botenstoffe im Körper ein ordentliches Durcheinander. Während im Winter vermehrt das Schlafhormon Melatonin ausgeschüttet wird, stellt sich der Körper mit den längeren Sonnenstunden und Lichteinflüssen im Frühling wieder um. Dabei wird dann vermehrt der Neurotransmitter Serotonin ausgeschüttet. Der Hormonbiologe Alexander Lerchl erklärt gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass das dann einen stimmungsaufhellenden Effekt hat. 

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Es kann durchaus belastend sein, sich an die Umstellungen im Körper zu gewöhnen, weshalb Müdigkeit und Trägheit im Frühling verbreitet sind. Laut weekend.at brauchen die hormonellen Veränderungen ihre Eingewöhnungszeit und währenddessen kann zum Beispiel auch der Blutdruck runterfahren, was für Schlappheit und Antriebslosigkeit sorgt. Die sogenannte Frühjahrsmüdigkeit ist also keine Einbildung. 

Alexander Lerchl führt an, dass das Tageslicht  - von dem es im Frühling dann wieder mehr gibt - sich positiv auf unsere Psyche auswirkt. Wenn also die Serotoninspeicher nach einem langen Winter erst einmal wieder aufgefüllt sind, ist es wahrscheinlicher, dass wir wieder aktiver und euphorischer werden

mit Material von dpa

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