Bei Gewitter gibt es ein paar Verhaltensregeln, die auf jeden Fall beachtet werden sollten, um etwa die Gefahr, vom Blitz getroffen zu werden, zu minimieren. Das richtige Verhalten, wenn man vom Gewitter überrascht wird, kann unter Umständen über Leben und Tod entscheiden.

Wir erklären Ihnen, wie Sie sich bei Unwettern verhalten sollten und räumen mit einigen Mythen auf. 

Was soll man bei Gewitter tun?

Grundsätzlich sollten Sie sich bei Gewitter nie draußen aufhalten und immer rechtzeitig Schutz suchen, denn Gewitter sind immer gefährlich. Blitze schlagen oft, aber nicht immer, am höchsten Punkt ein. Schon 50 Meter neben einem Turm oder Mast kann man direkt getroffen werden. Am besten wäre es: Schutz in gesicherten Gebäuden oder in einem Auto suchen. Ist das nicht möglich, dann rät der Verband für Elektrotechnik (VDE), sich eine Bodenmulde oder einen Holzweg zu suchen, um dort mit geschlossenen Beinen in die Hocke zu gehen.

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Das Sprichwort "Buchen sollst du suchen, Eichen sollst du weichen", ist nicht wahr. Lieber sollte man sich merken "Nicht nur Eichen, sondern allen Bäumen, sollst du weichen". Zu Bäumen und Baumgruppen sollte man am besten einen Abstand von zehn Metern haben.

Außerdem ist es ratsam einen Abstand von drei Metern zu metallischen Gegenständen zu halten.

Mythen rund ums Gewitter

  • Bei Gewitter lieber das Handy weglegen. Hier handelt es sich um einen Mythos. Handystrahlung kann keine Blitze anziehen, dazu ist sie viel zu gering. Auch Telefonieren mit einem schnurlosen Telefon ist kein Problem. Das Telefonieren mit Telefonen, die noch eine Schnur haben, ist dagegen eher gefährlich, sofern Ihr Haus kein Blitzschutzsystem besitzt.
  • Der Fernseher stellt eine Gefahr während des Gewitters dar, deshalb sollte man ihn vom Strom nehmen. Wenn Sie bei einem Gewitter vor dem Fernseher sitzen, sind Sie nicht gefährdet. Ihr Fernsehgerät ist eher in Gefahr. Er kann durch Überspannungen, die bei einem Blitzeinschlag auftreten können, kaputtgehen.
  • Schmuck zieht Blitze an. Das stimmt nicht. Haarspangen, Ohrringe oder Piercings erhöhen die Gefahr eines Blitzeinschlages nicht. Wird man doch von einem Blitz getroffen, können diese Metallteile den Blitz aber in und durch den Körper leiten.

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Gewitter beim Autofahren

Bei Gewittern ist man in Autos, Bussen und Zügen sicher. Die Metallkarosserie bildet einen sogenannten Faraday'schen Käfig. Wenn der Blitz also doch einschlagen sollte, dann leitet das Metall die Energie nicht nach innen, sondern in Richtung Erde ab. Hierbei ist es allerdings wichtig, dass die Fenster geschlossen sind.

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Wenn man mit einem Cabrio unterwegs ist, sollte geprüft werden, ob das Dach durch Metallstreben gesichert ist. Einige Cabriodächer haben keine Metallverstärkungen und in diesen Fällen würde ein Blitz direkt die Fahrer treffen. Laut der VDE bieten auch die "Roadsterbügel" einen Schutz, wenn sie mit der Karosserie verbunden sind.

Für Cabriofahrer gilt: Bei Anzeichen für ein Gewitter umgehend das Verdeck schließen und niemals in der Nähe von einer Hochspannungsleitung oder unter Bäumen parken.

Mit Fahrrad oder Motorrad bei Gewitter unterwegs

Wer mit einem Fahrrad oder einem Motorrad unterwegs ist, der sollte seine Fahrt für die Dauer des Gewitters unterbrechen. Der Abstand zum Zweirad sollte mindestens drei Meter betragen. Dann sollte man in die Hocke gehen und sich möglichst klein machen.

Ist man auf einer Rad- oder Motorradtour, ist es wichtig, dass sich nicht alle Teilnehmer nebeneinander stellen. Jeder sollte in einem Abstand von mindestens drei Metern zu dem jeweils anderen haben.

Wie sicher ist man zu Hause bei Gewitter?

Wenn das Haus, in dem man wohnt, einen Blitzleiter hat, hat man nichts zu befürchten. Wohnt man in einem etwas älteren Haus ohne Blitzableiter, dann sollten einige Dinge beachtet werden. Am besten jeden Kontakt zu Leitungen, die ins Haus führen, wie Gas- und Stromleitung, meiden. Auch Abwaschen, Baden oder Duschen sollte man lieber, wenn das Gewitter vorbei ist. Denn auch die Wasserrohre leiten Strom.

Gewitter auf dem Wasser

Was tun, wenn ein Gewitter sich über dem See, Fluss oder Meer anbahnt und man gerade rausgeschwommen ist oder sich auf einem Boot befindet? Angler, Badende, Taucher und Wassersportler sollten bei Anzeichen für ein Gewitter umgehend das Wasser verlassen und ans Ufer zurückkehren. Das gilt natürlich auch fürs Freibad.

Die Blitzexperten der VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) erklären, warum das Schwimmen bei Gewitter lebensgefährlich ist. Auch wenn ein Blitz 100 Meter weit vom Schwimmer entfernt einschlägt, kann er durch die gute Leitfähigkeit von Wasser bei dem Schwimmer einen Schock auslösen. Das kann zu einem Herzstillstand und dem Ertrinken führen. 

Befindet man sich während des Gewitters auf einem Boot, sollte man unter gar keinen Umständen auf dem Deck bleiben. Am besten möglichst tief ins Boot gehen und sich mit geschlossenen Beinen hinhocken. Jeglichen Kontakt mit Metallketten und Segelstangen sollte man vermeiden.

Sport während eines Gewitters

Vor allem Jäger, Reiter und Golfer sollten bei einem Gewitter vorsichtig sein. Jäger sollten möglichst schnell ihren Hochsitz verlassen und Reiter sollten absteigen. Auf dem Pferd ist man für den Blitz ein sehr leichtes Ziel. Zudem ist die große Schrittspannung des Pferdes gefährlich.

Golfplätze sind aufgrund des Geländes und den einzeln stehenden Baumgruppen sehr gefährlich sein. Dort kommt es sehr häufig zu Verletzungen und Todesfällen durch Blitzschlag.

Gewitter beim Wandern in den Bergen

Wer eine Bergwanderung macht, sollte bei den geringsten Anzeichen für ein Gewitter entweder Schutz in einer Berghütte suchen oder zurück zum Auto ins Tal. Blitzexperten empfehlen denen, die es nicht schaffen, rechtzeitig einen Unterschlupf zu finden, Schutz in einer Höhle, unter Felsvorsprüngen oder am Fuß von Felswänden zu suchen.

Nasse Kletterseile, Leitern und andere Gegenstände aus Metall sollten nicht berührt werden. Ebenso wenig sollten feuchte Felswände angefasst werden. Durch den felsigen Untergrund kann sich ein Blitz über größere Entfernungen ausbreiten und einen Menschen beim Berühren mehrere Meter weit schleudern.

Stirbt man, wenn man von einem Blitz getroffen wird?

Man kann einen Blitzschlag überleben. Jährlich sterben im Durchschnitt nur drei bis vier Menschen an einem Blitzschlag. Grund: Der größte Teil des Blitzstroms fließt in den meisten Fällen auf der Körperoberfläche ab. Die Art und Schwere der Verletzung hängt davon ab, wo wir genau getroffen werden. Die häufigsten Verletzungen sind Verbrennungen, Schäden am Herzen, Lähmungen, Hör- und Sehstörungen. Für Ersthelfer gilt: Man kann und soll einen Menschen unmittelbar nach einem Blitzeinschlag wiederbeleben.

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