Welche Rechte habe ich als Gast in einem Restaurant? Geplant war ein romantisches Dinner zu zweit. Kaum angekommen, entpuppt sich der geplante Abend zu einem Super-GAU. Die Tischreservierung wurde vergessen oder das Essen lässt ewig auf sich warten. Kaum kommt das Gericht an, verfliegt der Appetit durch unerwünschte Haare in der Suppe. Zur Feier des Tages kippt der Kellner noch den Rotwein auf das frisch gebügelte, weiße Hemd. 

Das Treffen ist gelaufen und der Ärger macht sich langsam breit. Spätestens nach dem die Rechnung ewig nicht kommt, stellt man sich die Frage: Was muss ich mir als Gast alles bieten lassen?

Tischreservierung und Co.: Diese Rechte haben Gäste beim Restaurantbesuch

Sobald Sie in Ihrem Lieblingsrestaurant einen Platz reserviert haben, bestätigen sowohl Sie als auch der Wirt einen anbahnenden Vertrag über die angekündigte Bewirtung. Laut der Rechtsberatungs-Plattfrom anwalt.de verpflichten sich so beide Parteien zur gegenseitigen Rücksichtnahme. Kurz: Der Wirt reserviert einen Tisch und der Gast erscheint pünktlich zur vereinbarten Zeit.

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Sobald Sie, als Gast zu spät kommen, so ist das Restaurant nicht verpflichtet Ihnen über die Verspätung hinweg einen Tisch freizuhalten. Eine feste Zeitspanne, bis wann ein Wirt bei Verspätung des Gastes dazu verpflichtet ist den Platz zu reservieren, gibt es nicht. Kommen Sie allerdings pünktlich, so muss das Lokal Ihnen binnen 15 bis 20 Minuten nach Ihrer Ankunft einen Platz freiräumen. Tut es das nicht, so können Sie einfach gehen und die aufgewendeten Fahrtkosten in Rechnung des Betriebes stellen. 

  • Kommen Sie immer pünktlich zu Reservierungen.
  • Geben Sie bei Verspätungen telefonisch Bescheid.

Lange Wartezeiten bei Essen und Getränken - muss ich weniger zahlen?

Auch auf Ihre Bestellung sollten Sie nicht ewig warten müssen. Hier gibt es allerdings keine festen oder genauen Angaben. Schließlich dauert ein Salat oder eine Suppe nicht so lange wie etwa ein Fischgericht. Bei Getränken gibt es allerdings eine vorgegebene Zeitspanne. Hier haben die Gastwirte 20 Minuten Zeit, um diese an den Tisch zu bringen. 

  • Bevor man nach langem Warten eine Preisminderung erwartet: Setzen Sie dem Wirt eine  zeitliche Frist, um Ihren Wunsch zu erfüllen.
  • Im Streitfall beschließen Gerichte oft eine 30 prozentige Minderung der Rechnung. 

Essen mangelt an Geschmack oder an Qualität

Bei mangelhafter Qualität, wie beispielsweise einem Haar in der Suppe,  hat das Restaurant das Recht auf Nachbesserung. Ihr Essen muss als genießbar und unverdorben gelten, nicht verbrannt, versalzen, zäh oder kalt sein. Bevor Sie also eine Preisminderung erwarten können, darf der Koch das Gericht erneut und diesmal hoffentlich zu Ihrer Zufriedenheit zubereiten. 

Beim Geschmack sieht das Ganze etwas anders aus, denn sobald die Qualität geleistet ist, kann der Wirt kaum jedem Gaumen gerecht werden. Geschmäcker sind schließlich verschieden. Gegebenenfalls ist es möglich Gewürze nachzubestellen, um Ihr Gericht für Sie zu optimieren.

  • Reklamieren Sie das Gericht sofort, nicht erst nach einigen Bissen.
  • Der Ton macht die Musik: Wenn Ihnen das Essen nicht schmeckt, werden viele Restaurants bei nettem Nachfragen trotzdem auf Ihre Wünsche eingehen.

Fauxpas der Kellner

Wer zahlt mir mein Hemd, wenn der Kellner das Tablett samt Rotwein auf mich schüttet? Der Arbeitgeber, somit das Restaurant haftet für diesen Schaden. Somit zahlt der Wirt selbst die Reinigungskosten oder auch den Wert der Kleidung.

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Ohne Rechnung zu bezahlen, gehen

Sollten Sie den Kellner innerhalb von 30 Minuten bereits drei Mal um Ihre Rechnung gebeten haben, so dürfen Sie das Restaurant verlassen, wie gastronomieguide.de berichtet. In diesem Fall müssen Sie allerdings Ihre Kontaktdaten hinterlassen, denn der Betrag Ihres Essens ist deswegen nicht hinfällig. Die Rechnung lassen Sie sich auf diesem Wege einfach nur nach Hause schicken.

  • Wenn trotz mehrfacher Aufforderung niemand kommt, ist es häufig am schnellsten, direkt an der Theke zu bezahlen.
  • Stellen Sie sicher, dass Sie Zeugen haben, die Ihre lange Wartezeit bestätigen können.

Der Letzte zahlt die Rechnung - oder?

Ein beliebter Spruch unter Freunden, doch noch lange nicht wahr. Bestellt man in einem Restaurant, so schließt man einen Vertrag ab. Ist man in einer Gruppe unterwegs, hat jeder einzelne Gast einen Vertrag abgeschlossen und nicht alle Freunde zusammen. Der Wirt muss also selbst darauf achten, welcher Gast welche Bestellungen getätigt hat. Zudem berichtet anwalt.de, dass es sich bei dem sogenannten "auf den Deckel schreiben" um einen anerkannten Beweis handelt, mit dem bewiesen werden kann, welcher Gast wie bewirtet wurde. Somit gilt der Bierdeckel in diesem Fall als Urkunde. Werden hier Dinge verändert, kann das auch zu einer strafbaren Urkundenfälschung führen. 

  • Jeder ist für seine eigenen Bestellungen verantwortlich. Der Letzte muss also nicht für alles aufkommen.
  • Bierdeckel können als Urkunde geltend gemacht werden.

Läuft bei einem Restaurantbesuch einmal nicht alles so rund, gibt es also dennoch bestimmte Regeln, an die sich sowohl Gäste als auch Wirte halten müssen - Ihre Rechnung müssen Sie allerdings trotzdem immer bezahlen.