Tanktourismus ist aktuell aufgrund der explodierenden Spritpreise an deutschen Tankstellen für viele Menschen in den Grenzregionen zu Tschechien eine beliebte Option. Während sich hierzulande die Preise über der 2-Euro-Marke eingependelt haben, zeigt die Nachrichtenagentur News5 bei einem Besuch einer Tankstelle im tschechischen Aš am 17. März einen Benzinpreis von lediglich 1,66 Euro, während Diesel 1,81 Euro pro Liter kostet.
Im Gespräch mit den Reportern drücken einige deutsche Tanktouristen ihre Wut auf die deutsche Bundesregierung aus. Es herrscht Unverständnis, weshalb Kunden anderswo weniger zahlen müssen. "Wenn andere Länder in der EU die Möglichkeit haben, diese Preise entsprechend anzupassen, dann muss es auch in Deutschland möglich sein", moniert ein Senior.
"Tolle deutsche Bundesregierung": Tanktouristen wütend über Preisunterschiede
"Also meiner Meinung nach, werden die Preise künstlich hochgehalten bei uns, muss man einfach so sagen, weil es kann ja nicht sein. Ich wohne fünf Kilometer von hier in Deutschland", kritisiert ein junger Mann. Er fahre jetzt lieber fünf Kilometer von Schönwald nach Tschechien, anstelle nach Selb. Dass ein maßgeblicher Grund für den Preisunterschied die teils geringeren Steuern in Tschechien sind, haben wir bereits in einem Artikel zum Tanktourismus in Tschechien behandelt.
Vor allem auf dem Land seien viele Menschen auf das Auto angewiesen, merkt der Senior an. "Und da trifft es diese Leute natürlich im Geldbeutel besonders hart." Diese Tatsache betonte auch die fränkische Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU), die den Mineralölkonzernen schwere Vorwürfe macht. Um die Preissituation zu entspannen, will die Bundesregierung im Rahmen eines Maßnahmenpakets unter anderem das österreichische Modell einführen. Dieses begrenzt die Möglichkeiten von Tankstellen, Spritpreise zu erhöhen. Österreich hat diese Tankregel nun jedoch noch einmal verschärft.
"Die tolle deutsche Bundesregierung" sei jetzt "krampfhaft" auf der Suche nach einer Lösung "nach den Problemen, die wir ohne sie gar nicht hätten", teilt ein weiterer Mann im News5-Interview seine Meinung. Er denke, unter anderem durch "diese idiotische CO₂-Steuer" würden die Spritpreise "künstlich hochgetrieben". Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) fordert den Stopp dieser Steuer.
Hubert Aiwanger will Abschaffung von CO₂‑Steuer - seine Lösung
"Damit wäre der Sprit sofort um 15 bis 20 Cent günstiger. Finanzieren könnte der Bund diese Steuersenkung teilweise, indem beispielsweise auf die ohnehin bürokratische Kaufprämie für E-Autos verzichtet wird", ließ er in einer Pressemitteilung vom 4. März 2026 verlauten. Ein anderer Tanktourist bezeichnet die CO₂-Steuer als "Geldschneiderei am Bürger". Er sei mit einem 20-Liter-Kanister angereist, um gleich eine Ration günstigeren Sprit für eine Reise nach Norddeutschland mitzunehmen. Weitere Nachrichten aus Wunsiedel und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.