Ein Mann muss sich von Dienstag (23.02.2021) an wegen heimlich gefilmter Sex-Videos und der Vergewaltigung mehrerer Frauen vor dem Landgericht Würzburg verantworten. Bereits im Juni 2020 wurde gegen den Hobby-Kickboxer verhandelt. Die Verhandlungen mussten jedoch unterbrochen werden, da sich weitere Opfer gemeldet haben.

"Nach aktuellem Stand werden dem Angeklagten fünf Vergewaltigungen zur Last gelegt", teilte ein Gerichtssprecher mit. Weitere Übergriffe würden rechtlich anders bewertet, etwa als sexueller Übergriff oder Körperverletzung. 

Update: Angeklagter gesteht Vergewaltigungen und Sex-Videos

Im Prozess um heimlich gefilmte Sex-Videos und die Vergewaltigung mehrerer Frauen hat der Angeklagte vor dem Würzburger Landgericht über seinen Anwalt ein Geständnis abgelegt. Zuvor hatten sich die Prozessbeteiligten auf einen Strafrahmen verständigt, um das Verfahren abzukürzen und den Opfern eine Aussage zu ersparen.

Staatsanwaltschaft Tobias Knahn hatte zu Prozessbeginn am Dienstag angekündigt, ohne Geständnis des Angeklagten stelle er sich eine Haftstrafe "im deutlich zweistelligen Bereich" vor.

Das Gericht um den Vorsitzenden Richter Thomas Schuster begrüßte die Absprache im Sinne einer Verfahrensverkürzung, die gerade bei Sexualstraftaten "den Opfern die traumatische Erfahrung erspart, ihre Erlebnisse im Zeugenstand schildern zu müssen".

Die Kammer hatte dem Angeklagten für ein volles Geständnis eine Haftstrafe von siebeneinhalb bis zehn Jahren in Aussicht gestellt. Außerdem sei es in dem Fall unwahrscheinlicher, dass der Deutsche nach dem Verbüßen seiner Strafe zur Sicherungsverwahrung weiter im Gefängnis bleiben müsse, sagte der Vorsitzende Richter.

Hobby-Kickboxer aus Würzburg filmte mit Laptop-Kamera oder Handy

Der ehemalige Lehramt-Student hatte seine Bekanntschaften unter anderem über Dating-Plattformen wie Tinder oder Lovoo kennengelernt. Vor Gericht gab der Hobby-Kickboxer damals schon zu, beim Sex mit einer Laptop-Kamera oder dem Handy gefilmt zu haben - ohne das Wissen der Betroffenen. Vergewaltigungen hatte es seinen Angaben nicht gegeben, der Geschlechtsverkehr sei einvernehmlich gewesen.

Wie der BR berichtet soll es 2018 zu einer besonders schweren Vergewaltigung im Würzburg Ringpark gekommen sein. Während des gemeinsamen Heimweges soll der Angeklagte seine Begleiterin vergewaltigt haben. Er soll sie außerdem geschlagen und heftig gewürgt haben. Zufällig vorbeikommende Personen unterbrachen die Vergewaltigung und setzten einen Notruf ab. Der Hobby-Kickboxer soll daraufhin der Frau ins Gesicht geschlagen haben und geflüchtet sein.

Dem Gericht zufolge ist eine Vielzahl von Verhandlungsterminen vorgesehen, die bis in den Juli hinein reichen. Weil im Landgericht kein ausreichend großer Sitzungssaal vorhanden ist, um eine coronakonforme Verhandlung zu ermöglichen, findet der Prozess in einer Festhalle im nahen Rottendorf statt.

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