Nach zwei Liga-Niederlagen zum Auftakt haben die Würzburger Kickers erstmals gepunktet - das Remis beim Trainerdebüt von Marco Antwerpen aber hatte einen unglücklichen Touch. Erst durch ein Gegentor in der Nachspielzeit verpassten die Unterfranken am Sonntag (4. Oktober 2020) beim 2:2 (1:1) den Sieg gegen die SpVgg Greuther Fürth aus Mittelfranken.

Robert Herrmann (2. Minute) und Dominik Baumann (64./Foulelfmeter) trafen vor 1877 Zuschauern für die Gastgeber. Branimir Hrgota erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich (26.). In der zweiten Minute der Nachspielzeit köpfte Maximilian Bauer das 2:2. «Wir hätten den Sack zumachen können, aber das haben wir nicht geschafft», sagte Antwerpen bei Sky. «Ich glaube wir haben viel investiert und waren über die ganze Dauer des Spiels die bessere Mannschaft. Grundsätzlich kann man positive Dinge mitnehmen.»

Würzburger unter neuem Trainer aktiver und gefährlicher

Nach dem überraschenden Rauswurf von Aufstiegstrainer Michael Schiele und der Verpflichtung des ehemaligen Braunschweigers Antwerpen waren die Würzburger das aktivere und gefährlichere Team am Dallenberg. Mit einem sehenswerten Schlenzer von der Strafraumkante erzielte Herrmann das erste Saisontor für die Kickers. Fürth-Kapitän Hrgota glich nach einer starken Vorlage von Sturmpartner Jamie Leweling aus.

Leweling und Hrgota hatten danach gute Chancen zum zweiten Tor, scheiterten aber. Die Würzburger blieben gegen ideenlose Gäste engagierter und kamen per Strafstoß zum 2:1. Verteidiger Arne Feick war von Paul Jaeckel im Sechzehner gefoult worden. Baumann trat an, nachdem Herrmann in der Vorwoche beim 0:1 in Düsseldorf einen Elfmeter in der Nachspielzeit verschossen hatte; er traf sicher.

Bauers Kopfball sorgte schließlich für das Remis und das dritte Fürther Unentschieden der Saison. Dabei hätte es vor dem Tor keinen Eckball geben dürfen, sondern Abstoß. «Natürlich sind wir enttäuscht über diese Entscheidung», haderte der neue Kickers-Trainer.

Antwerpen erst wenige Tage in Würzburg

Antwerpen war unter der Woche nach Würzburg gekommen als Nachfolger von Schiele, der nach den zwei Niederlagen in der Liga und dem Aus im DFB-Pokal gehen musste. «Wir müssen auf den Verein schauen, der Verein muss über allem stehen», sagte Clubchef Daniel Sauer bei Sky. «Das war sicherlich eine sehr schwierige Entscheidung.» Angesprochen auf die Rolle dabei von Felix Magath, dem mächtigen Repräsentanten des Hauptsponsors, sagte Sauer, dass man sich «natürlich» mit dem früheren Nationalspieler und Bundesliga-Trainer zusammengesetzt habe.

Nach dem ersten Punktgewinn im Franken-Duell soll künftig auch Mitja Lotric für Erfolge sorgen. Der 26 Jahre alte Stürmer aus Slowenien kommt von Meister NK Celje und unterschrieb bis 2022. Er soll die Lücke füllen, die Luca Pfeiffer hinterlässt. Der Angreifer wird wohl zum dänischen Champions-League-Teilnehmer FC Midtjylland wechseln.

 

red/dpa