• Mädchen bei Messerattacke in Würzburg lebensbedrohlich verletzt
  • Verein ruft Spendenaktion ins Leben
  • unerwartet hohe Summe zusammengekommen

Chaos in der Würzburger Innenstadt: Am 25. Juni hatte ein Mann am Barbarossaplatz mehrere Menschen mit einem Messer angegriffen, niedergestochen und teils sogar tödlich verletzt. Passanten flohen panisch, versteckten sich oder versuchten den Angreifer selbst in die Enge zu treiben. Insgesamt drei Menschen verloren bei der Attacke ihr Leben, neun weitere wurden verletzt. Darunter auch ein elfjähriges Kind, dessen Mutter ums Leben kam.

Mädchen bei Messerangriff verletzt

Ihre Verletzungen waren lebensgefährlich, doch die Elfjährige aus dem Landkreis Würzburg überlebte die Messerstiche, die ihr der 32-jährige Angreifer zugefügt hatte. Ihre alleinerziehende, 49-jährige Mutter, mit der das Mädchen zum Tatzeitpunkt in der Innenstadt unterwegs war, jedoch nicht. Weil das Mädchen nach der Tat mittellos und auf finanzielle Hilfe angewiesen war, initiierte der Verein „Würzburg zeigt Herz“ gemeinsam mit dem Landkreis Würzburg eine Spendenaktion. Damit soll dem Mädchen auch therapeutische Hilfe zugesichert werden, um die Ereignisse verarbeiten zu können.

Über 200.000 Euro an Spenden sind mittlerweile aus ganz Deutschland zusammengekommen. Darunter Überweisungen von Privatpersonen, aber auch von Firmen, die teilweise bis zu 25.000 Euro gespendet haben. „Es hätte von uns kein Mensch gedacht, dass die ganze Republik darauf einsteigt und es so toll angenommen wird“, freut sich Judith Jörg, Zweite Vorsitzende des Vereins. „Unser Auftrag ist es nun, das Geld an das Mädchen zu überweisen.“

Doch genau das gestalte sich aufgrund bürokratischer Hürden schwierig: Weil der Geldbetrag so hoch ist, könnte die Elfjährige ihre Sozialleistungen verlieren und müsste die Summe außerdem versteuern. Der Verein „Würzburg zeigt Herz“ sucht gerade zusammen mit dem Finanzamt und Steuerexperten nach einer Möglichkeit, wie sie das Geld trotzdem erhalten kann. Die Organisation habe auch zu Spenden für die weiteren Opfer der Messerattacke aufgerufen. Für diese sei aber bei weitem nicht so viel Geld zusammengekommen wie für das Mädchen, sagt Jörg.

Angreifer wohl schuldunfähig

Laut Informationen des Würzburger Landratsamtes wohnt die Schülerin mittlerweile bei ihrem Vater und Bruder. „Das Mädchen wünscht sich vor allem Normalität und möchte nicht erkannt werden“, betont eine Sprecherin. Ein erstes psychiatrisches Gutachten erklärt, dass der 32-jährige Angreifer zum Tatzeitpunkt möglicherweise schuldunfähig war, eine weitere Einschätzung stehe aber noch aus.

Spenden für die Opfer der Messerattacke sind weiterhin unter den folgenden Angaben möglich: Empfänger: Verein "Würzburg zeigt Herz", Kreditinstitut: Sparkasse Mainfranken, IBAN: DE37 7905 0000 0048 8375 20, BIC: BYLADEM1SWU.

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