Forschergruppen aus 39 Institutionen in Europa, Nordamerika, Südamerika und Australien haben im Rahmen des renommierten Cancer Genome Atlas Research Network Proben von 91 Nebennierenkarzinomen gesammelt und untersucht. Die europäischen Forscher des weltweiten Projekts wurden dabei von Würzburg aus koordiniert.


Zahl der bekannten genetischen Treiber verdoppelt

Die Krebsforscher entdeckten mehrere neue Gene, die zur Entstehung von Nebennierenkrebs führen. Tatsächlich konnte die Anzahl der bekannten genetischen Treiber durch die Studie verdoppelt werden. "Diese Daten haben Auswirkungen auf die Diagnose und Prognose des Nebennierenrindenkarzinoms. Sie erlauben uns, tief in die Biologie der Krankheit zu blicken", sagt Professor Martin Fassnacht, Leiter der Endokrinologie am Universitätsklinikum Würzburg und europäischer Koordinator der Studie.


Ein neues Verständnis für die Erkrankung

Das Nebennierenkarzinom betrifft jährlich durchschnittlich nur zwei Menschen pro eine Million weltweit. Weil die Erkrankung so selten ist, behandelt eine Institution alleine jährlich nicht genug Patienten, um aussagekräftige Forschung zu betreiben. Die Studie war deshalb äußert hilfreich, sie führte zu vielen neuen Erkenntnissen und einem neuen Verständnis für die Erkrankung.


Ergebnisse haben Auswirkungen auf mögliche Therapieansätze

Seit den 1970er Jahren wurden wegen der Seltenheit der Krankheit keine neuen Behandlungsmöglichkeiten mehr entwickelt. "Wenn wir die Mechanismen verstehen, wird uns dies möglicherweise helfen, neue Therapiemöglichkeiten zu finden", meint Fassnacht. Die vollständigen Daten des Projekts wurden in frei zugänglichen Datenbanken veröffentlicht, sodass jeder Forscher weltweit darauf zugreifen kann. "Die Ergebnisse dieser Arbeit werden hoffentlich neuen Entdeckungen in der Erforschung des Nebennierenrindenkarzinoms sowie anderer Krebserkrankungen den Weg bahnen", führt Fassnacht fort.