Bei strahlendem Sonnenschein hat Franken seine Identität gefeiert. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) bezeichnete die Region beim Bürgerfest zum "Tag der Franken" am Sonntag in Ochsenfurt als "gelobtes Land". Franken sei ein starkes Stück Bayern. Der CSU-Politiker versprach erneut Unterstützung für den vom demografischen Wandel besonders betroffenen Norden des Freistaats. "Wir müssen auch bereit sein, Institutionen und Behörden aus dem Großraum München zu verlagern", sagte er.

Der vom Landtag ins Leben gerufene Aktionstag soll fränkisches Selbstbewusstsein demonstrieren. Er dient damit auch der Selbstvergewisserung einer Region, die sich gegenüber dem selbstbewussten Südbayern mitunter im Nachteil sieht. Das Fest erinnert an die Gründung des fränkischen Reichskreises im Jahr 1500. Es wird seit 2006 jährlich in einem wechselnden Ort der drei fränkischen Regierungsbezirke ausgerichtet.

Im Mittelpunkt standen fränkische Kultur, Brauchtum und Lebensart. In den Gassen des malerischen Main-Orts im Süden von Würzburg präsentierten sich Musik- und Trachtengruppen, die rot-weiße Frankenfahne flatterte. Der ganz große Ansturm blieb allerdings aus, bei drückender Sommerhitze blieben viele Bierbänke leer.

"Das ist für uns die Gelegenheit, mal aus dem Schatten zu treten und der Welt zu zeigen, was Franken für ein wunderschönes Fleckchen ist", betonte Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU). Separatistische Töne sollte es aus Sicht der Veranstalter aber nicht geben: "Wir wissen, dass wir wirklich in Bayern gut aufgehoben sind", betonte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel.

Einige Demonstranten der Partei für Franken äußerten jedoch auch Kritik. Sie empfingen Seehofer mit dem Spruchband: "Wir stehen zu Bayern - aber Bayern nicht zu Franken".