In Würzburg war die Silvesternacht von einem tödlichen Brand überschattet worden. Eine 88-jährige Frau verlor ihr Leben, nachdem ihre Wohnung im Stadtteil Heuchelhof in Flammen aufgegangen war. Das teilte die Polizei Unterfranken in ihrer Bilanz zur Silvesternacht mit.
Polizei und Feuerwehr arbeiteten seitdem intensiv daran, die Ursache zu klären. Erste Hinweise hatten darauf hingedeutet, dass Feuerwerkskörper den Brand verursacht haben könnten. Nun gibt es Neuigkeiten von den Ermittlern.
Update vom 05.02.2026: Zwei Tatverdächtige nach Todesfall bei Wohnungsbrand
Nach dem verheerenden Brand in der Silvesternacht, bei dem eine Frau ums Leben kam, konnte die Kriminalpolizei Würzburg zwei Verdächtige identifizieren. Bei Ankunft konnten die Einsatzkräfte bereits Rauchschwaden vom Balkon im ersten Stock des Mehrfamilienhauses wahrnehmen. Die Flammen hatten auch Teile der angrenzenden Wohnung erfasst, wie das Polizeipräsidium Unterfranken zusammenfasst.
Im Zuge der letztendlich erfolgreichen Brandbekämpfung stießen die Rettungskräfte auf die 88-jährige Wohnungsinhaberin, die zu diesem Zeitpunkt bereits bewusstlos war. Die Frau wurde sofort ins Freie gebracht, notärztlich versorgt und in eine Klinik eingeliefert. Dort verstarb sie im Laufe der Nacht. Noch in der Nacht übernahm die Kriminalpolizei Würzburg, in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Würzburg, vor Ort die Ermittlungen und sicherte zahlreiche Beweise.
Ebenso sei ein Video analysiert worden, welches die mutmaßlichen Verdächtigen zeige, die mit Silvesterraketen hantierten. Die Ermittlungen zur Brandursache bestätigten demnach den Verdacht, dass das Feuer auf dem Balkon durch eine Silvesterrakete ausgelöst wurde. Die in ihrer Wohnung befindliche Frau erlitt laut Polizei eine schwere Rauchgasvergiftung und wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo sie im Laufe der Nacht verstarb.
Wohnungsbrand in Würzburger Silvesternacht: Videos von Nachbarn führten zu den Verdächtigen
Umfangreiche Ermittlungen der Würzburger Brandermittler, insbesondere auch Befragungen der Nachbarschaft, führten laut Präsidium letztlich zu zwei Verdächtigen. Hierbei handelt es sich demnach um einen 42- und einen 48-jährigen Deutschen. An diese wurde durch Beamte der Würzburger Kriminalpolizei am Mittwoch herangetreten. Dabei wurden auch Datenträger sichergestellt, die nun ausgewertet werden. Die beiden Männer wurden in Absprache mit der Staatsanwaltschaft nach Durchführung der kriminalpolizeilichen Maßnahmen entlassen.
Sie müssen sich nun in einem Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Brandstiftung strafrechtlich verantworten. Im Zuge der Ermittlungen konnten durch die Befragungen der Nachbarschaft zahlreiche Videos aus der Tatnacht gesichert werden, die letztendlich zur Ermittlung der beiden Verdächtigen führten.
"Das Polizeipräsidium Unterfranken möchte in diesem Zusammenhang nochmals hervorheben, dass jeder noch so kleine Hinweis für die Ermittlungen entscheidend sein kann, auch wenn er einem Einzelnen vielleicht als unwichtig erscheint. Wie im genannten Fall kann die Mithilfe der Bevölkerung ein wichtiges Puzzleteil in den Ermittlungen sein und einen entscheidenden Beitrag zur Aufklärung einer Straftat darstellen", heißt es in einem abschließenden Appell.
Erstmeldung vom 01.01.2026: Tragödie in Würzburg: 88-Jährige stirbt nach Wohnungsbrand in der Silvesternacht
In den frühen Morgenstunden des Neujahrstags, am Mittwoch (1. Januar 2026), ging demnach bei der Integrierten Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst gegen 0.30 Uhr ein Notruf ein. Eine Wohnung in der Pariser Straße wurde von einem Balkonbrand bedroht. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr und Polizei waren rasch vor Ort und entdeckten bereits beim Eintreffen Rauchschwaden, die aus dem Balkon des Mehrfamilienhauses drangen.
Die Flammen hatten sich zu diesem Zeitpunkt bereits auf Teile der dazugehörigen Wohnung ausgebreitet. Während der Löscharbeiten stießen die Rettungskräfte auf die 88-jährige Wohnungsinhaberin, die bereits bewusstlos in der Wohnung lag. Sie wurde sofort ins Freie gebracht und notärztlich behandelt.
Anschließend erfolgte die Verlegung in eine Klinik. Trotz aller Bemühungen der Ärzte erlag die Seniorin im Laufe der Nacht ihren schweren Verletzungen.
Silvesterfeuerwerk als Ursache "wahrscheinlich" - Kripo ermittelt
Direkt nach der Brandbekämpfung begann die Kriminalpolizei Würzburg mit der Untersuchung des Vorfalls. "Nach bisherigen Erkenntnissen der Brandermittler ist es wahrscheinlich, dass Silvesterfeuerwerk das Feuer auf dem Balkon verursacht hat", erklärt die Polizei Unterfranken in ihrer Mitteilung.
Zeugen hätten demnach "dem Sachstand nach eine dreiköpfige Personengruppe wahrgenommen, die mit Silvesterraketen hantiert hat", heißt es in der Mitteilung der Polizei Unterfranken.
Dabei soll mindestens eine Rakete auf den Balkon geflogen sein. Kurze Zeit später sei der Brand ausgebrochen.
Polizei sucht Zeugen und Beweismaterial
Die Polizei hat bislang keine Hinweise auf die Identität der mutmaßlichen Verursacher. Es soll sich um zwei Männer und eine Frau gehandelt haben. Der Sachschaden wird derzeit auf einen Betrag im unteren sechsstelligen Bereich geschätzt.
Ermittelt wird wegen fahrlässiger schwerer Brandstiftung mit Todesfolge. Die unterfränkische Polizei wendet sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung und bittet um Hinweise, die zur Identifizierung der Personengruppe führen können. Insbesondere suchen sie nach Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben, aber bislang nicht mit der Polizei in Kontakt getreten sind.
Darüber hinaus interessiert sich die Polizei für Bild- oder Videomaterial, das in der Umgebung der Pariser Straße während der Silvesternacht aufgenommen wurde. Es könnte dabei helfen, wichtige Details über den Ursprung des Brandes und die mutmaßlichen Verursacher zu klären.
Die betroffene Wohnung liegt in einem Mehrfamilienhaus in der Pariser Straße im Würzburger Stadtteil Heuchelhof. Das Viertel, das sich südlich des Stadtkerns befindet, ist ein beliebtes Wohngebiet.
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