Update vom 23.07.2026: Angriff wegen Israel-Anstecker? Verdächtiger genießt Schutz

Der mutmaßliche Angreifer auf ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Franken hat laut Behördenangaben einen Schutzstatus in Deutschland. Der 20-jährige Syrer sei laut des Landratsamts Main-Tauber-Kreis in Tauberbischofsheim, das ausländerrechtlich für den Verdächtigen zuständig ist, nicht ausreisepflichtig. Der Mann wohne nicht in einer Asylunterkunft - Details wurden nicht genannt.

Der Ausländerbehörde seien zudem verschiedene Ermittlungsverfahren bekannt, die jedoch von der Staatsanwaltschaft eingestellt wurden oder nicht zu einer Anklage geführt hätten. Dem Polizeipräsidium Unterfranken und der Generalstaatsanwaltschaft München zufolge zählen unter anderem Körperverletzungen dazu.

Eine Luftaufnahme von Höchberg (Kreis Würzburg). Ein 65-Jähriger ist in dem unterfränkischen Markt wegen eines Isreal-Ansteckers angegriffen wurden. Der mutmaßliche Täter - ein 20-jähriger Syrer, sitzt in Untersuchungshaft. Gegen ihn wird wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.
NEWS5 / Pascal Höfig (NEWS5)

Der 20-Jährige soll in der Nacht zum Montag (19./20. Juli 2026) in der Nähe einer Bushaltestelle in Höchberg bei Würzburg einen 65-jährigen Deutschen, der mit einer Israelflagge am Revers unterwegs war, schwer verletzt haben. Nach ersten Angaben der Ermittler wird von einer israelfeindlichen oder islamistischen Motivation des mutmaßlichen Täters ausgegangen. Polizei und Generalstaatsanwaltschaft ermitteln wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Der Verdächtige befindet sich in Untersuchungshaft.


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Hintergründe von Attacke im Kreis Würzburg unklar

Wie die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Würzburg mitteilte, handelt es sich bei dem Schwerverletzten um ein Mitglied der Organisation. Der 65-Jährige sei wegen seines Ansteckers israelfeindlich angesprochen und während des Gesprächs plötzlich ins Gesicht geschlagen worden - "relativ aus heiterem Himmel", sagte Jonas Weibel, Vorstand der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Würzburg. Bleibende Schäden seien jedoch nicht zu erwarten.

Der Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, Ludwig Spaenle, erklärte nach dem Angriff: "Bei islamistisch geprägten Vorstellungen, die in Deutschland zu antisemitischen Straftaten geführt hätten, spielten die Einstellungen von Menschen, die nach Deutschland gekommen sind und bereits in ihrer Kindheit und Jugend oder in ihrem Umfeld judenfeindliche Vorstellungen eingesogen haben, oft eine Rolle."

Das Motiv des Verdächtigen ist noch unbekannt. Die Polizei hatte den jungen Mann bereits am frühen Abend des Sonntags auf einem Marktfest in Höchberg kontrolliert, da er dort Zeugenaussagen zufolge andere Menschen belästigt haben soll. Zu strafbaren Handlungen soll es nach aktuellem Stand der Ermittlungen nicht gekommen sein.

Update vom 21.07.2026: Mehrere Personen sehen den Angriff - "Niemand griff ein"

"Es standen mehrere Menschen an der Bushaltestelle, niemand griff ein." Das hat Konstantin Mack, Vorsitzender der Deutsch-Israelischen Gemeinschaft in Würzburg, nach eigener Aussage direkt vom Opfer erfahren. Er habe den Mann im Krankenhaus besucht, der am Sonntagabend (19. Juli 2026) in Höchberg an einer Bushaltestelle von einem 20 Jahre alten Syrer erst bepöbelt und dann angegriffen worden sei.

Das Opfer sei mittlerweile ansprechbar, so Mack. Der 65-Jährige sei "relativ unvermittelt" angegriffen worden. Zuerst habe der Angreifer mit der Faust zugeschlagen und dann auf das am Boden liegende Opfer eingetreten. Was sich am Tatort noch abgespielt hat und wie die Polizei von dem Übergriff erfuhr, lesen Sie auf unserem Schwesterportal fraenkischertag.de (PLUS-Artikel).

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, betonte, er erwarte, "dass die Möglichkeiten des Rechtsstaats zur Ahndung eines solchen Verbrechens vollumfänglich ausgeschöpft werden". "Dieser Ausbruch brutaler Gewalt geschieht nicht im luftleeren Raum." Alle einschlägigen Statistiken belegten eine Verfestigung antisemitischer Vorfälle auf Rekordniveau, so Schuster. Eine Trendumkehr werde Politik und Zivilgesellschaft enorme Anstrengungen abverlangen.

Dem Opfer des Angriffs wünschte Schuster eine schnelle und vollständige Genesung.

Ursprungsartikel vom 21.07.2026, 15.15 Uhr: Antisemitischer Angriff bei Würzburg - Polizei ermittelt wegen versuchtem Mord

Ein Mann mit einer Israelflagge am Revers ist in Höchberg bei Würzburg am Sonntagabend (19. Juli 2026) angegriffen und schwer verletzt worden. Man gehe von einer israelfeindlichen oder antisemitischen und islamistischen Motivation des 20 Jahre alten Angreifers aus, teilten Polizei und Generalstaatsanwaltschaft München mit. Dort übernahm der zentrale Antisemitismusbeauftragte der bayerischen Justiz das Verfahren wegen versuchten Mordes. 

Der mutmaßliche Angreifer mit syrischer Staatsbürgerschaft sei noch vor Ort in Höchberg bei Würzburg festgenommen worden und sitze inzwischen in Untersuchungshaft, hieß es von den Ermittlungsbehörden. Er sei in der Vergangenheit bereits strafrechtlich unter anderem wegen Körperverletzung in Erscheinung getreten.

Der Verdächtige soll den 65-Jährigen unter anderem gegen den Kopf getreten haben. Das Opfer befinde sich nach dem Angriff am späten Sonntagabend nicht in Lebensgefahr. Bei der Festnahme des Verdächtigen sei ein Polizist leicht verletzt worden. Bei dem Schwerverletzten handle es sich um ein Mitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) in Würzburg, teilte die Organisation mit. Er sei wegen seines Ansteckers israelfeindlich angesprochen und während des Gesprächs plötzlich ins Gesicht geschlagen worden.

Tritte gegen den Kopf des Opfers: Polizei sucht Zeugen

Als der Mann schon wehrlos am Boden gelegen habe, habe der Angreifer "weiter brutal auf Kopf und Körper" eingetreten, teilte die DIG mit. Das Opfer habe "unter anderem Kopfverletzungen und einen Knochenbruch" erlitten und werde auf der Intensivstation behandelt. In einer Pressemeldung von Polizei und Staatsanwaltschaft vom Dienstagnachmittag ist zudem von einem Wirbelbruch die Rede. Das Opfer schwebe jedoch nicht in Lebensgefahr.

Wenige Stunden vor der Tat wurde der mutmaßliche Täter von der Polizei nach eigener Aussage auf dem Marktfest in Höchberg kontrolliert, da er dort laut Zeugenaussagen Personen belästigt haben soll. Zu strafbaren Handlungen kam es hier nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen jedoch nicht.

Die Polizei sucht nun Zeugen, denen der Mann auf dem Höchberger Marktfest oder in der Hauptstraße im Bereich der dortigen Bushaltestelle aufgefallen ist. Die Kripo Würzburg nimmt Hinweise unter der Telefonnummer 0931/4571732 entgegen.

Würzburger Oberbürgermeister verurteilt Attacke auf Mitglied der jüdischen Gemeinschaft

Von einem "menschenverachtenden Angriff" spricht der Würzburger Oberbürgermeister Martin Heilig im Zusammenhang mit dem Angriff in Höchberg. "Meine Gedanken sind beim Opfer. Ich wünsche ihm von Herzen eine schnelle und vollständige Genesung." Für ihn sei eine solche Attacke alleine aufgrund des Tragens eines Israel-Ansteckers "ein unerträglicher Angriff auf unsere demokratischen Grundwerte".

"Antisemitismus, Hass und Gewalt haben in Würzburg und unserer Region keinen Platz", so der Würzburger Oberbürgermeister weiter. Die Würzburger Stadtgesellschaft stehe "fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger".

DIG-Präsident Volker Beck sagte, er sei "schockiert" über den Angriff, und forderte eine "rasche und harte Bestrafung" des Angreifers. "Wer sich als Freund oder Freundin Israels oder als jüdisch erkennbar macht, muss um sein Leben bangen", sagte Beck. "Das darf nicht mehr toleriert werden und dem Klima, das solche Taten begünstigt, muss von Demokratinnen und Demokraten klipp und klar entgegengetreten werden."

Volker Beck spricht von "Enthemmung antisemitischer Gewalt in Deutschland"

"Die Enthemmung antisemitischer Gewalt in Deutschland hält an", sagt Beck. Um dem entgegenzutreten, findet am Freitag, 24. Juli 2026, am Unteren Markt in Würzburg eine Mahnkundgebung gegen antisemitische Gewalt statt. Das teilt die DIG auf ihrer Website mit. Laut der Organisation "Jewish Life Munich" (Jüdisches Leben in München) habe es in Deutschland im vergangenen Jahr 8725 antisemitische Vorfälle gegeben, alleine 1551 davon in Bayern.

Viele Nutzer kommentieren unter einem Instagram-Post der Organisation, dass Sicherheitsbehörden ihnen rieten, sich in der Öffentlichkeit nicht als Juden oder Freunde Israels zu erkennen zu geben. Jewish Life Munich wehrt sich dagegen und sagt: "Sichtbarkeit ist kein Verbrechen."

Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.

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