Offenbar stammt der mutmaßliche Axt-Attentäter, der in einem Regionalzug in Würzburg Heidingsfeld fünf Menschen verletzte, gar nicht aus Afghanistan. Und er sei wohl auch älter als 17 Jahre gewesen.

Das berichtet zumindest das ZDF in Bezugnahme auf Ermittler. In einem Bekennervideo spreche der Mann Paschtu, eine Sprache, die am Hindukusch gesprochen wird, allerdings mit stark pakistanischem Einschlag. Bei seiner Einreise nach Deutschland soll er sich als Afghane ausgegeben haben, um hier seine Bleibechancen zu erhöhen. Auch habe er sich vermutlich jünger gemacht als er tatsächlich gewesen sei, berichten mehrere Medien.


Wollte der Axt-Attentäter mit einer Lüge seine Bleibechancen erhöhen?

Der bayerische Innenminister Joachim Hermann (CSU) bestätigte im Bayerischen Rundfunk die Echtheit des Bekennervideos. So schätze das Bundeskriminalamt (BKA) das Video als echt ein, sagte der Minister. Auch hätten die Pflegeeltern des Jungen den Hintergrund erkannt. Das Video wurde demnach in der Wohnung der Pflegeeltern bei Ochsenfurt im Kreis Würzburg aufgenommen. Laut Hermann sei inzwischen absolut sicher: "Das Video ist authentisch!" Veröffentlicht wurde die Botschaft von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS). Der Jugendliche kündigt darin seine Tat an und spricht Drohungen gegen "Ungläubige" aus.


Zwei Opfer des Attentats schweben noch immer in Lebensgefahr

Am Montagabend hatte der junge Flüchtling in einem Regionalzug bei Würzburg mit einer Axt und einem Messer um sich geschlagen und mehrere Menschen verletzt, mindestens drei davon lebensgefährlich. Sondereinsatzkräfte erschossen den Jugendlichen, als er auf der Flucht auch Polizisten angreifen wollte. Zwei Menschen schweben nach aktuellen Informationen von Mittwoch immer noch in Lebensgefahr.

Die Ermittler sind inzwischen sicher, dass die Tat politisch motiviert war. Sie gehen aber nicht davon aus, dass der junge Mann in direktem Kontakt mit dem IS stand. Sie vermuten, dass er ein Einzeltäter war, der sich selbst radikalisierte.

Die für den Fall zuständige Staatsanwaltschaft Bamberg lehnte am Mittwoch jede Auskunft zu dem Fall ab. Sie wollte Bericht zu Alter und Herkunft weder bestätigen noch dementieren.