Ein 24 Jahre alter Mann aus Unterfranken soll das Baby seiner Freundin misshandelt und erstickt haben. Die Staatsanwaltschaft forderte zwölf Jahre Haft. Der Mann sei "empathiearm" und "abgeklärt".

Am Montag (22. Februar 2021) ist nun vor dem Landgericht Würzburg das Urteil gefallen. Dem Richter zufolge ist der acht Monate alte Säugling "gewaltsam durch die Hand des Angeklagten einen wahrlich schrecklichen Tod" gestorben.

Update vom 22.02.2021, 18.51 Uhr: Baby stirbt gewaltsamen Tod: Angeklagter (24) zu elf Jahren Haft verurteilt

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines Babys in Unterfranken ist der Angeklagte zu elf Jahren Freiheitsstrafe wegen Totschlags verurteilt worden. Das Urteil wurde am Montagnachmittag (22. Februar 2021) vor dem Landgericht Würzburg gesprochen. Der Vorsitzende Richter sagte, dass der acht Monate alte Säugling "gewaltsam durch die Hand des Angeklagten einen wahrlich schrecklichen Tod" gestorben sei.

Das Gericht ist der Auffassung, dass der heute 24-jährige Deutsche den Sohn seiner damaligen Freundin aus dem Raum Gemünden am Main kurz vor Weihnachten 2019 misshandelt und erstickt hat. Der Angeklagte hatte dies stets bestritten. Das Gericht sprach von einem Strafprozess, der "an Tragik und Trauer kaum zu steigern" sei. Das Jugendamt treffe keine Mitschuld, urteilte der Vorsitzende Richter, vielmehr hätte das mitwissende Umfeld früher reagieren müssen. Er hob nachdrücklich hervor: "Misshandlungen zu melden, ist eine Bürgerpflicht."

Der Strafverteidiger hatte sich in seinem Plädoyer für eine Haftstrafe von sieben Jahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge ausgesprochen, die Staatsanwaltschaft hatte für eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren wegen Totschlags plädiert. Ursprünglich war der Mann wegen Mordes angeklagt. Eine psychiatrische Gutachterin hatte im Laufe des Prozesses seine volle Schuldfähigkeit festgestellt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Streitparteien können innerhalb einer Woche die Revision beantragen.

Erstmeldung vom 22.02.2021, 06.12 Uhr: Baby misshandelt und erstickt: Zwölf Jahre Haft stehen im Raum

Mehr als ein Jahr nach dem gewaltsamen Tod eines Babys in Unterfranken will das Landgericht Würzburg am Montag (15.00 Uhr) das Urteil verkünden. Die Staatsanwaltschaft hat für den 24-jährigen Angeklagten zwölf Jahre Haft wegen Totschlags gefordert. Der Deutsche soll den acht Monate alten Jungen seiner Freundin aus dem Raum Gemünden am Main kurz vor Weihnachten 2019 misshandelt und erstickt haben.

Der Angeklagte bestreitet dies. Sein Verteidiger sprach sich in seinem Plädoyer für eine Haftstrafe von sieben Jahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge aus. Ursprünglich war der Mann wegen Mordes angeklagt.

24-Jähriger vor Gericht: Baby misshandelt und erstickt

Die psychiatrische Sachverständige in der Verhandlung hatte den 24-Jährigen als uneingeschränkt schuldfähig eingeschätzt. Sie betonte, dass der von ihm genannte Konsum von Cannabis nicht aggressiv mache, sondern das Gegenteil bewirke.

Vielmehr sei die Grundaggressivität des Angeklagten als Ursache für die mögliche Straftat anzunehmen. Auffällig seien die narzisstischen Züge des Angeklagten, der zudem empathiearm und sehr abgeklärt sei, sich selbst aber als hilfsbereite und selbstlose Person beschreibe.