Die SPD Weißenburg nimmt öffentlich Abschied von ihrem "Genossen und langjährigen Oberbürgermeister" Jürgen Schröppel. Am vergangenen Dienstag (21. April 2026) starb er im Alter von 64 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Seit 2008 war er Oberbürgermeister von Weißenburg - ein Verlust, den viele Wegbegleiter, Freunde, Familie und Kollegen teilen.
In wenigen Wochen hätte seine Amtszeit geendet und am 7. Mai wäre die designierte neue Oberbürgermeisterin Eva Reichstadt (SPD) gestartet. Nun hat sie doch schon schneller als erwartet die Verantwortung übernommen.
Weißenburg: SPD trauert um Schröppel, Reichstadt startet früher
Die Stadt Weißenburg erlebt momentan eine ungewöhnliche Zeit des Abschieds und des Aufbruchs. "Noch vor wenigen Wochen durften wir ihm begegnen: zuversichtlich, voller Tatkraft und mit einem klaren Blick auf die Zukunft", schreibt die SPD Weißenburg in ihrem am 22. April veröffentlichten Nachruf. "Er war guter Dinge und sah dem Ende seiner Amtszeit mit Ruhe entgegen, im Wissen, die Verantwortung für unsere Stadt in gute Hände übergeben zu können", heißt es darin weiter.
Dass er nun, kurz vor dem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand, aus dem Leben gerissen wurde, erfülle sie mit tiefer Trauer, so die Partei. Schröppel habe die Stadt Weißenburg über die Jahre geprägt, so heißt es. "Wir verlieren mit ihm nicht nur einen engagierten Kommunalpolitiker, sondern auch einen geschätzten Weggefährten", geht abschließend aus dem Nachruf hervor.
In dessen Amt ist die Wirtschaftspsychologin Eva Reichstadt getreten. Am Donnerstag (23. April 2026) wurde sie bei der Stadtratssitzung vereidigt. Nach der Kommunalwahl dankte sie den Wählern auf ihrem Instagram-Kanal für ihre Stimmen.
"Erste Oberbürgermeisterin" Weißenburgs beginnt schon jetzt: "Gemeinsam gestalten"
"Ich bin überwältigt und tief dankbar für euer Vertrauen. Mit 54,5 % habt ihr mich am 8. März 2026 zu eurer neuen und ersten Oberbürgermeisterin gewählt. Dieser Sieg ist kein Zielpunkt, sondern der Startschuss. Ich freue mich riesig darauf, die Zukunft unserer wunderschönen Stadt ab sofort gemeinsam mit euch zu gestalten", schreibt sie am 9. März. Nach über zehn Jahren bei HypoVereinsbank und UniCredit arbeitete die 45-Jährige seit acht Jahren beim kommunalen Versorger N-Ergie, wie sie sich weiter vorstellt.
Im Ehrenamt ist die Mutter zweier Söhne Schöffenrichterin am Amtsgericht Weißenburg und stellvertretende Vorsitzende im SPD-Ortsverein. Seit Donnerstag ist sie nun im Amt der Oberbürgermeisterin. Die vergangene Woche sei, wie Reichstadt es in einem aktuellen Beitrag im Netz beschreibt, eine voller Höhen und Tiefen gewesen, die gegensätzlicher kaum hätten sein können.
Der Abschied vom alten Job und die Vorfreude auf den neuen waren ebenso Teil darin wie der plötzliche Tod ihres Vorgängers, der sie und die Stadt in Trauer versetzte. "Stille. Erinnerungen. Und gleichzeitig Verantwortung übernehmen und annehmen", schreibt die Oberbürgermeisterin dazu.
Vom Richter im Allgäu zum Weißenburger OB: Stadt und Tierschutz gedenken Schröppel
Auch die Stadt gedenkt Jürgen Schröppel unter anderem auf Instagram in einem Nachruf. "Mit tiefer Trauer und großer Bestürzung nehmen wir Abschied von unserem Oberbürgermeister Jürgen Schröppel", heißt es in dem Beitrag vom 22. April 2026. "Er hat unsere Stadt mit großem Engagement, Verantwortungsbewusstsein und tiefer Verbundenheit geprägt", lobt ihn die Stadt.
"Mit Herrn Schröppel verliert der Tierschutz den größten Unterstützer der örtlichen Politik", äußert sich das Tierheim Weißenburg-Treuchtlingen im Netz zu dem Todesfall. Ob bei der Quarantänestation oder den Sturmschäden in der Hundezwingeranlage, "wir konnten uns immer auf ein offenes Ohr verlassen", betonen die Tierschützer. Auch die Stadt Haßfurt trauert um einen ehemaligen Bürgermeister.
Wie aus einem 2020 veröffentlichten Lebenslauf Schröppels durch die SPD hervorgeht, wurde er 1962 in Nördlingen geboren. Er war verheiratet und hinterlässt zwei erwachsene Kinder. 1990 bis 1994 arbeitete er als Staatsanwalt beziehungsweise Richter in Kempten. Daraufhin wechselte er nach Weißenburg, war ab 2002 Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion und Mitglied des Kreistages, bevor er Oberbürgermeister wurde.
"In dieser schweren Zeit gelten unsere Gedanken seiner Familie, seinen Angehörigen und allen, die ihm nahestanden", führt die Stadt Weißenburg fort. "Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren." Weitere Nachrichten aus Weißenburg-Gunzenhausen findest du in unserem Lokalressort.