FC 04 Ingolstadt - FC 05 Schweinfurt 0:2 (0:1). Tore: 0:1 Martin Thomann (32.), 0:2 Florian Pieper (77.).

Er hätte stundenlang reden wollen an diesem Samstagnachmittag, der so sonnig war wie das Gemüt von Trainer Tobias Strobl. Gerade hatte seine Mannschaft ihre Saisonvorbereitung abgeschlossen mit der überragenden Bilanz von sieben Siegen, einem Unentschieden und 44:2 Toren. Letztes Mosaiksteinchen war der 2:0-(1:0)-Erfolg beim Drittliga-Topteam FC 04 Ingolstadt. Damit scheint der FC 05 Schweinfurt gerüstet für das Pokalspiel am kommenden Sonntag beim FC Schalke 04. Und Strobl sagte: "Auch wenn wir uns davon vielleicht nichts kaufen können: Es schaut sehr gut aus, wie die Mannschaft Fußball spielt. Wir sind sehr ballsicher und zeigen schöne Stafetten."

Der Sieg hätte noch deutlicher als 4:0 ausfallen können. Weil aber Florian Pieper (48.) und Kevin Fery (57.) nicht trafen, sondern lediglich Martin Thomann mit überlegtem Schlenzer (32.) und Pieper per Abstauber nach tollem Fery-Konter (77.) blieb es knapper, als es über weite Strecken ausgesehen hatte. Strobl überraschte das nicht: "Alle, ich betone, alle in der Truppe haben die letzten Wochen im Training super performed. Wir sind in der Breite super aufgestellt."

Beruhigende Erkenntnisse

In Ingolstadt gab es durchaus Erkenntnisse, die auch beim Coach für Ruhe sorgen sollten. Zum Beispiel der Auftritt von Amar Suljic, der nach seiner dreivierteljährigen Verletzungspause eine Halbzeit im Sturm äußerst flink wirbelte. Oder die beherzte Vorstellung von Martin Thomann.

Der schrie nicht nur nach seinem Tor die ganze Anspannung heraus; er platzte auch sonst bis zur Pause voller Ehrgeiz und Motivation. "Er lebt das Spiel. Das wird uns noch die ganze restliche Saison helfen, der Transfer aus Aubstadt hat sich definitiv gelohnt", lobte Strobl den bulligen Mittelfeldspieler. Und dann war da der erst 20-jährige Nicolas Pfarr auf der rechten, für ihn ungewohnten Außenverteidigerposition, wo er den Ingolstädtern reihenweise den Schneid abkaufte.

Ein Problem hatten die Schweinfurter vor einem Jahr noch in der Innenverteidigung, die zwar gut, aber schmal besetzt war. Jetzt fallen Billick, Yarbrough und Krätschmer aus - und sie steht gegen einen Drittligisten wie eine Eins. Die Neuzugänge Nico Rinderknecht und David Grözinger ließen kaum einen Ball durch.

Strobl erhofft sich auf Schalke eine ähnlich mutige Vorstellung wie in Ingolstadt: Ob mit einem 4-4-2 mit Raute oder einem 3-5-2-System, angriffslustig soll's werden. Der 32-Jährige, dessen Handschrift für schnelle Positionswechsel und rasantes Umschaltspiel steht, wird auch beim Bundesligisten nicht defensiv agieren lassen. Aktuell darf er sich über etwas Positives freuen: nämlich, dass alle Corona-Tests bei Mannschaft und Verantwortlichen negativ ausgefallen sind. Zweimal wird in den nächsten Tagen noch getestet.mib