In Spalt wurden zuletzt zwei tote Störche gefunden. Die Ermittlungen der Behörden dazu laufen.

Doch was steckt dahinter? 

Update vom 24.07.2020: Mageninhalt getöteter Störche wird analysiert

Mittlerweile liegt das Gutachten des "Bayerischen Landesamt für Gesundheit" zu den zwei toten Störchen aus Spalt vor. Demnach können Schussverletzungen, wie zunächst angenommen, ausgeschlossen werden. Die Tiere seien auch nicht an den Folgen einer Infektion gestorben, teilt die Polizei mit. 

Die Störche wiesen zahlreiche Frakturen auf, die wohl durch den Aufprall entstanden sind. Zudem konnten Unregelmäßigkeiten im Bereich des Verdauungstrakts festgestellt werden. Deshalb wird nun der Mageninhalt der Störche analysiert. Ein chemisch-toxikologisches Gutachten soll Klarheit verschaffen. 

Erstmeldung vom 13.07.2020: Störche in Spalt getötet

Ein bislang unbekannter Täter hat in Spalt im Landkreis Roth zwei Jungstörche getötet. Die beiden Tiere wurden am frühen Sonntagnachmittag tot in der Spalter Hauptstraße gefunden. Die Polizeiinspektion Roth hat Ermittlungen aufgenommen. Die Beamten gehen davon aus, dass die Tiere vorsätzlich verletzt wurden und bitten die Bevölkerung um Mithilfe. Vom Täter fehlt bislang jede Spur.

Die beiden verletzten Störche waren gegen 14:15 Uhr von einem Passanten in der Hauptstraße aufgefunden worden. Eines der Tiere lag auf der Fahrbahn, ein weiteres konnte in unmittelbarer Nähe des ersten Tieres auf dem gläsernen Vordach einer Wirtschaft entdeckt werden. Als eine Streife der Polizeiinspektion Roth am Fundort ankam, waren die beiden Tiere bereits tot.

Störche wiesen "Verletzungen im Kopfbereich" auf

Die beiden Störche wiesen Verletzungen im Kopfbereich auf, die den Tieren offensichtlich vorsätzlich zugefügt worden waren. Wann und wie die Störche tödlich verletzt wurden, konnte zunächst nicht konkret festgestellt werden. Die Beamten stellten die beiden toten Tiere sicher.

Zunächst hatte es geheißen, die Störche seien möglicherweise mit einer Armbrust abgeschossen worden. Nähere Details hierzu liegen derzeit aber noch nicht vor.

Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe

Die Polizeiinspektion Roth hat Ermittlungen wegen Verstößen gegen das Tierschutz- sowie das Bundesnaturschutzgesetz aufgenommen. Die Ermittler bitten dabei um Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die im Bereich von Spalt verdächtige Wahrnehmungen im Zusammenhang mit Störchen gemacht haben, werden gebeten, sich mit der Polizei Roth unter der Rufnummer 09171 9744-0 in Verbindung zu setzen. Der bayerischen Landesverband für Vogelschutz (LBV) hat eine Belohnung für Hinweise auf die Täter von 1000 Euro ausgelobt. Denn „der Abschuss einer streng geschützten Art wie dem Weißstorch ist eine Straftat und kein Kavaliersdelikt“, sagte Oda Wieding, LBV-Storchenexpertin, fassungslos. Der LBV stellte zusätzlich eine Strafanzeige.

Der Fall weckt Erinnerungen an einen kürzlichen Vorfall in Eckersmühlen. Damals wurde eine von einem Armbrustbolzen durchbohrte Taube gefunden. Ein Zusammenhang zwischen den beiden Fällen ist jedoch nicht belegt. Auch ist nicht klar, ob es sich bei der Tatwaffe tatsächlich um eine Armbrust handelt.

Jungtiere hatten Nest auf Spalter Kornhaus

Bei den beiden Störchen handelt es sich um registrierte Jungtiere, die ihr Nest auf dem Kornhaus am Gabrieliplatz in Spalt hatten. Seit dem Frühjahr 2019 ist das Storchennest in Spalt wieder besetzt, das seit der Sanierung des Kornhauses verwaist war. Die Freude der Spalter Bürger war groß, als nach dem Nestbau eines Storchenpaares gleich drei Jungstörche das Nest mit Leben füllten. Auch für die Kinder im Kindergarten war die Storchenfamilie eine einmalige Attraktion.

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