HSC Bad Neustadt - TuS 04 Dansenberg (Samstag, 19.30 Uhr) Sein Krefelder Kollege Felix Linden kam vor acht Tagen zu dieser für ihn bitteren Erkenntnis, nachdem seine Schützlinge, ebenfalls ein Spitzenteam, mit 28:34 den Kürzeren zogen. Dabei wussten alle Dansenberger Mannschaftsteile zu überzeugen, gerade die Offensive sorgte für Furore. Angeführt von Spielmacher Julius Rose, mit neun Treffern erfolgreichster Schütze des Abends, entwickelte der gesamte, groß gewachsene Rückraum eine enorme Durchschlagskraft.

Neben dem Ex-Lemgoer Rose (1,93 m) haben auch der im rechten Rückraum auflaufende Robin Egelhof (1,90 m) und der genauso große Halblinke Jan Claussen, die jeweils sechs Treffer gegen Krefeld erzielten, Gardemaß. Mit viel Wucht agiert auch TuS-Kapitän und Kreisläufer Sebastian Bösing, der bei einer Größe von 1.94 m 108 Kilogramm auf die Waage bringt.

Ihl fordert Aggressivität

Allein dieses Quartett dürfte die bisher überzeugende HSC-Deckung schwer beschäftigen. "Da müssen wir aggressiv zu Werke gehen", fordert der HSC-Übungsleiter, "das hat aber bisher gut geklappt".

Weniger gelungen war bislang die Offensivleistung. "Da agieren wir zeitweise zu unkonzentriert und nutzen freie Würfe nicht konsequent." Der Fokus im Training lag daher in der Verbesserung des Spielaufbaus sowie bei Einüben von tempoharten Kombinationen, um den freien Mitspieler zu finden.

Allerdings fanden die Trainingseinheiten mit dem Handicap statt, dass der an der Hand verletzte Vilim Leskovec und Benjamin Trautvetter (Muskelbündelriss) weiter ausfallen. Besser sieht es mit einem Einsatz bei Felix Wolf aus. Der Linksaußen "ist zwar noch nicht hundertprozentig fit, wird sich aber das Trikot überstreifen", erklärt sein Coach.

Einen weiteren Neuzugang kann Frank Ihl nicht vermelden. "Ein Kandidat erschien trotz Ankündigung nicht zum Probetraining."

"Der Gegner spielt nach unseren Videoerkenntnissen einen sehr strukturierten Handball und ist über die Außen gefährlich, was uns zu einem geordneten Rückzugsverhalten zwingen wird", sagt Ihl über den Tabellenfünften der Vorsaison (bei Corona-abbruch). Dabei hat der Gast im Sommer noch einmal aufgerüstet.

Der Luxemburger Nationalspieler Raphael Guden überzeugte gegen Krefeld und dürfte in der Anfangsformation stehen. Den einzigen Verletzten beklagt TuS-Coach Steffen Ecker mit Stammkeeper Kevin Klier, der an einer Rückenblessur laboriert. Er wurde von Henning Huber gut vertreten. "Nach Lage der Dinge gehen wir nicht als Favorit in diese Partie", sagt Frank Ihl. "Wir werden über uns hinauswachsen müssen, wenn wir punkten wollen." Es ist das erste Duell beider Teams in ihrer Vereinsgeschichte. sbp