MSG Groß-Bieberau/Modau - HSC Bad Neustadt-Rhön 22:20 (12:8).
Der HSC Bad Neustadt spielt in der nächsten Saison in der Bayernliga Handball. Diese Schreckensnachricht verbreitete sich noch am Samstagabend wie ein Lauffeuer in der Stadt und rief verständlicherweise große Tristesse hervor. Aber auch vor Ort waren die Spieler, Verantwortlichen und mitgereisten Anhänger geschockt. Die Hoffnung, auf den letzten Drücker den Klassenerhalt zu schaffen, zerstob nach nervenaufreibenden 60 Minuten in Groß-Bieberau. Wenig tröstlich aus Sicht der Gäste war die Tatsache, dass diese auch bei einem Sieg den direkten Klassenerhalt nicht geschafft hätten, da die Mitkonkurrenten im Abstiegskampf ausnahmslos gewannen.

Den Odenwäldern gelang ihr erster Treffer erst in der siebten Minute durch Benjamin von Stein. Zu diesem Zeitpunkt hatten Gary Hines mit Doppelpack und Martin Bieger für eine 3:0-Führung gesorgt. Diesen Vorsprung verteidigten die Mjanowski-Mannen bis zur 13. Minute, Franziskus Gerr sorgte mit zwei Toren binnen einer Minute für die 7:4-Führung. Doch nach der von MSG-Coach Thorsten Schmid geforderten Auszeit geriet das HSC-Spiel wie so oft in dieser Saison für längere Zeit komplett aus den Fugen. "Wir haben vor allem im Angriff zu viele Fehler gemacht und bis zur Pause nur noch einmal durch Vilim Leskovec getroffen", so Mjanowski. Die Fehlwürfe und Ballverluste des Gegners nutzten die "Falken" konsequent, verkürzten durch mehrere Konter den Rückstand und gingen schließlich mit komfortabler 12:8-Führung in die Kabine.

Als Maxi Schmitt zum 13:13 einnetzte, schien eine Ergebniswende möglich. Doch es folgte wieder eine Phase minutenlanger Torflaute, die allerdings auch die Einheimischen befiel. Wicklein, der nicht fit wirkte, einen Siebenmeter vergab und zeitweise von Benedikt Kleinhenz ersetzt wurde, fand nie zur gewohnten Treffsicherheit, ebenso nicht wie der grippegeschwächte Timo Riesenberger, der nur sporadisch eingesetzt wurde.

Zehn Minuten vor Spielende und nach einem Treffer von Singwald zum 15:17 aus HSC-Sicht loderte das Flämmchen der Hoffnung immer noch bei den Gästen, doch fünf Minuten später war dieses erloschen mit drei MSG-Treffern in Folge. Den Gästen lief jetzt die Zeit für eine Aufholjagd davon. "In diesen Minuten war unser Offensivspiel wieder nicht gut", berichtete Mjanowski, "auch die dann offene Manndeckung sorgte nur noch für Ergebniskosmetik."

Die Statistik gibt ihm recht. "Das Ergebnis weist nicht zum ersten Mal aus, dass wir in der Deckung vernünftig gespielt haben, 22 Gegentore sind prinzipiell, und das auswärts und gegen eine solche Mannschaft, sehr gut. Was nicht gepasst hat, war unsere Wurfquote. In dieser Hinsicht konnten wir nur in der ersten Viertelstunde die ausgegebene Taktik umsetzen."
Tore für den HSC: Gary Hines (6/1), Konstantin Singwald (5), Maximilian Schmitt (3), Franziskus Gerr (3), Martin Bieger (1), Jan Wicklein (1), Vilim Leskovec (1).