Die Kulturwerkstatt Rhön-Grabfeld hat eine neue Vorsitzende. Es ist eine alte Bekannte. Mit Petra Braun kommt eines der Urgesteine des Kulturveranstalters wieder in den Genuss eines Vorstandspostens. Nachdem der bisherige Vorsitzende Ralf Storath nicht mehr für das Amt zur Verfügung stand, hat Braun die Gunst der Stunde ergriffen und will nun gemeinsam mit einem komplett neuen Vorstand die Kulturwerkstatt auf neue und vor allem jüngere Beine stellen.

Ralf Storath hatte gegenüber den 109 Mitgliedern der Kulturwerkstatt in der Einladung zur Versammlung keinen Hehl daraus gemacht. Nach vier Jahren als erster Vorsitzender und noch viel längerer Zeit im Vorstand wollte Storath nicht mehr.
Zur Jahreshauptversammlung konnte er selbst aber keinen Nachfolger präsentieren. Auch nicht für das Amt des zweiten Vorsitzenden und des Schatzmeisters. Die Lage verschärfte sich dadurch, dass auch das Kulturprogramm des Kultveranstalters nach einem Kabarettabend vor einer Woche wie leer gefegt auf der Internetseite daher kam.
Die Jahreshauptversammlung im Fränkischen Hof hätte so ganz schnell dramatisch für die Kulturwerkstatt enden können. Doch mit dem Wiedereinstieg von Petra Braun als erste Vorsitzende soll es nun in den kommenden beiden Jahren weitergehen. Wenn auch notwendige Veränderungen an der Mitglieder- wie Vereinsstruktur unabdingbar erscheinen.
Die Kulturwerkstatt gilt im nördlichen Unterfranken seit Jahrzehnten als einer der wichtigsten Veranstalter. Gegründet im Jahre 1983 schaffen es die Veranstalter seit vielen Jahren, auch die Großen aus Musik und Kabarett, darunter Priol, Pelzig, Rether und wie sie alle heißen, nach Bad Neustadt zu holen. In den letzten Jahren wurde es aber stiller um den etablierten Kulturveranstalter, die Abende im Bildhäuser Hof weniger. Insgesamt neun Veranstaltungen mit zusammen rund 1400 Besuchern zählte die Kulturwerkstatt im vergangenen Jahr, eine, Santa Klaus, umfasste allerdings drei Abende.
Nach vielen Jahren in der Organisation der Veranstaltungen wie auch bei der Arbeit am Internetauftritt des Vereins und vor allem rund um die aufwändige Technik bei Veranstaltungen gab Ralf Storath ganz unumwunden zu, langsam müde zu werden. Die Konsequenz daraus war der Rücktritt vom Amt des ersten Vorsitzenden der Kulturwerkstatt. Einen Nachfolger hatte Storath aber nicht parat. Umso überraschter zeigte er sich, als mit Petra Braun just zur Jahreshauptversammlung eine neue Vorsitzende für das Amt zur Verfügung stand.
"Bei der Petra ist die Kulturwerkstatt in guten Händen", sagte Storath nach der einstimmigen Wahl Brauns zur ersten Vorsitzenden. Und fügte an: "Ich bin sehr froh, dass es mit der Kulturwerkstatt weiter geht!"
Mit Petra Braun kommt beileibe keine Unbekannte in der Kulturwerkstatt zum Zuge. Bis zu ihrem Ausscheiden vor vier Jahren hatte Braun den Verein 18 Jahre lang geleitet. Jetzt will sie in den zwei Jahren ihrer Amtszeit gemeinsam mit der neuen zweiten Vorsitzenden Doris Rücker und der neuen Schatzmeisterin Sabine Rücker das Kulturprogramm der Kreisstadt aus den Vereinsreihen heraus neu beleben. Besonderer Dank ging an die bisherige zweite Vorsitzende Daphne Hanika-Merz sowie Kassiererin Birgit Jahn für die geleistete Arbeit.
"Wir müssen mehr junge Menschen für die Kulturarbeit begeistern", umschrieb die neue Vorsitzende ihre Intentionen um das Vereinsleben. Petra Braun wird nun erst mal bei verschiedenen Veranstaltungsbüros anklopfen, um schnell den ein oder anderen Auftritt noch in diesem Jahr unter Dach und Fach zu bringen. Auch den Internetauftritt will Braun komplett überarbeiten. Die frühere und jetzt wieder gewählte Vorsitzende der Kulturwerkstatt freut sich auf ihre Arbeit und betont selbstbewusst: "Ich bin wieder da!" Stefan Kritzer