Update vom 25.03.2026: Im Amt bestätigter Bürgermeister gesteht Wahlfälschung

Der kürzlich im Amt bestätigte Bürgermeister im unterfränkischen Wülfershausen an der Saale (Kreis Rhön-Grabfeld) hat nach Angaben von Ermittlern Wahlbetrug zugegeben.

Der CSU-Politiker soll Briefwahlunterlagen geöffnet und jeweils mehrere Stimmzettel zur Gemeinderatswahl, zur Wahl zum Ersten Bürgermeister und zur Kreistagswahl verfälscht haben, teilte die Staatsanwaltschaft Schweinfurt mit.

Danach habe er die Wahlumschläge wieder verschlossen oder durch von der Gemeinde vorgehaltene Ersatzumschläge ersetzt. "Die Anzahl der jeweils verfälschten Stimmzettel ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen", hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Beschuldigter am 8. März wiedergewählt

Stimmberechtigt waren laut Gemeinde 1278 Bürgerinnen und Bürger. 472 gültige Stimmen entfielen auf den nun beschuldigten Amtsinhaber. 449 Wähler schrieben einen anderen Namen auf den Stimmzettel. Aber auch in anderen Städten und Gemeinden wurde gewählt: Das sind die Infos und Ergebnisse zur Kommunalwahl 2026 in Franken.

Auf mehrmalige Anfragen der Deutschen Presse-Agentur äußerte sich der Verdächtige nicht zu den Vorwürfen. Für den Beschuldigten gilt bis zu einem rechtskräftigen Urteil die Unschuldsvermutung. Der Bürgermeister war bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 im Amt bestätigt worden, das er seit 2018 innehat.

Bei seiner Vernehmung am Dienstag (24. März 2026) sagte der Verdächtige nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft, er habe unter anderem seine Frau unterstützen wollen, die für den Gemeinderat kandidiert habe. Aber auch sich selbst soll der Mann nach Angaben der Ermittler mit zusätzlichen Stimmen versorgt haben. Es habe die Gelegenheit gegeben, die Wahlunterlagen zu manipulieren, und der Politiker habe diese Möglichkeit dann auch genutzt, hieß es.

Freiheitsstrafe möglich

Die Konsequenzen für die Wahlen werden nach Angaben der Ermittler derzeit vom Landratsamt Rhön-Grabfeld und der Regierung von Unterfranken geprüft. Ob der Beschuldigte zwischenzeitlich sein Amt als Erster Bürgermeister niedergelegt hat, war zunächst unklar.

Am vergangenen Freitag hatten Polizisten Gebäude in Wülfershausen durchsucht, nachdem die Staatsanwaltschaft auf mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl aufmerksam geworden war. Es wurden Wahlunterlagen beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden müssen. Laut Strafgesetzbuch kann Wahlfälschung mit einer Geldstrafe, aber auch mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden.

Ursprungsmeldung vom 24.03.2026:

Schwere Vorwürfe: Wegen Verdachts der Wahlfälschung bei den Kommunalwahlen in Wülfershausen an der Saale im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld ermittelt die Staatsanwaltschaft Schweinfurt gegen den Ersten Bürgermeister.

"Im Raum steht die Manipulation von Stimmzetteln zur Gemeinderatswahl, der Wahl zum Ersten Bürgermeister und der Kreistagswahl", teilte die Anklagebehörde mit. Es habe in diesem Zusammenhang am Freitag Durchsuchungen in Wülfershausen gegeben. Alle Infos und Ergebnisse zur Kommunalwahl 2026 in Franken findest du auf unserer Übersichtsseite.

Die Untersuchungen würden durch die Staatsanwaltschaft in enger Abstimmung mit der Kriminalpolizeiinspektion Schweinfurt und dem Landratsamt Rhön-Grabfeld geführt, hieß es weiter. Der Beschuldigte habe Angaben zur Sache gemacht, so die Staatsanwaltschaft.

Wahlen manipuliert? Fränkischer Bürgermeister unter Verdacht

Einzelheiten zu seinen Angaben und zum Stand der Ermittlungen könnten derzeit aber nicht gemacht werden. Es gelte die Unschuldsvermutung.

Mehrere Medien hatten berichtet. Die Mainpost schreibt, der Bürgermeister habe auf Anfrage der Zeitung "keine Stellungnahme" zu dem Sachverhalt abgeben wollen. Am Abend war der Bürgermeister telefonisch nicht erreichbar.