Zufrieden ist Andreas Polst, Leiter des Finanzreferates des Bezirks Unterfranken, mit der Entwicklung im Fränkischen Freilandmuseum in Fladungen. Rund 60 000 Besucher kamen 2017 ins Freilandmuseum. Bei der Sitzung des Zweckverbandes Fränkisches Freilandmuseum Fladungen in Würzburg sprach Andreas Pols von einem "spannenden Jahr". Es habe viele "Findungsprozesse" gegeben, aber die Kommunikation mit den Mitarbeitern und der Leitung des Fränkischen Freilandmuseums in Fladungen sei sehr gut gewesen. Das gelte auch für die Eisenbahner im neuen Verband "Rhönzügle e.V." Aus dem Jahr 2016 habe man große Lasten übernehmen und steuernd eingreifen müssen. Letztendlich sei aber alles nach Plan gut gelaufen.

Erfreulich nannte Andreas Polst die Zunahme bei den Fahrgastzahlen im Rhönzügle, aber auch den Museumsshop, der sehr gut angenommen wird. Hier galt ein Lob den Verantwortlichen. "Sie engagieren sich ganz persönlich und das ist wunderbar!" Letztendlich habe dies alles dazu geführt, dass die Mehrausgaben aus dem Vorjahr weitgehend gedeckt werden konnten. Hinzu kam, dass der Staat für die Büttnerei und die Scheune aus Rappershausen mehr Geld zur Verfügung stellte. Damit endet der Haushalt 2017 ohne Fehlbetrag. Der Haushalt für 2018 wurde einstimmig genehmigt.

Jens Englert, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit ,nannte rückblickend besonders gelungene Veranstaltungen wie das Museumsfest, die Eröffnung des Backhauses und der Büttnerei. Hier pendelten sich die Besucherzahlen im vierstelligen Bereich ein. Sehr gut angenommen wurde das Herbstfest, das Pfingstwochenende, der Mühlentag und der Vereinsaktionstag. Großen Zuspruch fand die Vorführung des Holzrückens mit einem Pferd.

Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, der Vorsitzende des Zweckverbandes, betonte, dass dies alles wichtig sei, um Besucher ins Museum nach Fladungen zu locken.Als sein besonderes Highlight sah der Präsident die Büttnerei, die barrierefrei und somit auf Inklusion ausgerichtet sei. Damit sei diese ein Pilotprojekt in der Museumslandschaft Unterfrankens. Das unterstrich auch Museumsleiterin Ariane Weidlich, die auf das Besucherbuch zu sprechen kam, in dem mehr als 90 Prozent der Gäste nur positive Einträge machten.

Heinrich Hacker, wissenschaftlicher Leiter des Fränkischen Freilandmuseums Fladungen, erwähnte das neue Depot mit 530 Quadratmeter. Den Gesamtbestand an Exponaten bezifferte Heinrich Hacker auf rund 50 000. Neu im Museum ist ein Kartoffeldämpfer, der restauriert wird und 2018 in Betrieb gehen soll. "Das zeigt, dass wir auch mit unseren Exponaten arbeiten!" Aktuell neueste Errungenschaft ist eine gelbe Post-Telefonzelle.

Zustimmung fand die Anregung von Museumsleiterin Ariane Weidlich, ein Volontariat einzurichten und zwar auf die Dauer von zwei Jahren. Junge Wissenschaftler können im Rahmen ihrer Arbeit Schwerpunktprojekte, wie die Schmiede in Waldberg oder Museumsobjekte im eigenen Bestand, mit einer wissenschaftlichen Arbeit, bearbeiten. Die Stelle wird zum 1. Mai 2018 eingerichtet. 2018 fallen Kosten in Höhe von 19 100 Euro an, ab 2019 sind es auf das ganze Jahr verteilt rund 29 000 Euro. Neu im Museum wird im kommenden Jahr das Thema "Inklusion Kräutergarten" sein. Der Kräutergarten sei seit Jahren ein Besuchermagnet und soll nun auch Menschen mit Behinderung zugängig gemacht werden. Wie schon bei der Büttnerei gibt es dann besondere Angebote für Blinde, Sehbehinderte oder auch Rollstuhlfahrer. Lob für die Inklusionsarbeit gab es von Bezirksrätin Karin Renner. So etwas sei in einem Museum sehr wichtig.

Die Schäferei aus Hausen wird beim "Tag des offenen Denkmals" 2018 eröffnet. Mit der Eröffnung der Schäferei ist die letzte Lücke im Gebäudebestand des Museums geschlossen. Linda Wolters gab Informationen zur Museumspädagogik und erwähnte ein Back- und Kochprogramm. Es wird im kommenden Jahr eine Kooperation mit Schülerinnen und Schülern der Udo Lindenberg Schule in Mellrichstadt geben. Diese arbeiten ein Theaterprojekt aus und stellen es im Museum vor. Für Senioren soll es Informationen über die ambulante Tagespflege geben.

Zum Ausblick 2018 erwähnte Jens Englert den Brautag, eine Veranstaltung der Schnapsbrenner aus Rhön-Grabfeld und einen Pflanztag am Bahnhof Nordheim/Rhön. Einen Fahrradaktionstag soll es geben und einen "Tag der alten Haustierrassen". Im Juli steht der Museumsaktionstag an und dann das Museumsfest mit dem restaurierten Kartoffeldämpfer. Erstmals gibt es am 4. November eine Hubertusmesse.
Museumsleiterin Ariane Weidlich verwies noch auf das Jahr 2020, denn dann wird das Fränkische Freilandmuseum 30 Jahre alt.