Die Rose ist ein edles Geschöpf. Sie zu pflanzen und zu pflegen benötigt einiges Wissen. Nicht umsonst bieten zahlreiche Gärtner und Vereine Schnittkurse an. So wie der Freundeskreis Oberfranken der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde. Antje Nemmert aus Reundorf ist seit Jahren dort Mitglied und weiß, wie man eine Rose behandeln muss, damit sie wächst und gedeiht.


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50 verschiedene Sorten Rosen stehen in ihrem Garten. Nemmerts Leidenschaft kommt wohl bereits aus der Kindheit, meint sie. Schon ihre Oma war eine begeisterte Gärtnerin. "Wenn die Rose blüht und duftet, ist das ein Traum. Wie im Paradies", schwärmt Nemmert. Am liebsten sind ihr die alten Rosen, auch historische Rosen genannt. Diese seien vor allem pflegeleichter. Ihre Lieblingsrose ist auch so eine alte Rose. Madame Boll wird sie genannt: "Die braucht fast keine Pflege, blüht mehrmals und duftet wunderbar", sagt Nemmert.


Der richtige Boden

Zum Anpflanzen reicht ein normaler Gartenboden, erklärt sie. Spezielle Rosenerde müsse nicht sein. Nur Sand- und Tonböden bereiten Schwierigkeiten: Das Wasser fließt zu schnell ab beziehungsweise staut sich zu sehr.
Die neu erstandene Rose sollte dort eingepflanzt werden, wo vorher noch keine andere Rose war. "Sonst verkümmert die neue Pflanze und wächst nicht mehr richtig", erklärt Nemmert. Alternativ könnte der Hobbygärtner den Boden austauschen. Die Rosenliebhaberin empfiehlt dazu, nährstoffreichen Kompost mit einzuarbeiten.


Wo soll die Rose hin?

Wichtig ist der Standort im Garten, vor allem bei den modernen Rosen. Der Platz sollte möglichst sonnig sein, aber nicht an der heißen Südseite des Haues. "Rosen wollen es lieber etwas windiger. Sonst können sie Pilzerkrankungen bekommen", weiß Nemmert. Leichten Halbschatten mögen Rosen am liebsten.

Einen Fehler habe sie in anderen Gärten schon öfter entdeckt: Die Veredelungsstelle, ein großer Knubbel am Stil, sollte immer unter der Erde sein. Bei den modernen Rosen seien etwa fünf Zentimeter optimal, erklärt sie. So kann die Rose besser anwachsen.


Wie viel Wasser braucht eine Rose?


Wenn der Hobbygärtner die Rose endlich an ihrem neuen Wohnort eingepflanzt hat, muss sie natürlich entsprechend versorgt werden. Das bedeutet, gut angießen. Am besten die Rose schon vorher gut Wässern und die Wurzeln ins Wasser stellen. Die ersten ein bis zwei Jahre sollte die Rose bei trockenem Wetter weiter gegossen werden. Danach ist Schluss, denn die Rose ist ein Tiefwurzler, erklärt die Reundorferin. Das heißt, sie gewinnt ihr Wasser aus den tiefen Regionen des Bodens. "Wenn ich immer gieße, sucht die Rose nicht weiter unten nach Wasser und schlägt ihre Wurzeln nicht so tief", sagt sie.

Antje Nemmert hat noch einen weiteren Tipp: Begleitpflanzen, wie Storchschnabel, Rittersporn oder andere Staudengewächse lassen die Rose besser wachsen. Und auch ein paar Tulpen zwischen den Rosen empfiehlt sie. Diese blühen schon etwas früher und sorgen für bunte Farbtupfer im Garten.


Der schwierigste Teil ist der Schnitt

Die Königsdisziplin für alle Rosengärtner ist der richtige Schnitt: "Das ist eine Wissenschaft für sich", sagt Nemmert. Was sie auf jeden Fall wegschneiden muss, sind erfrorene Äste oder braune, dürre Stellen im Holz.

Der Schnitt bestimmt auch die Höhe und die Wuchsform der Pflanze. "Je weiter unten ich schneide, desto buschiger treibt die Rose aus", weiß Nemmert. Am wichtigsten ist es, den Schnitt etwa einen Zentimeter über einem sogenannten Auge anzusetzen, denn aus dem kommt ein neuer Trieb.

Der Schnitt ist aber nicht für jede Rose gleich und unterscheidet sich je nach Sorte, sagt die Reundorferin. Die historischen Rosen sollten direkt nach der Blüte geschnitten werden, etwa im Juli oder August. Schneidet man sie im Frühjahr, bekommen sie im Sommer keine Blüten mehr, erklärt Nemmert. Nur moderne Rosen sollten in dieser Jahreszeit geschnitten werden. Genauer gesagt dann, wenn die Forsythien blühen. "Das ist ein Zeichen dafür, dass keine großen Spätfröste mehr drohen", sagt die Reundorferin.

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Für Rosen-Neulinge hat sie noch einen Ratschlag: Es gibt Rosen mit einem Siegel der Allgemeinen Deutschen Rosenprüfung. Diese hat die Pflanzen auf ihre Widerstandsfähigkeit geprüft. "Bei denen kann man nicht viel falsch machen."

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