Seit Freitag (3. Juli 2026) ist das Freibad am Langsee in Nürnberg vorübergehend geschlossen. Grund dafür ist die stark eingeschränkte Wasserqualität: Die Sichttiefe beträgt derzeit nur noch 45 Zentimeter. Unter diesen Bedingungen könne die vorgeschriebene Verkehrssicherungspflicht nicht eingehalten werden, wie die Betreiber auf Facebook schreiben. Die Verantwortlichen bitten Gäste um Verständnis - der See benötigt aktuell Zeit zur Erholung. Die schlechte Wasserqualität hänge vor allem mit einer erhöhten Nährstoffbelastung zusammen. Für eine schnelle Erholung seien mehrere Faktoren entscheidend, wie es auf Instagram heißt:

  • gemäßigte Sommertemperaturen bestenfalls unter 30 Grad
  • ausreichend Frischwasserzufuhr, etwa durch Regen
  • möglichst wenig zusätzliche Belastungen durch Badegäste

Nürnberger Freibad Langsee: Diese Stoffe belasten das Wasser besonders

Besonders problematisch sind Nährstoffe wie Phosphate und Stickstoffverbindungen, die das ökologische Gleichgewicht im See stören. Viele Belastungen entstehen direkt durch den Badebetrieb. Dazu zählen:

  • Phosphate etwa aus Sonnencremes, Kosmetika und Waschmittelrückständen an den Badeklamotten
  • Stickstoffverbindungen wie Nitrat und Ammonium, etwa durch Schweiß oder Urin
  • Organische Stoffe wie Hautschuppen, Haare, Schweiß, Speichel sowie Reste von Kosmetika
  • Mikroplastik aus Textilfasern der Badekleidung und teilweise aus Kosmetikprodukten oder dem Abrieb von Ausrüstung
  • UV-Filter, die als chemische Inhaltsstoffe aus Sonnencremes ins Wasser ausgewaschen werden können
  • Konservierungs- und Duftstoffe aus Sonnencremes, Lotionen und anderen Pflegeprodukten

"Bereits winzige Mengen ab 0,035 mg/l reichen aus, um eine explosionsartige Vermehrung auszulösen. Gelangt zu viel Phosphat in ein Gewässer, entsteht Eutrophierung: Algen wachsen unkontrolliert, trüben das Wasser und entziehen beim Absterben Sauerstoff", schreiben die Verantwortlichen des Freibads im Netz. Auch andere Badeseen in Franken leiden unter zu hoher Algenbelastung

Langfristiges Problem: Sedimente im See

Neben der aktuellen Situation gibt es auch strukturelle Herausforderungen. Eine Abtragung der Sedimente am Seeboden böte eine langfristige Lösung. "Hierzu haben wir uns bereits 2023 an die Stadt Nürnberg gewendet. Die Aussage war leider, dass wir dies selbst machen müssen und die Entschlammung von 2007 ein Pilotprojekt war mit Kosten von 250.000 Euro", schreibt das Team.

"Wir können dies jedoch mit diesem Kostenaufwand (nach 19 Jahren vermutlich 500.000 Euro) nicht stemmen", erklärt das Team weiter und wirft die Frage auf: "Wie lange können wir das Badevergnügen im Langsee noch anbieten?" Für den Fall einer Wiedereröffnung richten die Betreiber eine klare Bitte an alle Besucher: Vor jedem Badegang duschen.

Damit soll verhindert werden, dass zusätzliche Nährstoffe in den See gelangen. Entsprechende Hinweise gebe es bereits seit Jahren am Eingang und in den Sanitärbereichen. Weitere Nachrichten aus Erlangen und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.