Kindergeschrei, Bällebad, Geburtstagskuchen: Für zwei Jahrzehnte war das Tucherland in der Elbinger Straße in Nürnberg ein beliebter Ort für Kindergeburtstage oder Firmenausflüge. Auf Kundenseite erfreut sich die bei Familien angesagte Location großer Beliebtheit. In ihrer Google-Bewertung wies die Einrichtung in der Marienbergstraße 102 zuletzt 4,4 von fünf möglichen Sternen auf - basierend auf mehr als 4900 Rezensionen
Nun ist jedoch Schluss. Der Indoor-Spielplatz hat seine Türen dauerhaft geschlossen - und hinterlässt neben Nostalgiegefühlen offene Fragen. "Wir werden euch vermissen." Mit diesen Worten verabschiedete sich das Tucherland-Team in einem emotionalen Facebook-Post von seiner Community. Doch parallel dazu hat die Polizei Ermittlungen aufgenommen - wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung.
Nürnberger Indoor-Spielplatz Tucherland mit abruptem Ende - was bisher bekannt ist
In einer offiziellen Pressemitteilung vom 12. Mai 2026, die inFranken.de vorliegt, spricht die Tucherland GmbH & Co. KG von einer angespannten wirtschaftlichen Lage sowie zwei "Unfallereignissen" vom 27. März 2026, die sich im Rahmen einer Ü18-Veranstaltung ereignet haben sollen. Die Vorfälle hätten laut der Meldung eine umfassende präventive technische Überprüfung der gesamten Anlage ausgelöst. Diese sei erst Anfang Mai abgeschlossen worden.
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Parallel hierzu hätte der Betrieb "die kaufmännische Entwicklung der letzten Jahre intensiv betrachtet und eine Zukunftsprognose erstellt." Das Ergebnis: Ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb sei "nicht mehr möglich". Eine hohe Inflation sowie die wirtschaftliche Lage hätten nach den Corona-Jahren zu einem weiteren Besucherrückgang beigetragen, heißt es in der Meldung.
Auf Anfrage von inFranken.de bestätigte die Polizei Mittelfranken, dass Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung aufgenommen wurden. Insgesamt vier Personen hätten am 27. März im Tucherland Verletzungen erlitten, darunter teils "Frakturen und mögliche Bänderrisse". Es sei davon auszugehen, dass möglicherweise Personen gestürzt seien. Weitere Hintergründe werden aktuell ermittelt, so ein Sprecher der Polizei.
Von "schrecklich" bis "komisch": Schließungsbekanntgabe führt zu geteilten Reaktionen
Die Schließungsankündigung hat in den sozialen Netzwerken eine breite Diskussion entfacht. Viele ehemalige Besucher reagieren mit Wehmut und erinnern sich an Kindheitserlebnisse, Geburtstagsfeiern und unvergessliche Momente im Tucherland. Ein Nutzer schreibt, die Schließung sei "für mich eines der schrecklichsten Nachrichten" - er habe als Kind mehrere Geburtstage dort gefeiert. Eine ehemalige Mitarbeiterin erinnert sich an 15 Jahre mit "tollen Arbeitskollegen und jeder Menge Spaß" - für sie ist das endgültige Aus trotzdem "komisch".
Doch neben der Trauer formiert sich auch Kritik - und zwar an der Kommunikation rund um die Schließung. Viele Nutzer stören sich daran, dass das Unternehmen in seinem Abschiedspost ausschließlich wirtschaftliche Gründe in den Vordergrund rückt, ohne die Unfälle und die laufenden Ermittlungen zu erwähnen. "Warum aber zugemacht werden musste, wird hier mit keinem Wort erwähnt", schreibt ein Nutzer. Ein anderer kommentiert: "Alles schönreden ist ja klar - aber was ist mit der laufenden Ermittlung der Polizei und den verletzten Personen?"
Dass die Schließung ausgerechnet kurz nach den Vorfällen vom 27. März und mitten in laufenden Ermittlungen erfolgt, bezeichnen viele Nutzer als auffälligen Zufall. Die Darstellung des Unternehmens - wonach eine wirtschaftliche Analyse parallel zur technischen Prüfung nach den Unfällen zur plötzlichen Einstellung des Betriebes geführt hätte - wird in den Kommentaren skeptisch aufgenommen. "Ich habe da ja einen ganz anderen Grund gelesen", schreibt eine Nutzerin. Die Frage, ob die Unfälle nicht nur Anlass, sondern eigentlicher Grund der Schließung sind, bleibt bislang offen.
Tucherland mit Kundenhinweis: Das passiert mit bereits gekauften Gutscheinen
Viele Nutzer stellen auch eine sehr pragmatische Frage: Was passiert mit bereits gekauften Gutscheinen? In seiner Pressemeldung teilt das Unternehmen mit, die Inhaber aller noch im Umlauf befindlichen Gutscheine zu entschädigen. Die betroffenen Kunden sollen sich demzufolge per E-Mail an info@tucherland.de wenden.
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
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