Deutschlandweit mussten Bahnreisende am späten Dienstagabend (23. Juni 2026) starke Nerven beweisen. Eine Funkstörung der Deutschen Bahn legte ab etwa 22.30 Uhr für etwa zwei Stunden den gesamten Zugverkehr lahm. Die Nachrichtenagentur News5 traf am Nürnberger Hauptbahnhof einige Reisende, die ihr Leid klagten. 

"Wir sind sehr, sehr müde von dem Tag generell. Es war ja auch sehr heiß heute", sagt eine junge Frau, die von einem Städtetrip in München auf dem Rückweg zum Würzburger Hauptbahnhof ist. "Wir wissen nicht so ganz, wie es weitergeht."

Zugstillstand am Bahnhof Nürnberg - Fahrgast teilt frustrierende Beobachtung

Die Reisende frage sich in diesem Moment, wie, wann und ob sie überhaupt nach Hause komme. Informationen über die Dauer der Störung könne ihr niemand geben. "Man überlegt, natürlich gibt es Alternativen, Taxi und so weiter. Es ist natürlich immer super teuer. Deswegen wissen wir nicht, was wir noch machen können." Ebenfalls in Nürnberg gestrandet ist ein Mann, der sich Hagen nennt.

Mehrere Reisende blieben am Dienstagabend auf der Durchreise in Nürnberg hängen und grübelten über ihre Möglichkeiten.
Screenshot News5; Collage: inFranken.de

Er harre bereits seit etwa einer Stunde am Bahnhof aus. "Die Züge, mit denen ich fahren wollte, bauen nach und nach immer Verspätung auf", berichtet er dem Reporter. Er spiele mit dem Gedanken, sich ein Hotel zu nehmen und am nächsten Morgen erst nach München zu seinen Terminen zu fahren. Einen in der Früh habe er bereits abgesagt. Der langjährige Zugnutzer habe sich mit der Situation abgefunden.

Probleme mit der Infrastruktur könnten vorkommen, aber: "In den vergangenen 15 Jahren ist das nicht so oft passiert, wie es jetzt in den letzten zwei Jahren passiert ist. Das beobachte ich. Wir werden halt damit leben müssen und hoffen, dass es besser wird", betont er.

Fahrgäste können von ihren Rechten Gebrauch machen - Bahn bietet Erstattungen

Auch einer weiteren jungen Frau namens Lilly, die aus Ingolstadt auf der Weiterfahrt ist, stehen Fragen ins Gesicht geschrieben. "Niemand kann uns sagen, ob das Geld zurückerstattet wird", sagt sie News5. "Ob Taxis gezahlt werden. Also, es ist keine schöne Situation." Dabei lobt sie die vielen Durchsagen am Bahnhof, die jedoch inhaltlich nicht weitergeholfen hätten. "Ich hatte, glaube ich, noch nie eine deutsche Bahnfahrt, wo alles rundgelaufen ist. Also irgendwas war immer. So was hatte ich tatsächlich noch nicht", gibt sie an.

Geplante Zugeinschränkungen bestehen ebenfalls seit Montag (22. Juni 2026) bis zum 30. Juni 2026 zwischen Nürnberg und Bamberg. Zeitweise gibt es Zugausfälle mit Ersatzverkehr. Nach der deutschlandweiten XXL-Störung erwartete die Bahn noch Auswirkungen auf den Berufsverkehr am Mittwochmorgen. Grundsätzlich haben Bahnreisende unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Erstattungen. Genaue Informationen zu verspäteten Ankünften, Kosten für andere Verkehrsmittel und Übernachtungen finden sich auf der Webseite