Seit mehreren Wochen hatte die Gewerkschaft Verdi in regelmäßigen Abständen zu Warnstreiks im ÖPNV aufgerufen. Auch in etlichen fränkischen Städten kam es deshalb immer wieder zu Ausfällen bei Bussen und Bahnen. Zuletzt waren am Dienstag (14. April 2026) beispielsweise Fürth, Bayreuth und Schweinfurt betroffen. Grund für die Streiks waren Forderungen nach mehr Lohn und verbesserten Arbeitsbedingungen wie beispielsweise einer Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit.
Nach monatelangem Ringen und zahlreichen Warnstreiks haben sich Verdi und die Arbeitgeber in der Nacht auf Donnerstag (16. April 2026) nun auf ein Tarifergebnis für den bayerischen Nahverkehr geeinigt. Nach Angaben von Verdi sieht der gefundene Kompromiss unter anderem Lohnerhöhungen von sieben Prozent über zwei Jahre vor. Doch wie sieht eigentlich das bisherige Gehaltsgefüge eines Busfahrers aus? inFranken.de hat bei der VAG Nürnberg nachgefragt.
Unmut im ÖPNV: Das verdient ein Busfahrer bei der VAG
Wie eine Sprecherin der VAG Nürnberg auf Nachfrage von inFranken.de mitteilt, werden Fahrer bei der VAG Nürnberg grundsätzlich nach dem Tarifvertrag Nahverkehr Bayern bezahlt. Demnach startete, wer bei der VAG eine Stelle als Bus-, Straßenbahn-, oder U-Bahn-Fahrer antritt, zuletzt auf Tarifstufe 1 mit einem Einstiegsgehalt von 2995,30 Euro brutto. In tarifvertraglich geregelten Abständen erhalten Beschäftigte dann automatische Gehaltserhöhungen.
In unregelmäßigen Abständen stieg das Grundgehalt zuletzt dann folgendermaßen an:
- Stufe 1: 2995,30 Euro
- Stufe 2 (nach 2 Jahren in Stufe 1): 3104,61 Euro
- Stufe 3 (nach 2 Jahren in Stufe 2): 3238,30 Euro
- Stufe 4 (nach 3 Jahren in Stufe 3): 3332,64 Euro
- Stufe 5 (nach 4 Jahren in Stufe 4): 3395,56 Euro
- Stufe 6 (nach 4 Jahren in Stufe 5): 3544,95 Euro
Aufgrund des Schichtplans mit in der Regel Einsatzzeiten von 4 Uhr morgens bis etwa 2 Uhr des Folgetages erhalten Fahrer außerdem eine Schichtzulage. Diese betrug demnach bislang 240,97 Euro im Monat. Hinzu kämen im November ein weiteres Monatsentgelt als Sonderzahlung sowie verschiedene Zuschläge, beispielsweise für Nachtarbeit, Überstunden sowie Sonn- und Feiertage.
Dadurch ergab sich zuletzt ein monatliches Einstiegsbruttoentgelt von insgesamt 3366,27 Euro. Eine Vollzeitkraft im Fahrdienst in Steuerklasse I kam demnach nach 15-jähriger Betriebszugehörigkeit alles in allem bislang auf 3174 Euro netto im Monat.
Der Kompromiss im Detail - werden die Tickets künftig teurer?
Laut dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV) sollen die Löhne rückwirkend zum Jahresbeginn um 4,1 Prozent, mindestens jedoch um 120 Euro steigen. Ab dem 1. September gibt es eine weitere Erhöhung um 1 Prozent. Zusätzlich erfolgt zum 1. Januar 2027 eine Steigerung um 1,9 Prozent. Die Arbeitszeit wird ab dem Jahr 2029 von 38,5 auf 37,5 Stunden reduziert. Die Mindestruhezeit beträgt dann 10,5 Stunden.
Außerdem wird der Zuschlag für die Arbeit an Sonntagen angehoben. Die Zeitspanne, in der ein Nachzuschlag gezahlt wird, wird ebenfalls erweitert. Noch ist die Einigung jedoch nicht in trockenen Tüchern. Beide Seiten haben bis zum 15. Mai Zeit, sich final zu erklären. Bei Verdi ist eine Mitgliederbefragung dazu geplant. Dass Tarifeinigungen abgelehnt werden, ist aber selten. Im Rahmen dieser Frist soll es zu keinen weiteren Warnstreiks kommen.
Mehr als 20 Unternehmen sind von der Einigung betroffen. Je nach Quelle arbeiten dort entweder 9.000 oder rund 10.000 Menschen. Es geht um den kommunalen Nahverkehr, also von städtischen Gesellschaften betriebene Bus-, Tram- und U-Bahnlinien. Die VAG beruhigt zum Thema Ticketpreise: "Eine außerplanmäßige Erhöhung nach einem Tarifabschluss gab es noch nie und wird es auch dieses Mal nicht geben." Weitere Nachrichten aus Nürnberg und Umgebung findest du in unserem Lokalressort.
Ein Redakteur hat diesen Artikel unter der teilweisen Verwendung eines KI-Sprachmodells verfasst und/oder optimiert. Sämtliche Informationen wurden sorgfältig geprüft.
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